Montag, 31. Dezember 2007

what a year it has been. [lost, found und haut runter, sowieso.]

schon wieder silvester, nur diesmal nicht berlin. dort legt susa ganz sicher genau jetzt gerade diverse schwarze shirts auf dem bett aus und kann sich nicht entscheiden, welches sie anziehen soll. ich höre stattdessen den böllern auf st.pauli zu, während j. döst, und vor dem fenster gibt es die ersten raketen vor fensehturmkulisse. nachher gehen wir zu einer party in einer einzimmerwohnung in der schanze, für die sich vierzig leute angekündigt haben. es sollte kuschelig werden.

vorhin habe ich versucht j. zu erklären, warum ich silvester dann doch tatsächlich mag, auch wenn ich den stress darum nicht leiden kann: weil es einem die illusion gibt, morgen, nein, heute um 00:01 wäre alles anders. a clean slate. auf ein neues. einfach noch mal anfangen, alles anders machen. mal wieder nachdenken, über sein verhalten und das vergangene und die zukunft. das ist schön, auch wenn man (also ich) danach dann doch meistens einfach weitermacht, wie bisher. we never get resolution - it never comes.

2007 war genau das, das jahr der fehlenden resolution, das jahr des trotzdemweitermachens und bei allen tollen äußeren veränderungen war es innen drin ein einziger dauer-emo-loop, der mich so müde gemacht hat, das ich eigentlich heute abend auch locker um neun ins bett gehen und bis morgen um zwölf schlafen könnte. stattdessen werde ich aber ein schwarzes shirt anziehen und meinen neuen schal in slate und lippenstift der farbe confident auftragen, und nicht rennen gehen, heute abend auf dem schulterblatt, vor gar nichts. schon gar nicht vor dem neuen jahr. und erst recht nicht vor dem leben.

frohes neues.
parole: weitermachen.

jahresendstatistik, zweitausendsieben edition.

zugenommen oder abgenommen? doofes thema, weil zugenommen. full-time employment is seriously hampering my lifestyle. hallo, vorsätze!
haare länger oder kürzer? bisschen kürzer. aber sehr anders, so mit pony. ("ich mag das nicht, du siehst nicht aus wie du", meinte meine mutter zu weihnachten. ich schon.)
kurzsichtiger oder weitsichtiger? gleichgeblieben.
mehr geld oder weniger gehabt? mehr.
mehr ausgegeben oder weniger? mehr.
mehr bewegt oder weniger? mich selbst weniger, zumindest sportlich, in zügen allerdings noch mehr. und sonst sowieso mehr.
der hirnrissigste plan? die liebe.
die gefährlichste unternehmung? siehe hirnrissigster plan. und: mit einem downhillroller den schauinsland runterzubrettern, und dabei mit dem fotoapparat zu filmen. der jackassmäßige film, der dabei entstanden ist, kommt aber nie zu youtube hoch, nein.
der beste sex? hmm, ja.
die teuerste anschaffung? ein 8gb ipod nano.
das leckerste essen? selbstgemachte quiché mit tomatensalat.
das beeindruckendste buch? katja lange-müller: böse schafe; zu ende gelesen an einer straßenecke stehend, weinend. hot contenders: kluun: mitten ins gesicht; don delillo: falling man.
der berührendste film? der freie wille.
das beste lied? 'you don't feel like home to me', the good life; 'the past is a grotesque animal', of montreal.
die beste cd? help wanted nights. the good life.
das schönste konzert? unentschieden zwischen the good life in hamburg, arcade fire auf dem southside und in belfort, sonic youth auf dem southside, cursive in köln, of montreal in freiburg und interpol in hamburg. verhältnismäßig wenig konzerte gesehen, dieses jahr. dass muss alles wieder anders werden.
die meiste zeit verbracht mit...? arbeit.
die schönste zeit verbracht mit...? musik.
vorherrschendes gefühl 2007 total recall.
2007 zum ersten mal getan? der bohéme adieu gesagt. einen grimme online award verliehen bekommen. mich vor dem dalai lama verneigt.
2007 nach langer zeit wieder getan? mit susa zu interpol gehüpft. im ewigen duell mit m. mal wieder haushoch verloren. nachts mit dem corsa über die a59 gecruist.
drei dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? das beständige total-recall gefühl. im beisein von t. in eine hoteldusche zu kotzen. den berg ungebügelter wäsche in meiner wohnung. (immer noch da.) bonusantwort: all die nächte, die ich in klamotten geschlafen habe.
das schönste geschenk, das ich jemandem gemacht habe? ich war schlecht mit geschenken, in diesem jahr. wahrscheinlich worte. und zeit.
das schönste geschenk, das mir jemand gemacht hat? sonntagabende mit dinner und tatort. ein macbook. ein möbelstück.
der schönste satz, den jemand zu mir gesagt hat? "dafür zwei andere leute mal nicht."
den schönsten satz, den ich zu jemandem gesagt habe? "komm her, ausschlafen."
die wichtigste sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? von der liebe. hat nicht funktioniert, ha!
2007 war mit einem wort...? repetitiv.

