Samstag, 31. Dezember 2005

what a year it has been. [lost my love, shed my skin.]

mal das jahr ausnutzen, bis zur letzten minute, und im wunderbaren kaffee burger in der nacht auf silvester verbrüdern und verschwestern und versacken und ohne stimme und mit mehr screwdrivers in my system als ich in den letzten zehn jahren zusammengenommen getrunken habe in den schnee hinausfallen, so um 8am. wunderbar. the susa & caro show - reaching new levels of bizarreness, intimacy and craziness.

das ist alles sehr gut so, hier und überhaupt. vorgestern sass ich am späten vormittag in der u1 richtung warschauerstrasse, david judson clemmons im ohr, schnee draussen, und ich gehörte genau da hin, in dem moment und überhaupt, berlin, seltsam ist das und schön, denn sonst fühl ich mich ja nie irgendwo so richtig zuhause. mit alex durch die stadt gelaufen, gestern, touristenkram, zum ersten mal seit jahren, und mir wurde klar, dass ich berlin vor allem deswegen mag, weil es nicht versucht gemocht zu werden. was zum abgucken von berlin.

ansonsten voll und immer wieder im jahresrückschaumode, meist unsentimental (review 2005), denn fucking hell, so viel ich ja auch jammer, und so sehr das alles immer mal wieder einbricht [so wie gestern abend, für die halbe minute, unmöglichster ort für diese publikation mit dieser handschrift auf dem cover, das kaffee burger, aber echt jetzt, und so wie jetzt gerade, als das email von meinem australischen ex kam, dass er seit 5 tagen verlobt ist und im mai heiratet], dieses jahr war abgefuckt gut. absolut rockig. vor einem jahr sass ich mit jemandem, mit dem ich seit zehn monaten keinen kontakt mehr habe, im haus meiner eltern und stritt mich und zwar nonstop. ichwar nicht glücklich, gar nicht glücklich, und heute bin ich das, in susa's wohnung sitzend, immer noch ohne stimme, immer noch verkatert, noch ungeschminkt, draussen schon silvesterknaller, gerade kam von jemandem den ich heut vor einem jahr nur aus der ferne kannte eine sms mit dem text liebe, sex & zärtlichkeit. you rock!, auf die ich selber! geantwortet habe, und roman singt 'i found love' auf repeat. hab ich zwar nicht, nicht the romantic kind, zumindest, aber das kommt ja vielleicht noch oder auch nicht, oder wasauchimmer, das ist nicht das wichtigste im moment, absolut nicht das wichtigste. denn das wichtigste ist der moment selbst. momente wie gestern über tag, mit alex auf dem reichtstag stehend, während die sonne unterging, wie gestern nacht, mit susa tanzend und singend und mit frank und mit der restbegleitung und wie heute morgen, der schnee und das licht und die dächer von berlin, und wie überhaupt so viele momente gross und wichtig waren dieses jahr.

wenn das so weitergeht, mit den veränderungen und den chancen und den menschen und dem rockigen und dem wilden, dann wird 2006 spannend. danke.

parole: mehr. von allem. immer her damit.

[jahresendstatistik, franziskriptstyle. abgenommen. haare noch länger. sichtigkeit gleich geblieben. viel mehr ausgegeben. das da im frühjahr. das gefährlichste vielleicht auch. den besten sex gabs erst sehr ganz extrem vor kurzem. alle konzerttickets zusammen. thai. eternal sunshine of the spotless mind. helmut kraussers tagebücher. metric - poster of a girl. metric, eurockeennes belfort, monsters of spex, kuttner on ice und die stars. mit mir selbst. mit susa. hate to sleep alone. an das liebesding geglaubt, für eine kleine weile nur. konzertbesuche. den vielen lärm um nichts, die kleinen emodramen, und sonst nichts, denn das passte ja am ende dann doch so alles. dass es einfach wäre, wenn er aufhören würde, es kompliziert zu machen. hemmungslose ehrlichkeit. ungezählte gb an musik (danke, m.) und so zwischenmenschliches: zuhören &, ratschläge, die ich nicht hören wollte. "ich lass dich nie wieder weg." & "what a loser." ich sag öfter mal schöne sätze, und ich mochte den mit den schuhen und dem knutschen mit zunge ganz gern, so wie ich überhaupt säzte mit knutschen gerne mag. mit einem wort: rockig.]

Freitag, 30. Dezember 2005

thinking. [#73]

über dem schnee von berlin schwebend.

Donnerstag, 29. Dezember 2005

zitierfähig. [#30]

"is the correct word really 'mailbox'? that sounds so..so... email."

it's the lame ones who call.

david judson clemmons. david judson clemmons. david judson clemmons. berlins depressivste dreierbeziehung. [twothirds of.]
sind wir schön früh da, an einem mittwoch abend, in kreuzberg, in der madonna bar, gerade erst in berlin angekommen, rein in die extravaganzen. und david judson clemmons macht schon mal soundcheck, allein auf der minibühne im eck. hallo david judson clemmons. die madonna bar ist klein und zugig, der mann hinter der theke ist der, mit dem ich gestern telefoniert habe, um nachzufragen, ob das hier heute abend wirklich stattfindet, und dann erstmal bier trinken und in berlin ankommen, so vom kopf her, und frank kommt dann auch irgendwann endlich, und ein klein wenig später kommen all die locals, und dann ist die bar voll, und david judson clemmons, hübsch anzusehen in einem alten verlotterten fields of the nephilim t-shirt, fängt an zu singen, mit dieser seinen wahnsinnigen stimme, und dann bricht er mir das herz. wieder. und wieder. und wieder. und wieder. und wieder, und hört gar nicht mehr auf damit. now that we've come together. irgendwann, nach einer stunde oder so, da denke ich, dass ich kein englisch mehr können will, und nicht mehr verstehen mag, was der herr da singt, overidentification galore, und kurz nachdem ich das gedacht habe, sagt susa "ich wünschte, ich könnte kein englisch mehr verstehen." irgendwann mittendrin entscheide ich, dass das jetzt ein guter moment ist, mal ein paar nummern aus dem handy zu löschen, so zum selbstschutz, und das mach ich dann auch, nur keine dummen, nutzlosen sms schicken oder gar anrufen, it's the lame ones who call, und so sitzen wir da, zu dritt, frank mal wieder so halbamüsiert über die beiden flennenden frauen an seiner seite, die depressivste dreierbeziehung von berlin, ha, und es ist furchtbar und wunderbar und schrecklich und schön. irgendwann macht der herr djc eine pause, und ich reiss mich aus der lähmung und sag ihm, wie schlimm das ist, was er da macht, schlimm was das herzensbrechen angeht, und überhaupt viel zu schön, und frag ihn, ob das wohl immer so gut funktioniert, mit den frauen und dem singen und so, und das findet er nicht so schlecht zu hören, glaub ich, und er singt nach der pause noch was besonders schlimmes, so mit widmung und so. die wirkung von david judson clemmons nur mit einer gitarre und nem micro ist ungefähr wohl so, wie ich mir die wirkung von trent reznor nur mit klavier und synthie vorstelle. als er fertig ist mit dem singen und dem herzensbrechen und so, da ist es ein uhr, bahnen fahren jetzt eh nicht mehr und ich brauche dringend spirits, in mehr als einem sinn, also versacken wir mal noch ein bisschen, sind ja schon locals hier, so halb, erzählen wir die geschichte der nacht im mai, in der ich das erste mal 'caucasia' gehört habe, und was von der nacht übrig geblieben ist, nämlich susa, und der frank auch, und von den beiden cds, die frank voll high letzte woche die paar meter vom knaack in den magnet rübergeschleppt hat, und überhaupt, und berlinpläne kann man schon mal um ein paar tage verschieben im kopf, denn das muss ich mir dann doch noch mal antun, und das schreibt man mit c und i und ohne e, and that's the number to go with it, und was waren eigentlich deine drei highlights des jahres 2005? nach drei dann raus in den schnee fallen, in den fallenden schnee, und ein taxi erjagen und das gepäck am zoo, und dann nach steglitz, kleine stadtrundfahrt noch, nein werfen wir mal keinen molotow cocktail da oben hin auf den balkon mit dem metallgitter, aber wie lustig, wir beide im taxi, susa und ich, hier, heute, ha, und dann endlich da, und hoch in die wohnung durch schnee ohne fussspuren und ins bett fallen und von mehr schnee träumen, dazu david judson clemmons stimme als soundtrack. die 'band' also nur im kopf und im ohr mit nach hause genommen. vollkommen ausreichend, aber echt jetzt.

Mittwoch, 28. Dezember 2005

mysterien des alltags. [#3]

wie kann es eigentlich sein, dass man als gesunder, junger, multimedialvernetzer mann anfang dreissig seit jahren in england lebt und trotzdem weder art brut, noch maximo park und noch die futureheads kennt? wie kann es eigentlich sein, dass dieser mann mein bruder ist?

Dienstag, 27. Dezember 2005

nein, denn dann wäre das leben ja zu einfach.