bonusrunde
liebste exzesse: hamburg (mai & november), frankfurt (november) und köln (märz & juni)
liebste stadt: hamburg
pointless crying in public: arcade fire, 'ocean of noise', southside; interpol, 'pioneer to the falls', docks; bright eyes, 'no one would riot for less', southside; fünfter mai, st.pauli
weblogs you should be reading: thumbscre.ws, kung fu grippe, malorama, hotel mama, fimoculous, que sera sera, (i think) he was a journalist
vermisst: p.&o., susa, t., zwei tage mehr in belfort, das monsters of spex, mich selbst.
verloren: diverse sonnenbrillen, die hoffnung.

[previously: zweitausendfünf, zweitausendsechs]

Samstag, 29. Dezember 2007

reading. [#6]

kluuns "mitten ins gesicht" sollte mit einem warnaufkleber kommen. ich weiss gar nicht, was genau auf dem aufkleber stehen sollte (vielleicht: "scheiss-krankheit, dieser krebs."), aber: es ist ein schlimmes buch, ehrlich und schlimm. so ehrlich und schlimm, dass ich geweint habe, am ende, und meine ohnehin schon viel zu akute ist-das-alles-richtig-so-wie-ich-das-mache-krise erst recht rumzuckt.

deshalb, so aus persönlichem bezug, superkitschiger, unsoliciter advice: tragt sonnenschutz, jeden tag, auch wenn es regnet. mädels, lasst pap-smears machen, jedes jahr, und bezahlt das bisschen extra-geld für einen hpv-test und lasst euch mit gardasil impfen. hört alle auf zu rauchen. und carpe diem, sowieso.

scheiss-krankheit, dieser krebs, indeed.

the times, they aren't a changing. [achtundzwanzigster juni neunzehnhundertvierundneunzig, cringe worthy.]

"von wegen klarheit: neuer trouble, der gar kein trouble ist - t. ich kann es selber gar nicht glauben, gestern nacht/heute morgen ist es passiert, weil wir beide wohl eine schulter zum anlehnen wollten und brauchten. es ist seltsam, ich bin gleichzeitig in ihn verliebt und nicht. bei ihm ist das anders, er will das nicht, das hat er gleich von anfang an gesagt. und trotzdem, t. ist so toll. noch nie hat mich jemand so zärtlich berührt. ich kann es selber nicht glauben, es war genial, echt. es ist eine schande, dass es (noch) nichts von dauer ist. t.. seltsam. ich weiss nicht mal genau, was ich für ihn fühle. alles ist so anders. wir haben erst geredet, geredet, geredet und geredet, und dann haben wir uns geküsst. ich sitze gerade im wald - safari-spiel- und glaube das alles gar nicht. wir waren bis viertel nach fünf zusammen. wäre ich noch länger geblieben, wäre es jetzt bestimmt noch schlimmer für mich. ich hab sogar ein bisschen geschlafen - mein kopf auf t.s schoß, er über mich gebeugt, es war geborgenheit pur. er ist mit abstand der ehrlichste und offenste mensch, den ich kenne. was nur so scheisse ist: er ist so ein komplett anderer mensch als sonst, das ist extrem krass. ehrlich. es war eine komische situation für ihn, er hat mich gleichzeitig verletzt als auch getröstet. t. ist irgendwie stark und gleichzeitig schwach, ganz komisch. ich hoffe sehr, dass es vielleicht doch noch was mit uns gibt (auch wenn er jetzt definitiv nicht in mich verliebt ist) und wenn nicht, dann möchte ich eine platonische freundschaft mit ihm haben. komischerweise können wir uns immer noch in die augen schauen. schuldgefühle wegen m. hab ich übrigens absolut nicht. t. hat mir nun endgültig bewiesen, dass es keinen zweck mehr hat, da noch irgendwas aufrecht zu erhalten. total schlimm. ich muss noch fast fünf wochen warten, bis ich ihm das sagen kann. diesmal muss ich es aber. das schlimme ist ja, dass m. zuhause sitzt und an mich denkt, während ich darüber sinniere, mit ihm schluss zu machen.
später.
vorhin hatten wir besprechung. t., total müde, ist am tisch eingeschlafen. er ist in irgendeiner art total einsam, richtig einsam. das meine ich jetzt nicht, dass niemand bei ihm ist - niemand weiss wie er wirklich ist, das ist viel schlimmer!!"

[ouch.|cringe.]

zeitvertreib.

und was lustig ist, auf diese total unlustige art: wie mein ocd upflared, hier und jetzt. donnerstagabend noch mal zurück zur buchhandlung gefahren, um zu kontrollieren, ob ich die tür auch ja richtig abgeschlossen hatte, gestern abend (noch besser) eine kontrollperson gebraucht, die mit mir an der vierfach verschlossenen tür gerüttelt hat. heute nacht dann auch eine stunde lang die katze gesucht, inklusive vor der haustür, denn ich hab schon halluziniert, dass sie, die ängstlichste und empfindlichste katze der welt, raus in die kälte gehuscht sein musste, als ich nach hause gekommen bin. sie lag natürlich friedlich schlafend und quasi unsichtbar hinter dem vorhang im elterlichen schlafzimmer. nunja. wenn man zu viele baustellen hat, sucht man sich halt welche, die einfacher zu managen sind. ich zähl jetzt mal die tasten des macbooks. und rück später die tassen im küchenschrank zurecht.

thinking. [#305]

dresscode orange.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

linklove. [#59]

in twin peaks, wa.

vielleicht vom leben zu viel. [zu wenig ist eher wahrscheinlich.]

gestern nacht spazieren gefahren, auf der route der industriekultur an meinen liebsten fabriken und den auch am zweiten weihnachtstag am alsumer berg in geparkten autos fummelnden (oder fickenden?) pärchen vorbei und über die ins nichts führende ruhrorter rheinbrücke. "und eine ewigkeit scheint so lange wie eine einwegfeuerzeugstichflamme" sang niels frevert von einem vier, fünf jahre alten mixtape dazu, überall fabriklichter, altvertraut, und zum ersten mal seit wochen, nein monaten, konnte ich wieder atmen. so viel leben, in das man sich reinfallen lassen kann, so viel wildes, zartes, aufregendes leben. überall, selbst hier, ausgerechnet hier.

Montag, 24. Dezember 2007

have yourself a merry little christmas.



have yourself a merry little christmas,
let your heart be light
from now on our troubles will be out of sight.