"bist du eigentlich verliebt?", fragt ein bekannter meiner eltern am telefon. "weiss nicht so recht, so ein bisschen," antworte ich. "wann kommst das nächste mal vorbei, helmut, anfang februar? dann kann ich dir vielleicht ein bisschen was mehr sagen." meine mutter hört das, und weil ich schon wieder mal jemandem mehr erzähle als ihr, da kommt sie zu mir, mit besorgtem blick. ob ich vielleicht lesbisch sei. und mit susa zusammen. woher wir uns überhaupt kennen würden, susa und ich. und susa sei ja auch schon so alt. wär ja auch nicht schlimm, wenn dem so wäre. seltsam, ja, aber nicht schlimm. als erstes will ich eigentlich sagen, "mutter, nee, bin ich nicht, aber good lord, wär das schön einfach!", stattdessen erst mal fünf minuten unkontrolliertes lachen, unter dem erschrocken blick meiner mutter. kurze überlegung, ihr von den eskapaden der letzten monaten zu erzählen, oder davon, wie susa und ich uns kennengelernt haben, oder so überhaupt von allem. sekundenschnelle entscheidung dagegen, es muss andere wege geben, sie von meiner heterosexualität zu überzeugen. also erstmal fünf minuten lang variationen von "mutter, ich steh auf jungs!"/"susa steht auf jungs!"/"wir stehen sogar auf die gleichen jungs!" , und dass susa geradejasoundüberhaupt, und dazu zeige ich ihr probehalber photos des letzten aufrisses, so zur beruhigung. sie meint, er sähe aus wie m., was ja sowas von gar nicht der fall ist, denn dieser herr hat eine andere hautfarbe, andere haarfarbe, andere gesichtsform, alles anders, aber egal, mutter meint, wenn ich schon nicht lesbisch sei, so hätte ich doch offensichtlich 'einen typ' wenn es um männer geht. ach, mutter. das leben wäre ja echt einfacher, wenn ich auf mädchen stehen würde, insbesonders auf susa, und wenn ich nicht sowas von total heterosexuell wäre und diesen hang zu jungs hinter instrumenten hätte.
aber ich steh ja nicht nur sowas von gar nicht auf mädchen, sondern auch noch sowas von gar nicht auf einfach, so generell. wär ja auch langweilig. ha.

blogeintrag, nichtzuschreibend. [#7]

'sorry, ich mag dich zwar immer noch nicht, michel friedman, aber ich muss feststellen, dass du wohl doch recht hast, was versteckten antisemitismus in deutschland angeht' oder 'eine kurze erzählung vom zweiten weihnachtstag, an dem meine tante, kurz nachdem sie erfuhr, dass die neue freundin meines bruders jüdischen glaubens sei, kommentierte, dass ihr ohnehin schon den ganzen tag aufgefallen sei, dass die neue freundin meines bruders 'eine jüdische nase und eine jüdische haut' habe'. [auch: some parts of my family, they're not just dumb, they're stupid.]

blogeintrag, nichtzuschreibend. [#6]

'über paulo coelho's 'elf minuten', das schlechteste buch, das ich 2005 gelesen habe' 'oder was ist los im diogenes lektorat, dass bei denen neuerdings so ekelhaft viel pseudo-spirituelle dirty old man kacke mit unglaublich unrealistischen beschreibungen von frauen mitte zwanzig verlegt wird?' [inklusive abhandlung über den vollkommen überbewerten 'lila, lila' schund von martin suter.]

thinking. [#72]

kein hoax, wie unglaublich: dialling under the influence.

Samstag, 24. Dezember 2005

lagebericht: heiligabend.

hats.
gläser prosecco: drei.
zeitpunkt des weihnachtsoutfitkaufs: 12:00pm.
zeitpunkt des letzten weihnachtsgeschenkkaufs: 12:45am.
zahl der weihnachtsoutfitskleidungsstücke, die schwarz sind: zwei von drei.
musik zu der die eltern den weihnachtsbaum geschmückt haben: sufjan stevens.
verwechslungen des names der neuen freundin meines bruders ('vanessa') mir dem der ex-freundin meines bruders ('maike') in abwesenheit der neuen freundin: drei.
verwechslungen des names der neuen freundin meines bruders ('vanessa') mir dem der ex-freundin meines bruders ('maike') in anwesenheit der neuen freundin: null. [kommt ja auch erst heute abend an.]
fragen nach studium & beziehungsstatus: fünf. [total manageable.]
familienstreitigkeiten: null.
laune: erschreckend gut.
status: kann schon so weitergehen.

idylle. [missing freiburg.]

konviktstrasse.

Freitag, 23. Dezember 2005

christmas spirit, et. al.

have yourself a merry little christmas | let your heart be light | from now on our troubles | will be out of sight.

have yourself a merry little christmas | make the yule-tide gay | from now on our troubles | will be miles away.

here we are as in olden days | happy golden days of yore | faithful friends who are dear to us | gather near to us once more.

through the years | we all will be together | if the fates allow | hang a shining star | on the highest bough | and have yourself a merry little christmas now.

parallel universe.

ich stehe in begleitung auf dem weihnachtsmarkt, zum ersten und einzigen mal in diesem jahr glühweintrinken, als mein telefon klingelt. schon wieder störung, wie ärgerlich, wir sind doch gerade erst unterbrochen worden, so in real life, von p, dem whimpster, der mir vor monaten nach einem konzert im jos fritz mitten im gespräch weggerannt ist, morgens um 3am, und den ich seitdem nicht gesehen und heute auf den ersten blick noch nicht mal erkannt habe. aber mal aufs handy gucken, wer das ist, unglaublich, da steht karsten mobil. karsten ist mein allererster freund, vor meinem halben leben, ganz am anfang der neunziger, da waren wir ein pärchen, und zusammen im kanuclub. er der hübschete junge von allen, keanu reeves lookalike, unser erstes date im kino bei 'pretty woman', auf dem rückweg davon von der polizei angehalten, weil ich auf dem gepäckträger seines fahrrads mitgefahren war. das war süss, damals, und harmlos und gut, ein paar monate lang, keine prägende beziehung, die kamen später, dafür waren wir beide zu jung, dafür war das zu viel händchenhalten, zu wenig sonstwas, aber das war schon gut so alles. wir hören ab und zu voneinander, der einzige exfreund, mit dem ich wirklich regelmäßig kontakt habe, was das nur wieder über mich und meine crappy beziehungen aussagt, er ist der einzige exfreund, der mich jedes jahr an meinem geburtstag anruft. seinen geburtstag vergesse ich auch nie, und das liegt nicht nur daran, dass er genau zwei monate nach mir geburtstag hat. vor etwas mehr als einem jahr, als mein vater krank war, und ich deswegen zu hause, da haben wir uns getroffen, zum ersten mal seit jahren, zum ersten mal, seitdem er verheiratet ist. er hat die übernächste freundin nach mir geheiratet, neun jahre war er vorher mit ihr zusammen. riesenhochzeit, so kirchlich und mit familie und mit selbst- und gegenseitig geschmiedeten eheringen. im juni, als er zu meinem geburtstag anrief, da sagte er, dass sie schwanger seien, in der neunten oder zehnten woche erst, und dass sie schon wüssten, dass es zwillinge würden, und da habe ich mich ganz ernsthaft für sie beide gefreut, dabei kenn ich seine frau noch nicht mal. die kinder wurden übrigens am ersten abend des tauchurlaubs in ägypten gezeugt, übrigens, im ersten monat, in dem sie es versucht haben. geht das eigentlich noch perfekter? seitdem hatten wir nichts voneinander gehört, seinen dreissigsten geburtstag wollte er ignoriert wissen, deswegen habe ich mich da auch nicht gemeldet, und ich hatte ein paar mal darüber nachgedacht, die letzten wochen, wann denn wohl die zwillinge auf die welt kommen würden. und dann klingelt das handy am dienstag abend, in der woche vor weihnachten, und er ruft an. auf dem heimweg ist er, im auto, und nein, die kinder sind noch nicht da, aber es werden zwei mädchen, die namen stehen schon fest, wer welchen bekommt auch, es kann, es wird jeden tag soweit sein. dann redet er mit mir über den cervix seiner frau, die fast nur noch rumliegt, zu hause, vor erschöpfung, aber 35 wochen plus natürliche geburt, das ist doch toll bei erstgebärenden mit zwillingen, dazu noch mit dem zierlichen körperbau! die drei wochen bettruhe im krankenhaus wegen frühwehen hat sie auch gut hinter sich gebracht. ich frage ihn, ob er angst hat. hat er nicht, sagt er. ich rede mit meinem ersten freund über seine bald zu gebärenden kinder, und klar, freu ich mich für ihn, aber ich finde es gleichzeitig extrem surreal. wir legen auf, nachdem ich versprochen habe, einen glühwein für ihn mitzutrinken, un er versprochen hat, ein mail zu schicken, plus bild, wenn die mädels da sind, und ich lächel, klar doch, und bin gleichzeitig auch im schock. mein leben findet in einem anderen universum als seinem statt, ganz offensichtlich. in meinem universum ist niemand so wirklich und herkömmlich erwachsen, ich schon gar nicht, verantwortung trag ich nur für mich, und ich versacke am wochenende schon mal gerne mit bands in fünfsternehotels und trinke alkohol als sei ich sechzehn und komasaufen mein liebstes hobby. klar, ich mag das alles was ich veranstalte, sehr sogar, aber der kontrast zu dem, was er so tut, zu der perfektion mit der er dieses vorbildliche leben führt, ist einfach ein bisschen viel an diesem dienstag abend, an dem die beule auf meiner stirn vom vombettausgegendennachttischschlagen gerade so richtig schön blau wird und ich ohnehin schon bei glühwein #2. oh je. irgendwo, ganz ganz tief drin, da ist ein kleiner funken neid, ob der perfektion und der leichtigkeit und der zuverlässigkeit, die er da in seinem leben hat, mein erster freund, dabei kann ich mir ein leben wie seins, sein leben, doch auch so gar nicht vorstellen, für mich. er wohnt immer noch in unserer heimatstadt, wo ich nach drei tagen wahnsinnig werde. sie haben ein haus in der nähe ihrer eltern, er ist handwerksmeister in seinem beruf, sie ist selbständig, von zu hause aus, er fährt einen volvo kombi und immer noch kanu und sie klettern gemeinsam. könnte ich so sein, wäre ich so geworden, hätte ich sie sein können, wenn wir uns ein bisschen später begegnet wären, der erste freund und ich? ich wäre nie in australien gewesen, ich hätte vielleicht woanders studiert, wenn überhaupt. wer wäre ich dann? sicher nicht ich. zwar auch nicht sie, denn ich hätte das mit den zwillingen ja sowas von gar nicht hingekriegt, aber wer wäre ich denn dann? alles sehr creepy. parallel universe. und trotzdem freu ich mich für ihn, und für sie, und für ihre perfektion. in meinem universum allerdings, da habe ich erst mal die konzerttickets für die nächsten monate organisiert. art brut. [weil aller guten dinge sind ja zwei. ahem.]

just a series of blurs, like i never occured.

[in the morning i fled | left a note and it read | 'someday you will be loved'
i cannot pretend that i felt any regret | 'cause each broken heart will eventually mend | as the blood runs red down the needle and thread | someday you will be loved
you'll be loved you'll be loved | like you never have known | the memories of me | will seem more like bad dreams | just a series of blurs | like i never occurred | someday you will be loved]

und vielleicht muss das ja so sein, dass man direkt nachdem man selbst gerade mal so ein bisschen das herz gebrochen gekriegt hat, mal auf genau der anderen seite ist. dass man selbst plötzlich die daueranrufe im fünfminutentakt kriegt, an die man nicht drangeht, weil man weiss wer da am anderen ende ist, und weil das anstrengend werden könnte und zu viel emo und überhaupt, weil es nervt. vielleicht muss das sein, dass man mal merkt wie das ist, wenn man das, was einem da entgegengebracht wird, egal wieviel sympathie man ja doch so haben mag, einfach nicht ausreichend erwidern kann und will, und sich wundert, warum zur hölle der andere gemeint hat, man sei boyfriend & girlfriend, wo man doch immer gesagt hat, dass man gerade das nicht will und kann im moment und in den nächsten monaten und überhaupt auch nie von verliebtheit geredet hat. kein schlechter erkenntnisgewinn, so, lieber spät als nie, blablabla.

fühlt sich übrigens auch nicht besonders toll an, diese seite.

Donnerstag, 22. Dezember 2005

xanadu or shangri-la

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hardcore saddle creek phase dieser tage, hatten wir doch mehrfach dieses jahr, immer wieder lebensrettend und erbaulich und schön und dieser tage vorallem letzteres. nicht aufhören mit dem ins ohr singen, lieber tim, dank der repeatone funktion von itunes hast du eh keine chance.

ich frag mich, ob es mittlerweile wohl pauschalreisen nach omaha, nebraska gibt. hop on-hop off indie-music-lover bus tours entlang der saddle creek road. kleingruppenführung durch den 'antiquarium' plattenladen am historic market bei der alle teilnehmer das unverkäufliche original artwork zu 'letting off the happiness' mal anfassen dürfen. abendliche gruppenpubcrawls [underwood bar, darkroom gallery, café kilgore] zum spotting der herren oberst, kasher, knapp und mogis.

[and i don't know where you are | i guess i haven't looked too hard | 'cause i'm afraid that i might find you | is it special where you are | a xanadu or shangri-la | is it anything like omaha?]

zitierfähig. [#29]

"...who NME would later say looks like 'he should be in interpol'... "

Mittwoch, 21. Dezember 2005

why 2006 will rock. [#1]

ach, ach, wer spielt denn da am 19. januar in der kaserne in basel? hach!

i like to wait to see how things turn out if you apply some pressure.

kuttner on ice. [taken by thomas mellenthin.]
die columbiahalle ist viel kleiner, als ich so befürchtet hatte. kuttner on ice. früh da sein, überall teenager in schwarzroten ringelshirts, wie süss, aber früh da sein ist gut und wichtig, wegen projekt 'front row'. kein problem alles, gar nichts, und dann in guter begleitung vor der bühne stehen, bier für vier euro each trinken und beobachten, wie auf der bühne die menschen des gestrigen abends ihre instrumente richten, slightly bizarre. die halle füllt sich langsam und als sie dann voll ist kommt sarah kuttner auf die bühne, ich mag sie ja eigentlich nicht so besonders gern im fernsehen, ever since diesem grand prix vorentscheid, aber oh my, die frau kann ja charming sein, und richtig süss noch dazu. schon gleich mal was gelernt, schön. als erstes also the good life. ob das so gute musik ist um so einen abend zu eröffnen sei mal dahingestellt, ist ja nicht so zugänglich aufs erste hören, tim kashers singer/songwriter zeug, aber ich finds wunderbar, und zwar nicht nur wegen des abends vorher, sondern weil meine zuneigung zu the good life und cursive kein kleiner teil meiner fast ein jahr alten saddle creek verknalltheit ist. roger an den drums ist genauso funky wie er zu interpol tanzt, gleiches gilt für mike an den bongos und der videokamera, und stef ist natürlich eine heisse bassistin und ryan spielt schöne gitarren und über tim kasher und seine gitarre und das rote keyboard kann ich nichts sagen, dass sich nicht schrecklich verknallt anhört, denn das bin ich, natürlich, und das soll im laufe des abends und im laufe der nacht noch schlimmer werden. bisschen mitsingen und mitwippen und das wirken lassen, youdoyoudoyoudoyoudoyoudo, und susa steht neben mir, als sie anfangen, 'a new friend' zu singen, und sie ist es, die anfängt, mit den tränen in den augen, und wir gucken uns an und verstehen es und uns und alles, und dreissig sekunden später schluchzen wir beide elendig. das was tim kasher da singt sagt alles, konzentriert unser kollektivgefühl, und das macht er nicht nur mit den lyrics, sondern auch mit der resignation, mit der er dieses lied singt, mit 'but if you ever change your mind', mit dieser mitschwingen selbstaufgabe, selbstverleugnung, mit dieser fiesen, nicht so richtig weggehenden hoffnung auf eine fortsetzung, weil es ja gar keinen richtigen abschluss gab. und darüber, dass er friend singt, nicht lover oder boyfriend oder girlfriend und was das heisst, da könnte ich ein essay schreiben. susa und ich stehen da also in der ersten reihe und weinen, und zwar so richtig, und als der song vorbei ist wischen wir uns gegenseitig die mascarastreifen von den wangen und lachen und alles ist wieder gut. die menschen um uns rum denken wir wären bipolar, weil wir zwei minuten später schon wieder glücklich sind, egal, echt egal, so ist das leben halt, high highs, low lows. und i believe in symmetry. anderes highlowlight, natürlich, 'album of the year'. and i know she loved me then, i swear to god she did | the way she'd bite my lower lip and push her hips against my hips and dig her nails so deep into my skin. hmmmmm, ja, bitte. and then we laughed until it didn't hurt. ausserdem mal winken, so voll peinlich, und zurückgewunken bekommen, fangirltum, galore.
the good life. [ryan & stef.] [taken by thomas mellenthin.]
nach the good life kommen the coral. the coral stehen mit gefühlten zwanzig menschen auf der bühne, davon sitzt einer vor sieben keyboards, das ist ja fein, aber davon abgesehen ist das elendig lahm, und unglücklicherweise ist der frontmann der unattraktivste der gefühlten zwanzig bandmitglieder und insgesamt ist das alles psychedelischer, unspannender retrotrash. wenn ich the doors hören will, was selten genug vorkommt, dann höre ich mir the doors an, nicht the coral. laaaaaaangweilig. next, please. susa ist derweil nach hinten gerutscht, wegen des knies, und näher am bier ist sie dann auch, und so stehen melle, seine wunderbare begleitung und christoph und ich jetzt da vorne in der ersten reihe, zwischen lauter teenies, während nora tschirner so tut, als würde sie musik auflegen, obwohl das in wirklichkeit zwei typen machen, sehr lahm und peinlich. derweil müssen arme mtv sklaven aufgaben erledigen und sarah kuttner wirft immer mal wieder magnum minis in die menge. und dann passiert art brut. good lord. da denkt man, man sei abgehärtet, und dann kommt diese band. ich mochte das album ja schon sehr, wirklich jetzt, fand das beizeiten aber ein bisschen anstrengend zum zu hause hören, aber ein zwei songs zum tanzen - immer wieder gerne. was dann passiert, ist, well, abgefuckt geil, und es passiert wie so eine grosse welle, vollkommen unerwartet und aus dem nichts heraus überrollt sie dich. eddie argos ist wahnsinnig, wirklich wahnsinnig, größenwahnsinnig, exaltiert, wunderbar, prowling over the stage. ian, einer der gitarristen, spielt, als sei es 1985. freddie, die etwas mütterlich aussehende bassistin, ist extrem energetisch. jasper, der andere gitarrist ist eine coole sau, aber eigentlich ist das zentrum dieser band, wenn man den herrn argos mal aussen vor lässt, mikey b, der blonde beanzugte drummer. selten, nein nie, so einen drummer gesehen, dabei habe ich doch gerade erst steve bond von chikinki spielen gesehen. mikey b. steht die ganze zeit, wie wild ist das denn, und bei gott, was macht der da, mit den drums? heiss. wirklich jetzt. absolut heiss. was für ein typ. eigentlich guckt man ihn an, oder herrn argos, der es nach fünf minuten geschafft hat, dass der crowd schwitzend hüpft und 'maximo park - top of the pops' gröhlt. respekt. vor jedem neuen song fragt herr argos 'are you ready art brut?', als wenn er truppen kommandiert, sehr geil, und dann hauen sie rein, alle. und wie sie das tun. das geht so weiter, bis sie das ganze album einmal runtergespielt haben, ungefähr. ich habe eine dieser konzert epiphanies, bei denen ich ein lied mitten im konzert zum ersten mal kapiere; diesmal ist es 'rusted guns of milan'. ach, DARUM geht es? 