Samstag, 22. Dezember 2007

weihnachtstrauma, oder so. [#4, currently in the making.]

exhibit a: die neuigkeit, dass das seit jahrzehnten immer wieder auftretende melanom eines nahen verwandten nun doch mal so richtig metastasiert hat, und zwar zur niere. wie üblich bei den männern in meiner familie wird geschwiegen: während mein teil der familie bereits von der im januar anstehenden operation hat, wissen teile seiner direkten familie noch nichts davon. am zweiten weihnachtstag gehen wir alle zusammen essen. das wird ein spass.

exhibit b: "ich komme jetzt zurück nach deutschland."

addendum:
exhibit c: der schweldende familienkonflikt ob der tatsache, dass mein bruder zwar meine tante und meinen onkel zu seiner hochzeit 'im kleinen kreis' einladen will, aber nicht meine cousine und ihren mann. dummerweise sind schon flüge für alle gebucht. und überhaupt ist das die einzige verwandtschaft, die noch übrig ist. ich vermute, mein bruder will keine prolligen, dicklichen menschen auf seinen hochzeitsphotos haben. nunja.

status. [#6]

übermüdet.

[vorhin beim friseur beim haare waschen eingeschlafen.]

living on the edge.

gestern abend was ich jurymitglied bei einem band contest mit erstaunlich guten bands. sie waren so erstaunlich gut, dass juryintern eine halbe stunde über den ersten platz (sofort ins finale) und den zweiten platz (zweite chance aufs finale in der lucky loser runde) gestritten wurde. lustige jurydynamik: zwei männer, drei frauen, split right along gender lines. und alter. und musical tastes. nunja. die debatte war so hitzig und langwierig, dass der präsentator des contest bei der verkündung von sieger und lucky loser durcheinander kam. smalltown-dsds-drama, galore! er korrigierte sich später, was die erst-sieger-dann-verlierer erstaunlich gut verkrafteten. lustigerweise ist der frontmann genau dieser band auszubildender bei toni & guy (ja, die bandmitglieder hatten alle irritierend gute haarschnitte). wo ich jetzt gleich einen termin hab, zum pony schneiden und blond werden. er arbeitet auch heute. sollte ich heute nachmittag aus versehen lila haare haben, oder kahl sein: er war's.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

what can a lonely rock'n'roller do?

"yeah there's lots of soap and there's lots of towels
and never mind them deskclerks scowls
i’ll buy you breakfast, they'll think you're my wife
oh, come up to my motelroom, save my life"

[will sheff: motel blues (loudon wainwright cover)|via]

linklove. [#58]

"but mostly people laughed, then shoved another cookie in their mouth, then said i was crazy. and you know, they were right, i was crazy, but not for attempting to bake 106 different kinds of martha stewart holiday cookies in two months."

[megan seling: the long winter]

Dienstag, 18. Dezember 2007

linklove. [#57]

"summer officially begins in melbourne around the time of the first sighting of a goth in elizabeth street in short sleeves. it's not unlike the american custom of using a groundhog to indicate fine weather ahead but it's more unpredictable and so much more exciting. our version of a hibernating rodent emerging from its burrow can happen in december, possibly february, or maybe march.

whichever month, we can only determine summer is nigh when a goth crosses lonsdale street holding a jb hi-fi bag while attempting to pull a soft pack of french cigarettes from the pocket of his black skinny jeans, if male, or from within the folds of her voluminous black victorian skirt, if female. if the goth successfully lights the cigarette, summer may still be some time off. summer can only officially be declared if the match is extinguished by 43 degrees of wind suddenly whooping down elizabeth street from melton with every shred of plastic bag and piece of grime and dust south of fawkner cemetery caught in its maelstrom."

[raymond gill: behold the first goth of summer | und manchmal vermisse ich melbourne dann doch noch.]

Montag, 17. Dezember 2007

soundtrack. [#35]



Þórir (sprich: thórir, neuerdings 'my summer as a salvation soldier') hört sich an wie das isländische lovechild von casiotone for the painfully alone und teitur oder das von xiu xiu und the microphones. schon deshalb muss den jungen herrn und seine depressive verstimmung zwangsläufig lieben. was könnte ja auch je bezaubernder sein, als ein gerade dem teenageralter entwachsener, schwermütiger isländer, der lieder darüber holpert, wie schwer es ist, affection mit keyboarding auszudrücken?

ziemlich unglaublich ist, was sein plattenlabel 12 tónar über ihn behauptet: "besides being his alter self as my summer as a salvation soldier, þórir plays guitar in two hardcore bands, fighting shit and hrydjuverk, and he also plays in one hip hop-band, one country-trash band named death metal super squad and finally the ultra powerhouse gavin portland destined for future glory." das macht ihn noch grossartiger, finde ich.