'i know i can, i know i can, i know i can.' wunderbar. 'one more try with me above you.' das geht ein bisschen zu schnell vorbei, das was art brut da machen, aber es ist eine glückliche, schwitzige, lustige dreiviertel stunde oder stunde oder sonstwas, und meine güte, als der hübsche drummer seine drumsticks am ende des konzert ins publikum schleudert und herr argos seinen hut wieder aufsetzt, da weiss ich, dass ich diese band so schnell wie möglich noch mal angucken muss. und dann noch ein bischen warten, noch mehr bier, noch mal sarah kuttner auf der bühne, und dann kommen die herren maximo park, und wie sie kommen, oh ja. alles schon mal erlebt, im august, deswegen einigermassen vorbereitet, aber bei gott, das schmälert die wirkung dieser band nicht. paul smith ist paul smith, exaltiert, süss, kickend, hüpfend, springend, schlagend, ach ja, und singend. ich hatte vergessen, dass er so sexy in seinen engen hosen mit den hüften wackelt, unglaublich. lukas wooler steht direkt vor mir und macht wieder diese ninjaschläge auf das keyboard mit einem gesichtsausdruck, als sei er angestrengt masturbatorisch beschäftigt. den rest der band nehme ich mal wieder nicht wahr, naja, denn ich kann nun mal nicht an paul smith vorbeigucken, wie denn auch. hach. während der ersten drei songs sind vorne im graben photographen, warum nur hab ich die kamera nicht dabei, und bestimmt drei von ihnen photographieren mich, lächelnd und hüpfend und mitschreiend, na, wunderbar. ich stelle im übrigen fest, dass ich paul smith liebe, in seinem anzug, so rumzappelnd, mit so wunderbarem akzent, und mit den goldigsten zwischendensongs ansagen seit epo-555. es ist das letzte konzert des jahres für die herren, und was für ein jahr das für sie gewesen sein muss, und sie scheinen glücklich über den enthusiasmus, der ihnen entgegengebracht wird. leider sind die herren nicht mit dem sound zufrieden, immer wieder bellen herr smith und herr wooler dem monitoring typen auf der bühne änderungswünsche zu, das ist schade. sie rocken so durch die songs durch, die herren, diese wunderbaren songs, die mich durch diesen sommer und herbst und winter begleitet haben, die ich zum ersten mal gehört hab, während ich halbnackt in gesellschaft an einem heissen samstagmorgen auf meinem balkon gesessen habe, aber daran denk ich in dem moment nicht, bin zu beschäftigt, denn es gibt alles, und es will gehupft werden, und geschrien. 'signal & sign', 'apply some pressure', 'graffiti', 'i want you to stay', 'limassol', 'the coast is always changing', 'once a glimpse', 'kiss you better' und dann auch noch das neue zeug, 'life in reverse' und co. irgendwann, bei irgendeinem song denke ich, dass *dieser* song mein anderer song des abends neben 'a new friend' ist, aber ich vergesse, wann das ist, vielleicht bei 'the coast is always changing', denn 'i am young, and i am lost', sowieso, oder doch 'i want you to stay' wegen der kräne, oder 'postcard of a painting' wegen 'i didn't even check the spelling', oder 'kiss you better' oder eben gerade doch 'the night i lost my head'. oder sonstwas. ach was: wahrscheinlich denke ich das bei all diesen songs. overidentification, galore, verstärkt noch durch die goldigen einleitenden sätze von herrn smith. hach. die zeit vergeht zu schnell, und am ende gibt es 'going missing', das, natürlich, mein dritter song des abends ist, wie erwartet, wie könnte er es auch nicht sein.
maximo park. [paul smith & lukas wooler.] [taken by thomas mellenthin.]
und dann ist es vorbei, das publikum will mehr, aber mehr gibt es nicht, ab jetzt gibts disco, und ich geh susa suchen und finden, wir sind beide vollkommen hyper und froh, und dann beginnt der rest des abends. da sind zuerst einhändige bh-öffnungsversuche, die scheitern, so wie es sich gehört. es gibt tanzen und bier und teenager, die am saucoolen herrn argos hängen und tanzen mit r. und e. und j., viel tanzen. und es gibt dann tatsächlich bier, backstage von herrn s. gereicht, ausgerechnet von herrn s., der sehr schlank ist und hübsch und zart und einen trucker hat trägt, wie seltsam, aus dem die beiden löckchen rausschauen, immer noch perfekt. da ist auch herr w., der auch emily haines mag, natürlich, und sie irgendwo auf einem festival in frankreich gesehen hat dieses jahr, den sound heute abend scheisse fand, und nicht über keyboards reden mag und sowieso sehr jung ist und von dem ich eine abfuhr kassiere. so be it. es gibt extrem alkoholisierte menschen, sehr viele davon, unter blauem licht auf total rutschigem boden. es gibt menschen, die ich nicht wirklich kenne, die ich aber im ersten impuls grüssen will, wie irritierend, es gibt mitarbeiter von fernsehsendern, die aus bandgarderobenminibars dosenweise red bull mitgehen lassen [kann man ja auch nicht bezahlen, so als praktikant] und es gibt shakira t-shirt tausch zwischen einem menschen, der schon bei top of the pops war und dem schnuckigen jungen aus dem magnet. mir wird ein gutriechender schal geschenkt, den jemand auf der treppe zum vip-bereich verloren hat und es gibt mehr alkohol und red bull und noch mehr alkohol, und tanzen, und irritierend hübsche beanzugte blonde männer mit wahnsinnigen blauen augen. die eigentliche party stirbt dann irgendwann währenddessen, ganz plötzlich, sehr seltsam, und irgendwann ist aufbruch, wohin geht der abend denn nun, schauen wir mal, treiben lassen, ich hab plötzlich ein tambourine in susa's tasche dabei, vereiste strassen, sarah kuttner fährt auch nach hause, es werden taxis bestellt, man redet über middle names und lieblingsalben und da ist ja auch noch berlin bei nacht. da sind fische im dunkeln, man läuft zu laut, zu lachend und randalierend durch gänge, und nun plündert man selbst minibars. später liegt ein knappes dutzend leuten auf einem bett; trinken und reden über musik und 'eternal sunshine of the spotless mind' und immer mehr und mehr trinken und essentielle dinge lehren, einhändiges champagner flaschen öffnen, zum beispiel, und direkt im anschluss daran lernen, dass red bull mit jedem alkohol zu mischen ist. all das passiert in einem zeitraumvakuum, es ist egal, total egal, heute, morgen, uhrzeit, irgendwann. hauptsache: jetzt. die party vergrössert sich von selbst, ach, du bist das, komm, reden wir germish, wo hab ich noch von dir gelesen, diesen sommer? (heute festgestellt: im grottigen musik express) und girl alliances bilden gegen die echten groupies, und auf betten hopsen und jemandem stiefel ausziehen und rosa socken entdecken. und überhaupt: treiben lassen als konzept. in kleiner werdender, ruhiger werdender runde ans headboard lehnen, das hier bedeuten mir deine songs, und doch willst du das doch gar nicht hören, weil dabei ist dann abstand. du willst auch nicht hören, dass du gut bist, sagt mir jemand, der dich länger kennt, auf deutsch, und ich merke, während wir da loungen, zu sechst oder zu acht noch, dass ich mich in dich verlieben könnte, und zwar total und rettunglos und komplett, wenn das nicht so absurd wäre, so absolut absurd und nutz- und sinnlos und irrational. ein mann wie du, nein du, der könnte es sein, wirklich jetzt, das sagt mein bauch. wie irre ist das denn? irgendwann ist die minibar leer, so gegen halb sieben, der beanzugte mann mit den wildesten blauen augen ever liegt dekorativ quer übers bett verteilt, und die fische schlafen oder träumen oder schwimmen im dunkeln als wir uns zu viert zum frühstück in a coma schleppen, outnumbered by staff, wie surreal. zimmer zweieinsonstwas bezahlt. als es später hell ist, und berlin kalt und voller touristen, wie anstrengend, wo kommen die alle nur her?, da sitze ich dann in einem dieser schlimmen balzac coffee houses, wo es noch nicht mal richtige frappuccinos gibt, lese die 'welt am sonntag', of all papers, weil nichts anderes da ist, und warte auf susa, auf meiner stirn etwas, das jetzt, drei tage danach, ein echter blauer fleck ist [neue philosophie über mein 'i bruise easily' gehört: ich bin extrem verletzlich aber das wird erst dann sichtbar, wenn es schon zu spät ist], und denke darüber nach, wie seltsam das leben so ist, wie das so passiert, immer alles, warum nicht mal wieder klassenfahrt spielen? wie toll ist das eigentlich, dass man nie weiss, was als nächstes kommt. keine band mit nach hause genommen, denn ich hab ja kein zu hause in berlin. und manchmal wird man ja selbst so quasi mit nach hause genommen, einfach so, ohne grosses zutun. oh, that crazy rockstarlifestyle.

we could do with some more poison.

also auf in den magnet, an einem freitag abend, an einem freitag abend in berlin. zu früh da, und alle und alles sind jung, so jung. ist das hier ein intro.de forumtreffen oder was? bier trinken und ungewollt zwei leute verschrecken und intern und vollkommen teenage ein bier ausloben für die person, die was zu meinem metric t-shirt sagt. irgendwann spielen die bolzplatz heroes, whoever that is anyway, und das hört sich schon auf einen raum entfernung so schlimm nach untalentierter mittelstufenschulband an, dass es sich nicht lohnt dahin zu gehen, wo die musik herkommt. mehr bier. später dann aber rüber gehen, denn da auf der bühne sind die test icicles, wegen denen ist man ja hier, und sie bauen auf. nicht, dass sie viel aufzubauen hätten: keine drums, nix, nur ein korg, drei micros, ein ipod, und zwei gitarren. es ist jetzt voll da, vor der bühne, und dann fangen sie an zu schreien, die drei jungs. service note: das sind keine herren, das sind jungs, denn die sind jung, wirklich richtig richtig jung, ganz kleine kleine jungs. der älteste, der herr mit der hübschen wollmütze, der des öfteren das korg versorgt, der ist laut spex 25. das dunkelhaarige etwas, das da am anfang und im circle.square.triangle. video singt ins micro kreischt, und heut abend nicht betrunken, nein, sondern besoffen ist, das ist 19. heisst übrigens sam mehran. steht darauf, seinen mittelfinger zu präsentieren und so zu kreischen, als wenn er seine stimmbänder rauskotzen wollte. ich habe noch nie eine band wie diese gesehen. noch nie. das album ist krawallig und unterhaltsam, beastie boys meets death from above 1979 oder so, aber live hingegen ist das a tribute to slayer. oder slipknot. oder sonst irgendwas. das ist so laut, dass ich schon jetzt weiss, dass ich trotz ohrschutz am nächsten tag nicht werden hören kann. das ist nicht krawallig, das ist krawall. und bei gott, ist das lustig. alle drei kleinen jungs machen alles mal. jeder darf mal dilletantisch auf die gitarre hauen. jeder darf mal fledermausschreie ins micro machen. jeder darf mal auf das korg kloppen. jeder stranguliert sich mal mit dem microkabel oder wälzt sich auf der bühne rum oder springt irgendwo ins publikum rein. auf der platte sind irgendwo pop referenzen und liedstrukturen und zu circle. square. triangle. kann man schön tanzen und auch mitsingen. live so nicht wirklich, nee, gar nicht, eigentlich. das einzige was ich mitschreien kann ist yourbiggestmistakeyourbiggestmistakeyeah!, der rest ist innerhalb von so kurzer zeit rausgekotzt, da ist nix erkennbar. susa hupft im selben takt wie ich, denn einmal so wie wir als teenie mit non-maintream mucke ruiniert, dass heisst für immer ruiniert, da sind so rezeptoren vorhanden im kopf, die immer noch auf so trash anspringen, und wir grinsen uns an und ich halt sie fest, beizeiten, weil zuviel hupfen geht heut nicht, weil morgen steht ja wichtigeres an. das ist sehr laut, sehr trashig, aber sehr sehr sehr lustig, so wirklich. dummerweise ist der sound scheisse, nicht, dass das was bei der musik machen würde, aber irgendwas stimmt mit der technik nicht, und überhaupt ist das ja auch alles anstrengend, wenn man so klein und jung ist und gefahr läuft, sich jederzeit auf der bühne tödlich zu verletzten, so aus versehen, und die kleinen jungs hören nach fünf liedern auf. oder vielleicht auch nach dem ganzen album, nur in zwanzig minuten runtergerotzt, kann man nicht so genau erkennen. nix mit ansagen, kein 'tschüss, letzter song', nein, die stehen auf der bühne und hören auf, einfach so, und rollen dann die kabel ein. sehr seltsam, aber das war so lustig, das macht nix. ich geh zu dem herrn mit der mütze, rory atwell heisst er, während er das korg einpackt, danke sagen, nee, echt jetzt, sogar dafür, und nachdem er süss britisch ebenfalls danke gesagt hat, und keinesfalls so böse war, wie das spex interview das zu erwarten liess, guckt er auf meine brüste mein t-shirt und sagt "oh, you're wearing a metric shirt, how great, we toured with them." teilen wir also mal ein paar minuten lang den metric fetisch mit teilen der test icicles. sehr lustig. leider keine gelegenheit, ihm das ausgelobte bier auszugeben, denn der junge knutscht später hingebungsvoll irgendwen hinter einer säule. trink ich das bier halt selbst. später dann gibts muff potter. zum einen bin ich halb taub, zum anderen hab ich das alles schon mal gesehen, und zum dritten ist heute kein tag für diese lyrics und überhaupt auch nicht für deutsch und überhaupt alles, weil, ha, immer noch too close to home. ich bleib bis 'wenn dann das hier'. reicht dann auch. später dann tanzen. mehr bier. mehr tanzen. whimpster mit krawatten. mehr bier. whimpster mit weissen jacken. schlechte anmachen endgültig beenden. mehr tanzen. und dann im zweitstrangesten zufall des jahres plötzlich, unerwartet und unerkannterweise mit jungen menschen aus omaha, nebraska zu 'pda' tanzen. junge menschen, die ich im kollektiv mal im februar bei dieser einen fernsehsendung von der frau kuttner gesehen habe [selbstzitat von damals: 'the singer is the kind of unwashed boy with a guitar that i like best'] von denen ich eine bereits mal im märz auf einer bühne gesehen habe, einen in der spex des letzten monats, und von denen einer mir vor ein paar wochen erst das leben gerettet hat, nee, kein pathetischer dreck, wirklich so war das. i don't want to be seen as a pretty thing | 'cause it's the pretty things that we're always breaking | and now she whispers into the mirror: i'm broken. | oh doctor, doctor, can you fix me, can you fix me? genau damit. und ich kapier erst ziemlich spät, wer das da ist, weil ich ja in berlin niemanden mehr anspreche mit varianten von kenn ich dich irgendwoher? unglaublich. ich kapier das erst lange nach der unterhaltung über die platten des jahres und okkervil river und nach was weiss ich wievielen tänzen mit kollektivsingen und geschrienen konversationen. und überhaupt. saulustig. omaha, nebraska. ich glaubs kaum. mehr tanzen. mehr bier. mehr tanzen. mehr bier. und frank ist ja auch wieder da, wie nett, voll high vom david judson clemmons konzert, sehr schön. irgendwann ist es dann früh, sehr früh, aber nee, danke, nicht ins hotel, wir müssen nach hause | wie wärs denn morgen mit der aftershow party | ich steh dann in der ersten reihe und winke. noch ein bisschen mit susa tanzen, kein geld mehr für bier, das mit dem krawatten whimpster wird eh nix mehr, weil der so whimpsterig ist, dass er noch nicht mal reden kann, wenn man ihn anspricht, und ausserdem mögen wir den beide, dass geht schon mal gar nicht, also raus, den nächsten geldautomaten suchen und finden, der taxifahrer freut sich über steglitz, who wouldn't, really, im taxi einschlafen, aufwachen, hoch in die wohnung, tuggen, aus den partyklamotten raus, in die pjs und keine 8 stunden später wieder in die partyklamotten rein. rockstarlifestyle, galore. keine band mit nach hause genommen, aber erstens ist aufgeschoben ja nicht aufgehoben, zweitens hab ich in berlin ja kein zu hause um wen wohin mitzunehmen, und drittens geh ich ja mit jungs grundsätzlich nie zu denen nach hause. so aus prinzip. und so.

zitierfähig. [#28]

"my floating skills, they're better than yours. damn right, they're better than yours."

Montag, 19. Dezember 2005

zitierfähig. [#27]

"der keyboarder sieht aus, als würde er gleich kommen."
[der keyboarder = lukas wooler, maximo park.]

Sonntag, 18. Dezember 2005

thinking. [#71]

immer schön front row.

blogeintrag, nichtzuschreibend. [#5]

'sometimes i wish you were a guy' oder 'wieviel leichter wäre das leben, wenn alle beziehungen so abgefuckt unkompliziert wären, wie die zwischen susa und mir'.

unflickrbar.

ich hatte keine kamera dabei, gestern abend. gestern nacht auch nicht. deswegen gibt es keine photos von kuttner on ice aus der ersten reihe. deswegen gibt es auch keine photos von paul smith mit basecap und keine von den jungs und dem mädel aus omaha, nebraska, die so goldig und schlau und wunderbar sind, dass ich ihnen sogar ihre zuneigung zu coldplay verzeihe. auch keine photos von art brut [deren name man im übrigen ganz hart art brutt ausspricht, keinesfalls art brüh, musste erst 5am werden, bis mir das jemand beibrachte, so first hand], und leider auch nicht von den an herrn argos klebenden teenagern und dem art brut mitglied, das von dem schnuckigen dauertanzenden frühzwanziger aus dem magnet das shakira t-shirt ertauschte. keine photos von vielen kleinen leeren flaschen und kaputten gläsern und rosa socken zum dunklen anzug. auch keine photos von 'mama' tattoos und den fischen und auch nicht von der beule auf meiner stirn. egal aber auch. wär ja eh alles unflickrbar gewesen.

you got a new friend. [sounds familiar, better hold on tight.]

but if you ever change your mind...

Samstag, 17. Dezember 2005

eight one degrees of separation. [conor oberst.]

"whereabouts in the uk are you from?"
"i'm from the states, actually."
"really? couldn't pick up your accent at all. so where are you from in the states?"
"oh, right from the middle." [kreisenden handbewegung.]
"like what, nebraska?"
"yeah. nebraska."

Freitag, 16. Dezember 2005

das ende des wachstums der wachsamkeit.

und dann mal den zug verschlafen. so um 4 stunden. that's what you get for all that-staying-up-way-too-late-ing und den versuch zwischen mitternacht und 3am literarisch wertvolle emo texte zu schreiben. ja, das war ein oymoron, da. immerhin hab ich jetzt das risiko minimiert, heut nacht im magnet um halb eins an der wand lehnend bei den test icicles einzuschlafen

hab ja noch nie verschlafen, so wirklich. ich war zwar dieses jahr mal zehn stunden zu spät bei einer verabredung und hab behauptet ich hätte verschlafen, aber da hatte ich tatsächlich ja gerade eben nicht geschlafen. worin ja auch das problem lag. ach, egal.

berlin! susa! maximo park!

[file under: there's a first time for everything.]

off for the weekend.

karrera klub.
und susa und frank und starbucks und bloggerscheisse und test icicles und muff potter und viel tanzen und maximo park und art brut und the coral und the good life und viel viel viel bier und schwarzhaarigen whimpster jungs. kein tageslicht sehen, nie. ohja!

Donnerstag, 15. Dezember 2005

und ich fühl mich so wie du, und du fühlst dich so wie ich, und wir küssen uns bis immer, denn was anderes wollen wir nicht.