Þórir. hype 2008, in the making. a poetic pop-geyser. you heard it here, first.

[myspace]

konversationen über alkohol. [#3]

"du spassbremse musstest ja schon so früh nach hause gehen", sagt er, wohl neidisch auf meinen ausnahmsweise mal klaren kopf am sonntagmorgen, nicht verstehend, dass ich gegangen bin, damit er seinen spass haben konnte. das richtige wort wäre folglich spasskatalysator. aber so weit kann man ja noch nicht denken, mit kater.

konversationen über alkohol. [#2]

"it wasn't such a good year", sage ich. "there were lots of good things, sure, but there was a lot of unecessary drama that created a constant background noise that ruined it all."
"you know what? next week, it's going to be a year since i stopped drinking", sagt er.
"it's funny that you say that, because most of that noise had to do with people drinking too much. either me, or them. it's so exciting for a while, the intensity of it, everthing seems so much more important. but eventually, it's just lame, the drama and the amnesia and the despair. "
"that's exactly why i quit drinking, actually. and then the noise stopped."

konversationen über alkohol. [#1]

"eine besorgungsfahrt", sagt der mann am anderen ende des taxifunkdiensts. "einmal zur tankstelle. niemand? will niemand?"
"passiert das öfter?" frage ich den taxifahrer.
"schon, das macht man für stammkunden." dann sagt er nichts, bis wir an der ampel vor der tankstelle am bunker stehen bleiben. "das sind meist traurigen gestalten, die einen nachts zur tankstelle fahren lassen. was man da alles erlebt..." er sagt nichts mehr.
"eine flascha mariacron, eine stange fairplay, die roten." sagt der mann am anderen ende des taxifunkdiensts.
"das ist typisch. billiger fusel, billige zigaretten", sagt er, und fährt an. "ich hatte einmal eine stammkundin", sagt er dann. "vor vielen jahren. die hat mich auch immer mariacron holen geschickt. sie war schauspielerin am ohnsorgtheater, haben sie das geguckt, als sie jung waren? vielleicht mit den eltern? sie hatte eine dauernde nebenrolle, als alte, schrullige. und jede nacht bestellte sie eine flasche mariacron. wenn man bei ihr ankam, war sie manchmal schon total duun und im bademantel. sie hat sich immer unendlich geschämt und hat immer wahnsinnig viel bezahlt, das hat sich gelohnt, für uns, damals, die fahrten. sie gab gerne mal sieben, acht mark trinkgeld, und rundete den fahrpreis immer auf."

Sonntag, 16. Dezember 2007

non-compliance.

habe im moment jeden abend die wahl zwischen schlaflos (viel zeit, nachts, dafür meist zeitig wach, und bis zur funktionslosigkeit übermüdet) oder todesähnlichen tiefschlaf, von elf an (zu wenig zeit, abends, morgens das weckerklingeln verschlafen, weil bis mindestens zehn bis zur funktionslosigkeit übermüdet). so ist das also, between a rock and a hard place.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

soundtrack. [#34]

"...was recorded in our hotel room at the hotel pacific, which we found out is where the beatles stayed on their last stint as gigging musicians in hamburg." [okkervil river - golden opportunities mixtape]

Mittwoch, 12. Dezember 2007

zitierfähig. [#173]

"aber du warst und bist ja per se immer mehr zirkus als sparkasse, so gesehen ist das bei dir wohl genetisch."

heute nachmittag habe ich endlich begriffen, warum der mann, der mir vor zwei jahren okkervil river ans herz gelegt hat, diese band so liebt.