an diesem mittwoch abend sind in zürich oerlikon auffällig viele frauen mit spiky haaren und hohen schwarzen stiefeln unterwegs. gehen wir mal wieder zu einem grosskonzert, gehen wir mal zu nena. immerhin habe ich sie verehrt, diese frau, vor mehr als zwanzig(!) jahren, kleine taschenlampe brenn, schreib 'ich lieb dich' in den himmel. daniel und christoph und die klees gibts vorher, deswegen ist man ja eigentlich hier, kostet ja auch nichts, und wird ja auch mal zeit den guten daniel vor einem publikum zu sehen, dessen größe seiner würdig ist. immer nur im jos fritz vor zwanzig leuten, das ist zwar schön und intim und kuschelig, aber...well, aber halt. tatsächlich sitzt der gute daniel dann später da auf der grossen bühne im hallenstadion und ich steh im graben der die paar tausend leuten von der bühne fern hält. auf der bühne hupft suzie rum, die ich ja vorher noch nie live gesehen hab, und die so viel hübscher ist, als auf den photos in 'du und viele von deinen freunden' und viel hübscher als beim auftritt bei stefan raab sowieso. obwohl ich so nah dran bin an allem krieg ich seltsamerweise kaum was mit, so richtig, weil ich mich zum einen so saumässig freu, weil daniel aussieht, als hätte er spass, und weil ich zum anderen die eos von sir quimbo in der hand habe. schön da vorn, nur ich und ein anderer, ein echter photograph, der mich seltsamerweise gar nicht komisch anguckt, mich und die kleine eos. das was ich von den klees mitkriege, das macht spass, und denen in den ersten reihen auch, weiter kann ich halt nicht sehen aus dem graben raus. später dann nena. ein grosser blur, das konzert. that's entertainment. stimmt schon alles was sie da machen auf der bühne, der sound ist gut, die *show* auch, man spielt alle hits und fast alles als remix, das ist angenehm, und nena ist ein agiles kleines bambi das rumspringt, als hätte es sein ritalin nicht bekommen. sie macht auch spagat. ausserdem sind da lauter kleine schwarzhaarige jungs auf der bühne und zwei herren versorgen ungefähr 8 keyboards. es gibt da nur ein problem: das ist so weit weg alles, so unendlich weit weg, das ist wie fernsehgucken durch ein fernglas und wenn dann nena auch noch "könnt ihr pogen, ey?" kiekst, dann tune ich mich zwangsläufig ein bisschen aus, das betrifft mich nicht, ausser dass es mich zum lachen bringt. ich stelle fest: ich mag nur noch konzerte, bei denen der schweiss der frontperson auf mich drauftropft und ich mir deren grippe hole. deswegen ist mein nena erlebnis von den zuschauern um mich rum geprägt. kleine mädchen auf den schultern von papa, mit selbstgemalten nena schildern. patty und selma, marge's schwestern, luftgetrocknete dauerwellen, vollschlanke hüften, zwar nicht rauchend, aber beständig nöhlend. auf der tribüne am rand, in der erste reihe, da steht ein sonnebankgebräunter schweizer metrosexual (also eher ein villagosexual) neben vier identisch aussehenden blondierten frauen und schwenkt glückselig lächelnd seine arme. links neben mir steht ein grauhaariger mann mit einem dieser grauen oktoberfest filzhüte und einem t-shirt mit indianermotiv. links vor mir hüpft ein mann, dessen jeans von einem mit goldenen kühen besetzten gürtel gehalten werden, esktatisch und ein wenig furchteinflössend umher. die wirklichen nena fens, aber, die ultimativen nena fans, sie stehen fünfzig zentimeter vor mir. sie sind zwei, nein eigentlich eins, man kann nicht sehen wo wer von den beiden anfängt und aufhört, symbiose, osmose, alles: traumpaar, galore. mir wird schwindelig vom erzwungenen zugucken, denn wo soll ich denn sonst hingucken, mir wird schwummerig von all dem verschmelzen, anfassen, küssen, selig anlächeln, hüften aneinanderreiben. sie sieht ein bisschen so aus wie nena, schwarze haare, spiky, vokuhila, und er ist auf so alternative-soap-darsteller-weise hübsch und ihr glück macht mich kirre.
traumpaar. traumpaar. traumpaar.
mein zynikerinnen-self analysiert, dass er ihr die karte geschenkt hat, zum geburtstag, und dass das alles show ist, was sie machen, das konzert soll romantisch sein, aber so richtig, deswegen spielen die das, das grosse romantische ding, romantik gibts doch gar nicht, alles erwartungsdruck und schauspierlerei und illusion, und nachher sind die eh so fertig von der fummelei, dass da noch nicht mal mehr was geht, zu haus. mein romantikerinnen-self hingegen ist neidisch, und zwar ganz total hässlich, schrecklich, magenumdrehend neidisch. ich will auch. naja, vielleicht nicht das, nicht bei nena zumindest, aber so ein bisschen romantisch und glücklich rumfummeln, das wär doch was, bei arcade fire vielleicht, oder den stars oder bei arab strap, während sie 'speed-date' spielen, vielleicht. and maybe we're just lucky, maybe our connection is unique, and if that's really just what normal people do, aren't you glad to be a freak? das wär ein bisschen romantik. aber mit wem denn nur? ach ach. ich muss dann irgendwann mal weggehen und den sir quimbo da allein stehen lassen, ich ertrag so viel zurschaugestelltes glück nicht, gibts doch gar nicht, romantische liebe, haha. daniel kommt dann auch mal zu besuch, mit babysitter dabei, damit er auch ja später pünktlich auf der bühne ist, wenn nena ihn da oben haben will, bei 'irgendwie, irgendwo, irgendwann'. einen moment noch hier unten mit bier in der hand, same old daniel, im nächsten auf der bühne mit nena. lustig. irgendwann erwischt mich nena aber auch, unglaublich, wie gemein, auch noch zwei mal kurz hintereinander. liebe will nicht, liebe kämpft nicht, liebe wird nicht, liebe ist. singt nena und ich schnief so vor mich hin. kitsch, ja, schlimmer kitsch, schlimmer titelsong einer schlimmen fernsehserie, schlimm sagt mein kopf, schlimmschlimmschlimm, aber mein herz tut trotzdem weh, und zwar elendig, vor lauter nicht zielgerichteter, von personen relativ losglöster sehnsucht. washrinserepeat bei 'leuchtturm' in der 'new version'. mit dir bin ich zu hause angekommen ohne ziel, was wir brauchen sind wir beide, davon brauchen wir soviel singt nena, und ich kann gar nicht glauben, dass es das gibt, das gefühl, wie lang ist das her, dass ich sowas gefühlt habe, hab ich das je gefühlt? das supertraumpaar stellt zur schau, dass es das gibt, das gefühl, also bin ich hier wohl die person mit dem fehler. ach so. geht aber schnell vorbei, das, denn wirklich, so emozeug bei nena, how much more ridiculous can you get? obwohl, so schlimm ist das ja gar nicht, denn ich lach ja dabei, beim weinen und das findet der herr quimbo zum schmunzeln, zu recht, und tätschelt mich so ein bisschen. gute konzertbegleitung, der herr, aber echt jetzt, das muss mal gesagt sein. später dann die zugaben, alles sachen die man eher nicht kennt, als nicht nena fan, komplett elektronisch, inklusive rumtrommeln auf so riesen e-drum pads, voll retro, ey. das ist schon funky, nena hat spass, das team wohl auch, ist ja auch der letzte abend der tour und so. dummerweise leert sich das hallenstadion aber schon, nicht weil es schlecht ist oder den leuten nicht mehr gefällt, glaub ich. nein, die schweizer nena fans, die fünfundsechzig fränkli für diesen abend bezahlt haben, scheinen sorge vor den schlangen an den garderoben haben, was quatsch ist, denn das ist die schweiz, hier ist alles perfekt organisiert, es gibt noch nicht mal eine schlange auf dem frauenklo, das muss man sich mal vorstellen. wirklich noch nie ein so friedliches, drängelfreies grosskonzert erlebt, auch noch nie eins mit so vielen kindern, selbst bei 'echt' waren es vor fünf jahren weniger, und am ende sitzen sir quimbo und ich dann zehn minuten nach ende des konzerts im zug gen baden. weder so high noch so betrunken wie nach den earshakerdays, aber auch nicht unglücklich oder schlecht unterhalten. die band nicht mit nach hause genommen. aber nena wär ja wohl auch ganz schön anstrengend und fordernd und so. und unter den tisch trinkt sie wohl auch alle. habichsogehört.

Mittwoch, 14. Dezember 2005

zitierfähig. [#26]

"emily is indeed hot. - she can join us for a threesome if she's a good girl."

blood runs through your veins, that's where our similarity ends.

500ml/6min.

Dienstag, 13. Dezember 2005

thinking. [#70]

von tomte bis departure lounge.

funktionierende anmache. [#2]

korrigiere zu recht meine aussprache von 'turner' und erzähl mir dann, dass du das erste album von alva noto & ryuichi sakamoto hast. könnte sein, dass ich dir dann nicht nur deren zweites album gebe, sondern auch meine telefonnummer.

thinking. [#69]

the forgiveness project: bud welch.

an eye for an eye.

es ist nach drei und ich höre musik, die jemand bei last.fm mit 'devotion' getaggt hat. arnold schwarzenegger hat stanley tookie williams nicht 'clemency' gestattet, er will ja schliesslich wiedergewählt werden, und in ein paar stunden werden wahrscheinlich zwei menschen auf jeweils einen knopf drücken, illusion der nichtschuld für beide, man will ja auch als henker ruhig schlafen können, und einer der beiden wird dadurch eine abfolge von 3 injektionen auslösen und stanley tookie williams wird durch die kombination von sodium thiopental, pavulon und potassium chloride getötet werden. damit der staat kalifornien ein besserer ort wird. an eye for an eye, gelobt sei das alte testament. ignorieren wir, dass sie nicht funktioniert, die todesstrafe, dass sie nicht abschreckt, dass sie angehörigen von opfern keine 'closure' bringt, dass sie teuer ist, reden wir gar nicht erst über die grausamkeit und die unmoral und über den gedanklichen fehler, den wert des lebens zu bestimmen, indem man als staat leben nimmt. reden wir nicht darüber, dass in einem so abgefuckten rechtssystem wie dem der usa unschuldige menschen zum tode verurteilt und hingerichtet werden. reden wir auch nicht über das barbarische element, nicht über die perversen rituale, die letzten mahlzeiten, die letzten worte, den letzten anruf beim governor, die durchführung dieser strafe des nachts. ignorieren wir auch, dass unklar ist ob stanley tookie williams, der zweifelsohne lange jahre kein guter mensch war, der sicherlich indirekt zum tod von hunderten menschen beigetragen hat, aber die vier morde, wegen derer er zum tode verurteilt wurde, vielleicht eben gerade doch nicht begangen haben könnte. ignorieren wir die fehlerhaften ermittlungen, die verfahrensfehler, die zweifelhaften zeugen und die rassistischen bemerkungen des richters. und reden wir erst recht nicht darüber, wer stanley tookie williams heute ist, nach mehr als zwanzig jahren im gefängnis, nachdem er seine schwerwiegenden fehler erkannt hat, und dass er, der sein leben verändert hat und durch seine bücher und seine community arbeit ein vorbild für tausende von at-risk-youth geworden ist. reden wir nicht darüber, dass diese at-risk-youths vielleicht den letzten rest hoffnung verlieren könnten, weil sie sehen, dass es sich ja offensichtlich eben doch nicht lohnt, sein leben zu ändern, weil man ja eben doch keine zweite chance bekommt. reden wir nicht davon, wieviele leben stanley tookie williams noch retten könnte, wenn er den rest seines lebens hinter gittern verbringen würde und weiter bücher schreiben und projekte leiten würde, und nicht in ein paar stunden von angestellten des staats kalifornien auf eine krankenliege geschnallt und wie ein tier eingeschläfert werden würde. "george bush doesn't care about black people." arnold schwarzenegger auch nicht. reden wir nicht über die message, die ein staat sendet, der seine bürger umbringt. reden wir nicht von rache.

[file under: einer dieser tage an denen ich besonders froh bin europäerin zu sein.]

Montag, 12. Dezember 2005

linklove. [#9]

#30: take a picture of strangers holding hands. | #39: take a photo of your parents kissing. | #52: write the phone call you wish you could have.

learning to love you more. [#]

from time to time you feel fine, but more and more you long to score. [im anschluss bitte kollektiv das synthiesolo aus 'assassinator 13' johlen.]

chikinki. keyboards. [chikinki.] ed east. [chikinki.] chikinki. [steve bond & boris exton.]
rupert browne. [chikinki.] boris exton. [chikinki.] steve bond. [chikinki.] clubsleeping.
sonntags abends, heimatbühne extra im drifters, ziemlich voll, und da trifft man dann die usual suspects, die leute mit denen man sechzehn stunden vorher noch zu 'we are scientists' getanzt hat. wen auch sonst? ist ja auch gar nicht schlimm, nein, saugut, eher, entspanntes ohneverabredunghingehen, man ist ja trotzdem nicht allein. erstmal hallo sagen, bier trinken, über gestern abend reden und auch über die erfolge des gegenseitigen google stalkings und dabei feststellen, dass mein sammeln von menschen die in den frühen zwanzigern des junis geburtstag haben sich fortsetzt. 25.juni, diesmal. und dann erstmal die vorband ignorieren. die vorband, scheinbar freiburger lokalmatadore, macht unentschlossene, unoriginelle musik; musik, die die welt nicht braucht. ist das jetzt rockabilly? grunge? blues? wissen die menschen die sie verbrechen sicher selber noch nicht mal. aber, ach, das ist ja fein, woher kenn ich noch mal diesen blondierten herren da an der gitarre? ach, klein ist diese stadt! das ist doch der herr aus dem atlantik, der berend und mich an diesem einen abend drei stunden lang angestarrt hat, und bei dem wir uns nicht einigen konnte, wen von uns er denn nun damit meinte! haha! dummerweise klatschen tatsächlich leute nach den songs, und das ermutigt die vorband immer weiter und weiter und weiter zu spielen, sie spielen mehr als eine stunde lang; mehr als eine stunde zuviel also. oh, die wunderbare clubruhe, als sie endlich aufhören, ja! ja! ja! mehr bier und standortwechsel, schliesslich will der keyboardfetisch später angemessen gepflegt werden, das geht nur mit nähe zu den keyboards, auch wenn das heisst, dass man sich die ohren vor den lautsprechern ruiniert, weil man schon wieder mal den ohrschutz vergessen hat. die herren chikinki bauen derweil ihre sachen auf. realisation eins: ach, *diese* jungs von denen ein paar so aussehen, als seien sie noch in der neunten klasse, das sind die herren chikinki! so jung sahen die doch gar nicht aus auf all den photos! realisation zwei: ach, *deswegen* habe ich den hübschen whimpster in der siebziger jahre motorradjacke der vorhin so attraktiv hungrig und zerzaust und biertrinkend hinter mir in der ecke gesessen hat, noch nie in freiburg gesehen, hmmmm. lecker! die herren chikinki halten sich zum glück nicht lange auf mit dem aufbau, kleiner biervorrat noch auf auf die bühne rauf, und fangen dann auch bald an. das was sie dann da anfangen, das fangen sie so richtig an und sie machen es gut. die spex hat den kleinen chikinki artikel in der septemberausgabe mit dem satz 'i'm a poser baby, so why don't you kill me' eröffnet. das passt. die überschrift damals war 'porn groove is the future? so be it.' das passt auch. tatsächlich singt herr browne, vorname rupert, gleich im ersten song von schwänzen und schenkeln und aneinanderklatschender haut, und das macht er gut, obwohl er ja nicht unbedingt auf den ersten blick sexy ist, so selbst. eins der kleinen blonden mädchen, die auch in der ersten reihe stehen, nimmt er ins visier und singt ihr so zeug entgegen, so nah ans gesicht ran, und zwar so zeug, das nicht jugendfrei ist, und sie findet das toll. ich frag mich, ob sie versteht was er da singt, ich vermute eher nicht, aber das ist eigentlich auch egal, sie haben alle beide spass. ich achte gar nicht so sehr auf den exaltierten herrn browne, der den obermacho makiert, denn ich steh direkt vor den drei keyboards von boris exton. dieser junge schmächtige herr ist angenehm durchgeknallt und wahnsinnig und für jemanden ohne zweites x chromosom skandalös multi-tasking fähig: an zweihandvoll fusspedalen rumdrehen, es drei keyboards besorgen, die ständig rutschende cordhose (26 inch, höchstens) hochziehen und die kleine schwarze plastikbrille nicht von der nase gleiten lassen, alles gleichzeitig? kein problem! nach dreivier songs fängt er auch noch an zu rauchen. wow. ich kann nicht mehr aufhören mit dem grinsen, weil das sehr sehr sehr cool ist, was er da so macht. durchgeknallt und cool. als wenn das alles noch nicht reichen würde, ist herr exton so ganz generell auch noch ein hyperaktiver oberfraggle auf speed. dieser herr steht noch viel viel weniger still als emily haines, was ich für kaum möglich gehalten habe. er hüpft noch höher und bizarrer und verrenkter und ist dabei zwar nicht so sexy wie emily (trägt ja auch kein rosa kleidchen mit blätterranken), aber sehr sehr sehr unterhaltsam und hemmungslos. ich habe ein wenig sorge um die keyboards, aber er wirft sie dann doch nicht um. direkt vor mir steht gitarrist ed east, der einfach nur goldig ist, wirklich goldig, und in seiner stretch jeans und den chucks so ein bisschen schüchtern rumsteht und so ein bisschen rockt und ab und zu ein paar harmonien singt und unendlich harmlos und verletzlich aussieht und dazu eine böse kleine bissige gitarre spielt, ganz angenehm rockig, ohne aufgesetztes gepose und standardtrash. auf der anderen seite der bühne bedient trevor wensley zwei kleine synthies, und das tut auch er angenehm durchgeknallt und de facto im duell mit herrn exton. der herr wensley nimmt das kleine korg das er dabeihat schon mal vom ständer, stemmt es mit einer hand gegen seine hüfte und frickelt mit der anderen hand an ihm rum, das muss man erstmal machen. manchmal nimmt der singende herr browne dem herrn wensley die keyboards von den ständern weg und wirbelt die so ein bisschen rum, während der herr wensley noch weiterspielt, das ist dann fast so wie so spinning plates zeug im chinesischen zirkus, man schaut fasziniert zu und sorgt sich, weil was runterfallen und kaputtgehen könnte, aber das passiert dann nie und dabei gibt es so sausende, zischende geräusche. ganz hinten auf der bühne, vollkommen zu unrecht ein bisschen arg hinter seinen drums versteckt, sitzt steve bond. eigentlich finde ich ja drummer des öfteren verzichtenswert, aber auf den würde ich dann doch nicht verzichten wollen und zwar nicht nur wegen des dekorativen aspekts, obwohl das zugegebernmassen neben dem bösen, trashigen drummen auch eine der stärken von herrn bond zu sein scheint, das haarezurechtwuscheln und hübsch gucken. sie machen musik, diese fünf, musik die die welt braucht, und das machen sie gut, wirklich gut. richtig richtig gut. da sind keine backings bei dem electrozeug, und das ist an sich schon mal cool. insgesamt ist das alles rougher als auf dem album, und auch das ist gut, denn 'lick your ticket' ist an manchen stellen ein bisschen überproduziert und clean und hat im letzten drittel ein paar längen, aber das ist live ganz anders. das sind ziemlich vollgepackte einestundeundnocheinbisschenmehr mit viel schweiss auf der bühne, bisschen rumgepoge in der ersten reihe, und viel hüfteschütteln und kieksen meinerseits. das macht alles spass, und der band offensichtlich auch, denn bis auf ed east, der macht ja einen auf schüchtern, scheinen sie alle bester laune zu sein, aber auf so eine ernsthafte, leicht aggressive, poserige art und weise, lächeln ist schliesslich uncool, und sie rocken so rum und der herr browne wirft sich dann auch mal in die pogende erste reihe während er singt und demoliert dabei den mikrophonständer. das publikum groovt mit, was ziemlich unglaublich ist für ein konzert an einem sonntagabend, in freiburg, im drifters. das ist alles wirklich gut. auch gut: endlich mal ein konzert so vollständig ohne emoscheisse, ohne herzgebrochenkriegen, ohne weinen, ohne sonstwas, einfach rockige oberflächlichkeiten, teenagertum, verbales rumgerotze, sex, drogen, mehr sex, eine einzige laute gitarre, sexy drums und dazu keyboards, keyboards, keyboards. sie spielen all das gute zeug, natürlich, 'assassinator 13' und 'like it or leave it' und 'time' und als sie mit allem fertig sind und von der bühne stürzen, nachdem sie die halbe bühne demoliert haben, da müssen sie noch mal wiederkommen, alle stecker wieder zusammenstecken und nochmal irgendsoein cover wegrocken und noch was mehr und noch mal von der bühne stürzen und noch mal wiederkommen und mehr spielen und dann bleibt am ende doch das keyboard von herrn wensley einer taste im anschlag falschrum auf dem boden liegen und das fiept dann so vor sich hin, ein paar minuten lang, und das war es dann. über ein drittes mal zurückkommen wär auch keiner böse gewesen aber es kommt nur der herr bond auf die bühne und erlöst das keyboard. und dann kommt das übliche post-konzert zeug, nicht nur die band, die alle saugoldig sind, 'are you leaving already?', janeinvielleicht, sondern auch der innere monolog, das eigentlichsollteichschongehen / aberistdochersthalbeins / vielleichtnureinbiernoch. also noch ein bier, von dem ich weiss, dass es eh nicht allein bleiben wird, wie immer, weil ja nach hause gehen so unendlich lahm ist. der herr browne ist offstage lang nicht so seedy wie er onstage tut, bisschen schüchtern, fast; noch ein punkt, in dem der autor des spexartikels recht hatte. der herr exton ist goldig und wirklich niedlich und überhaupt gar nicht so hyper wie wenn er keyboards vor sich hat und lächelt die ganze zeit und überhaupt und ich sag ihm wie cool er war, aber dass er trotzdem nur #2 in meiner persönlichen keyboarderrangliste ist. der herr wensley erzählt, dass er kein zuhause mehr hat und voluntiert die information, dass alle bandmitglieder trotz ihres indenachtzigerngeborenlooks in den jahren neunzehnhundersiebenundsiebzig und achtundsiebzig geboren wurden, und das finde ich ziemlich sehr gut. ich erzähle währenddessem jedem der es nicht hören will, wie geil emily haines ist und es folgen debatten über synthies und kraftwerk und plattenkaufen und throbbing gristle und noch ein bisschen später konversationen über festivals und musik, die unterbrochen werden müssen, weil jemand ganz dringend zu diesem einen lied von den kaiser chiefs tanzen will. irgendwann noch ein bisschen später, bei nurnocheinbier #3, während eine frau in einer der wandnischen schläft und eigentlich sonst fast niemand mehr da ist, wie ist das nur schon wieder passiert?, da nimmt die konversation nach abhandlungen zu den themen 'that crazy rockstar lifestyle', 'dreamjob vs. reality', 'kylie minogue's underwear' und 'my sex life doesn't really suck as much as i just made it sound' von 'christmas traditions in mainland europe' eine elegante, nahtlose wendung zum baby jesus butt plug. ab da ist sie dann nicht mehr zu retten, diese konversation, und zwar sowas von gar nicht mehr, und das ist ziemlich wunderbar. als es dann nach hause geht, ist es viertel vor drei und saukalt und die stadt überfriert dekorativ unter einem sauschönen halben mond.
weder die band, noch einen teil der band mit nach hause genommen. lag allerdings weder an mir, noch an dem teil der band. [ride on. ride on. ride on.]

feeling. [#5]

smittustrated.
[very much so. d'oh!]