"well, i'm a weak and lonely sort, though i'm not sailing just for sport. i've come to feel, out on the sea, these urgent lives press against me. i'm just a guest. i'm not a part, with my tender head, with my easy heart. these several years out on the sea have made me empty, cold, and clear. pour yourself into me. let fall your soft and swaying skirt. let fall your shoes. let fall your shirt. i'm not the lady-killing sort enough to hurt a girl in port."

i think i've got it sorted: i'm going to get myself deported.

"l.a. is the apocalypse: it's you and a bunch of parking lots. no one's going to save you; no one's looking out for you. it's the only city i know where that's the explicit premise of living there – that's the deal you make when you move to l.a.
the city, ironically, is emotionally authentic.

it says: no one loves you; you're the least important person in the room; get over it.
what matters is what you do there."

[bldgblog: greater los angeles]

thinking. [#304]

tell me, what is it you plan to do
with your one wild and precious life?

Dienstag, 11. Dezember 2007

happy birthday, damien.



heute feiert damien echols seinen dreiunddreissigsten geburtstag. er tut das noch immer in der supermax unit des varner prisons in grady, arkansas, on death row. am 19. märz 1994, vor fünftausend und fünfzehn tagen, wurde damien für eine tat, die er nicht begangen hat, zum tod durch lethal injection verurteilt.

auch in diesem jahr hoffe ich, dass dies damiens letzter geburtstag hinter gittern ist, und, zum ersten mal, in all den jahren, gibt es berechtigte hoffnung, dass dem tatsächlich endlich so sein könnte.

neue forensische beweise bezüglich der verletzungen von chris byers, michael moore und stevie branch widerlegen die theorie der staatsanwalt, dass die drei achtjährigen von damien, jason und jessie, den west memphis three, im rahmen eines satanistischen rituals getötet wurden.

bei dna-tests an mehreren hundert beweisstücken vom tatort wurde keinerlei genetisches material von damien, jessie und jason gefunden; stattdessen konnte ein haar, das in einem knoten der schnürsenkel mit denen michael moore gefesselt gefunden wurde, steve branchs stiefvater terry hobbs zugeordnet werden. dass es genau an diese stelle durch secondary transfer gekommen sein soll, erscheint unwahrscheinlich. ein weiteres haar vom tatort konnte david jacoby zugeordnet werden, einem freund terry hobbs, mit dem hobbs am tag des verschwindens der kinder zeit verbrachte.

somit deuten vierzehn jahre nach den morden mehr substantielle beweise auf andere täter, als auf damien, jessie und jason. mehr sollte es eigentlich nicht brauchen, um die drei endlich freizulassen, und doch ist der attorney general von arkansas, dustin mcdaniel, der ansicht, die richtigen männer seien hinter gittern.

arkansas muss ein seltsamer ort sein.

happy birthday, damien. i hope that next birthday of yours can and will be celebrated far away from arkansas.


[mehr dazu : wm3.org | blog | case introduction by burk sauls | die dokumentationen von bruce sinofsky und joe berlinger auf youtube: paradise lost & paradise lost revelations | video der pressekonferenz des damien echols legal defense team | es gibt keine tolle deutsche entsprechung von "please consider donating to damiens legal defense fund", zumindest fällt mir keine ein, so please do. alternativ kann man auch auf eine gitarre von the cure bieten. ansonsten wäre ein brief, ein altmodischer brief, an den (neuen) demokratischen governeur von arkansas, mike beebee, toll. sample letter und hinweise gibt es hier. photo by kathy bakken.]

Montag, 10. Dezember 2007

achtundvierzig jahre später.

“my philosophy is, this was always meant to be,” the bridegroom said a few days before. “this was the girl of my dreams, the girl i had on a pedestal when i was a young man.” he added, “it’s as if the greatest dream you ever had finally came true.”

[ny times weddings & celebrations: jeanne conway and douglas o’connor]

Sonntag, 9. Dezember 2007

"er malt nur selbstportraits, behaupte ich."

der letzte gedanke.

["ich weiss, wenn ich noch einmal behaupte, es wären alles selbstportraits, hab ich seine faust im auge."]

vintage fleece.

gestern abend garden state geguckt, mal wieder, mich (wie immer) über den schönen soundtrack gefreut, über die schlampige kamera geärgert (auch wie immer) und (und das ist neu) gefragt, ob das hoodie, das zach braff die meiste zeit anhat, wohl von j.crew ist. hmm, ja, so viel dazu.

[ansonsten phantasiere ich weiterhin von cashmerepullovern, klar.]

Freitag, 7. Dezember 2007

weihnachtstrauma, oder so. [#3]

und dann war da noch das weihnachtsfest, dass das fest der liebe war. in der nacht auf heiligabend malte er mir liebesliedercartoonrätsel auf einen block aus der indiedisko unserer jugend, wir cruisten über die a42, während arab strap 'don't ask me to dance' sangen, küssten uns in der sofaecke einer fabrikhallengroßraumdisko und schlichen auf einen stillgelegten hochofen, um auf die autobahnen herunterzugucken. und während er in richtung süden vom hochofen pinkelte, bewunderte ich, wie der stahlanstich bei thyssen den himmel im norden der stadt rot färbte, dachte an mordor und gezähmte biester und freute mich über die vermackte schönheit unserer gemeinsamen heimat. ich kratzte am zweiten weihnachtstag nachts um drei die scheiben des corsa frei, um mir an der theke der stammkneipe unserer jugend eine noch nie so gehörte liebeserklärung abzuholen, nach all den jahren, und später liebten wir uns, dauerlachend, auf unseren winterjacken, und die synthetikauslegeware verpasste uns trotzdem brandblasen. zwei tage später fuhren wir mit dem auto nach hamburg, die sportfreunde stiller sangen 'ein kompliment' im radio, wie sie es ein jahr zuvor auch schon mal gemacht hatten, und als er mich vor der haustür von p&o absetzte, klingelte sein handy. das tat es auch vier monate später, irgendwann weit nach mitternacht, als wir auf dem weg vom zoes, der in 'gegen die wand' verewigten st.paul-kneipe, zu seiner wohnung waren. er ging nicht dran, schaute nur kurz auf das display, drückte den anruf auf lautlos und steckte das telefon in seine jackentasche zurück, und diese kurze, routinierte handlung verpasste mir so viele flashbacks auf einmal, dass ich mich übergeben wollte oder weglaufen. aber ich blieb, zumindest für den abend, dabei war es vorbei, mit uns, weil es nie wirklich richtig wieder angefangen hatte. für ihn zumindest nicht. fest der liebe, my ass.

i want to start over, i want to be winning, way out of sync from the beginning.

"i wanna hurry home to you, put on a slow, dumb show for you and crack you up. so you can put a blue ribbon on my brain. god, i’m very, very frightening, i’ll overdo it." [#|the national - daytrotter session]

weihnachtstrauma, oder so. [#2]

und dann war das das weihnachtsfest kurz nachdem man meinem vater mit einem vierfachen koronaren bypass das leben gerettet hatte. er war in einer rehaklinik in bad oeynhausen, einer stadt, die voll ist mit rehakliniken für diverse krankheiten; einer stadt, die man weiträumig umfahren sollte, wenn man nicht patient einer solchen klinik ist. heiligabend verbrachten meine mutter, mein bruder und ich nach der arbeit in der buchhandlung mit vollgas auf der autobahn (mein bruder musste noch, für die zeitige flucht, bis 16 uhr einen mietwagen in bielefeld am bahnhof abholen, bielefeld ist übrigens gefühlte hundert kilometer von der a2-abfahrt 'bielefeld' entfernt, wir kamen um 16:05 uhr an), jugendherbergsmäßiges, herzgesundes abendessen gab es in der rehaklinik, und ab neun uhr war ich dann allein in meinem hotelzimmer im mercure hotel gegenüber des bad oeynhausener bahnhofs. ich hab dann mit zwei flaschen rigo flennend in der dusche gesessen. überhaupt war die familie a crying mess: mein vater litt (verständlicherweise) an post-operativer depression, meine mutter, die zwei monate non-stop gearbeitet hatte, begriff in der ruhe nach dem sturm, was da eigentlich alles fast passiert wäre (auch vollkommen verständlich), mein bruder zickte rum, wie immer, und ich versuchte, alles zusamenzuhalten, auch wie immer. als ich merkte, dass das nicht funktionierte, guckte ich viel fernsehen, im mercure hotel. schlafen konnte ich nicht, und so sah ich die ersten berichte über das erdbeben in indonesien, das den tsunami auslöste, live auf cnn.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

weihnachtstrauma, oder so. [#1]

am einzigen weihnachtsfest, auf das ich mich je wirklich gefreut habe (und vor dem ich wochenlang mit einem geschenke-für-alle-spreadsheet durch die stadt gehetzt war, um zeitig vor dem flug nach australien auch noch für die entferntesten verwandten des boyfriends mini-christstollen und german style christmas ornaments zu haben) musste ich im familiären ferienhaus an der new south waleschen südküste im wohnzimmer auf einer isomatte schlafen (denn co-sleeping tolerierte die familie auch nach drei jahren beziehung nicht) und an heiligabend das telefonat mit meinen eltern vorzeitig beenden (weil ich vor einsamkeit und heimweh nicht mehr weiterreden konnte). am ersten weihnachtstag bekam ich vom boyfriend dann ein geschenk, das mich wundern liess, welch bizarres bild von mir er sich in all der zeit zusammen eigentlich gemacht hatte (es war ein goldkettchen mit mondanhänger in ungefähr diesem stil). und trotzdem hab ich, es war ja weihnachten, die ganze zeit lieb gelächelt. ganz besonders natürlich, als während des christmas bbq bei den großeltern im holiday trailerpark ein känguruh vorbeikam, dass sich streicheln ließ.

linklove. [#55]

und sowieso und immer wieder: thumbscre.ws.

linklove. [#54]

paul ford: 100 ways to say i love you.

Montag, 3. Dezember 2007

the art of disappearing.

"when they say don’t i know you?
say no." [#|via]

superstar.



[besonders schön, und bei youtube natürlich nicht zu hören: ganz am ende des songs, das gemächliche thup-thup-thup der plattenspielernadel am ende der rille.]

Sonntag, 2. Dezember 2007

zitierfähig. [#172]

"ich muss auch endlich mal wieder das bett beziehen. du willst nicht wissen, wie ich diese woche geschlafen hab."
"rückfall in alte verhaltensweisen?"
"na, das ja sowieso, in jeder hinsicht."

Samstag, 1. Dezember 2007

soundtrack. [#32]

"i wanted you to sleep here to make this cold part of the bed warm again" [# | myspace]

nablopomo. [missed dates.]

07. seminar plus reise. | 24. besuch plus musik plus alkohol. | 26. reise plus musik plus alkohol.

[worüber ich im vergangenen monat nicht geschrieben habe: über die leeren iphone tüten, mit denen c. und ich am releasetag durch die stadt liefen. über die diversen verlinkungen des kinderzimmer interviews und darüber wie traurig es war, das interview zu führen, im kalten hamburger wohnzimmer. über das abschließen mit menschen und die erleichterung danach. über die großartigkeit einer vollkommen unethischen naturhaarbürste. über das löschen fast aller gespeicherten sms. überhaupt über das löschen und die sehnsucht, alles zu streamlinen, inklusive mich selbst. über konzerte, die man nur mit bestimmten menschen sehen will. über die unordnung. über tattoos und narben. über meine non-compliance. über das vermissen von p. und o. und m. über die großartigkeit von 'alles wieder offen' der neubauten. über nicht geschriebene myspace-messages an n. über die unsicherheit. über die schwierigkeit eines mixtapes ohne saddle creek songs. über das zweite anschauen von brokeback mountain. über das aufwachen. über momente die hängenbleiben und einen nie mehr los lassen. über freundschaft. über liebe. über den zweifel. über die rückkehr der an utopie grenzenden wunschträume. | alles übrigens dinge über die man, also ich, früher wohl was geschrieben hätte. it's a trend, methinks.]