Sonntag, 11. Dezember 2005

happy 31st birthday, damien.

damien echols.
here's to hoping that your next birthday will finally be celebrated in freedom.

[wm3.org: the robin hood hills murders. - case synopsis by burk sauls.]

and isn't it ironic, don't you think?

...wenn ein email an governor arnold schwarzenegger mit der betreffzeile 'plea to grant clemency to stanley tookie williams' mit der smtp nachricht 'will be retried for two more days' bounct. zwei tage vor dem exekutionstermin.

Samstag, 10. Dezember 2005

musique. [fun is the new black.]

momentverliebtheit. jetzt. in diesem und in diesen moment. und überhaupt. gerade ein wirklich gutes email beantwortet. [hab ich dieses jahr schon mal gesagt, wie sehr mich ehrlichkeit anmacht? falls nicht: ehrlichkeit macht mich an.] das erste bier getrunken. "ja mama, ich kenn 'wir sind helden'. nein, mama, das ist nicht die musik die ich so höre." die risotto skills weiter verfeinert und noch genug über für beim tuggen zum essen den nachparty hunger. alles ist gut. wirklich richtig gut. in diesem moment. letzte woche donnerstag, am tag nach dem metric konzert, da war eine der schlagzeilen in der süddeutschen oder der faz oder welchezeitungauchimmer der mann neben mir im regionalexpress von baden-baden nach offenburg gelesen hat, 'das leben ist nur so gut wie sein soundtrack'. stimmt. und der soundtrack jetzt gerade ist jupiter one. [via]
jupiter one. photo by andy morgan.
countdown | wrong line | unglued |turn up the radio

jetzt den moment und die dazugehörende verliebtheiten ausdehnen. 'countdown' auf repeat, bier, lipgloss, schuhe, tanzen gehen.

and so it begins.

klee. [suzie, galore.]

klee. a photoset on flickr.
photos brought to you dank sir quimbo's eos350d und einem photo permit, das der gute daniel organisiert hatte.
leider ohne mir vorher bescheid zu sagen.

konversation mit dem babysitter betreuer für die pressephotographen, der ausser mir für klee nur einen anderen menschen zu betreuen hatte. "du bist von der presse?" "äh. ja. klar. presse. klar." "wofür?" "wofür? äh, photos." "ja klar. und wofür?" "äh, online. ja."

das essay 'thru the lens of a camera. über das gegenläufige verhältnis von photoqualität und emotionalen bezug zum photographierten objekt. unterfall: konzertphotographie.' schreibe ich an einem anderen tag.

Freitag, 9. Dezember 2005

mysterien des alltags. [#2]

was ist das eigentlich mit der innigen liebe von geekigen frühermalgoth heutenurnocheinbisschendunkel jungs [ende zwanzig vorallem am schuhwerk zu erkennen] zu subway? ist es die totale individualität, die einem die zusammenstellung eines subway sandwiches vorgaukelt ["doppelt käse, keine oliven, caesar sauce mit einem spritzer honey mustard"]? der gegenentwurf zum maccas proletariertum? i'm puzzled.

Donnerstag, 8. Dezember 2005

life changing sex stuff.

suzie. [klee.]
ein press photo permit und eine geliehene eos 350d.
my life concert photography will never be the same again.

Mittwoch, 7. Dezember 2005

irgendwie, irgendwo, irgendwann.

ich fahr gleich nach zürich. klee angucken.
später irgendwann tritt dann auch noch nena auf.

[file under: how to completely and totally ruin your reputation with a single blog post.]

Dienstag, 6. Dezember 2005

zitierfähig. [#25]

"ich würde ihm da vertrauen. [pause.] naja. [pause.] eigentlich ja nie. aber was das angeht... ."

zitierfähig. [#24]

"zu diesem anlass kaufte die band jüngst eine kirche in der nähe ihrer heimatstadt montreal." [#]
[file under: things to look forward to in 2006/futter für den owen pallett fetisch.]

oh sweet insanity. [#2]

heute nagellack in 'military green' gekauft.

thinking. [#68]

muss jetzt doch last.fm subscriber werden. noch nicht mal für all die tollen radiostreams, nein, allein für die 'what are they listening to' und die 'recent vistors' funktion.

...

"ich hab in dinslaken mal den lieben gott getroffen..."
und jetzt sicher auch, hanns dieter, machett'juut.

service notice. [#1]

wer 'live it out' von metric möglichst bald als physikalischen tonträger in den händen halten will, vielleicht als festtagsgeschenk für besonders liebe menschen, der wende sich an fnac.com. jajaja, grosse böse kette, ja, aber die behaupten, dass sie innerhalb von 24h ausliefern. ist dann auch die französische version. die mit dem feinen 'dead disco' remix.

Montag, 5. Dezember 2005

oh sweet insanity. [#1]

gerade meine fussnägel passend zu meinem neuen metric t-shirt lackiert. oh sweet luxury of being sick.

[und nein, nicht 'military green'. leider nicht.]

heimfernweh. [eucalyptus edition.]

dank eines eucalyptusblattanteils von 18% ist der kräutertee #9 von salus nach dem aufgiessen für ein paar sekunden so blau wie die mittagsluft über den blue mountains. | eucalyptus trivia: eucalyptus öl kann bei einnahme tödlich sein. 5g können schon reichen. | 'eucalyptus' von murray bail. tut so, als sei es ein märchen, aber eigentlich ist es nur eine zweihundertirgendwas seitenlange liebeserklärung an den individualismus der eucalyptusarten. und an einzelne bäume an die man sich erinnert, wenn man sie gesehen hat. auch an den, der in der mitte des grossen kreisverkehrs in carlton steht, nördlich der uni. | im sommer nachts nach hause kommen und nazgul-like fliegen fledermäuse zwischen den eucalyptii der roberts st. | der geruch des lemon scented eucalypt vor dem haus.

flickrexhibitionism. [zweitausendsiebenundvierzig photos später.]

your photostream has been viewed 100000 times.

blogeintrag, nichtzuschreibend. [#4]

die sache mit dem splitter im auge des bruders oder why it's so outrageously lächerlich to extensively post descriptions of things you hate about others when all that quite simply mirrors what you so rightfully hate about yourself.

Sonntag, 4. Dezember 2005

zitierfähig. [#23]

"nö, also verpasst hast du nichts. echt nicht."

der wahn greift um sich. [part the second.]

zwischen der sms von 00:16am, 'hab emily gerade von dir persönlich nette grüße ausgerichtet. das konzert war gross! die ist purer sex auf der bühne! leider gingen nur ich und zweidrei andere ab.' und der tatsache, dass der wunderbare sir quimbo laut last.fm heut nacht um 02:53am noch 'too little, too late' gehört hat, spekulier ich mal einfach so, dass da ganz offensichtlich noch jemand erfolgreich zum neuen emily haines kult konvertiert wurde.
später mal nachhören, ob er auch schon vollkommen gaga "ach, emily, EMILY!" seufzt, wie sich das für den morgen danach so gehört.

[und dass einer der zweidrei anderen abgehenden menschen wohl sicherlich der herr weitwinkelsubjektiv gewesen ist, das ist natürlich noch mal ein besonders feines detail.]

[nachgetragen. sir quimbo beschreibt das zürcher publikum von emily 'überrascht wie nach einer unerwartet obszönen rede in einem klassischen theaterstück, für das man sich fein gemacht hat', erkennt emily's schönheit hinter der müdigkeit und steht ab jetzt bei konzerten immer in der ersten reihe. schlauer junge! herr weitwinkel muss das alles noch processen. und mich darf man ab jetzt auch theblondegirlfromstrasbourg™ nennen.]

level three.

mark.
[wünsche fürs nächste jahrzehnt: mehr schlaf, mehr mahlzeiten, mehr geld bei weniger arbeit, mehr photoexkursionen, mehr fahrradfahren, mehr parkplätze bei weniger strafzetteln, mehr emily haines und noch so einiges mehr an 'mehr'. weisst schon. all the good stuff, halt.]

Samstag, 3. Dezember 2005

lalalalalalalalalalala.

emily haines. [metric.] blue. [emily haines. metric.] legs. [emily haines. metric.] emily haines. [metric.]
also nach strasbourg fahren, um emily haines in action zu sehen. EMILY! mit fünf monaten verknalltheit und zwei monaten konkreter vorfreude im rücken, und ein paar wochen metric-verbundenem emoscheiss. das kann nur gut werden, das muss es, denn immerhin hab ich ja schon vor drei tagen im spex-poll bei 'konzert des jahres' metric eingetragen. also regionalbahntripping, frankreich so grau, wie nur frankreich sein kann im frühwinter, thomas ist auch da, extra aus berlin gekommen, das hostel ist christlich, die weihnachtsmärkte zahlreich, die blinkenden lichter auch, und man kann mit pommes belegte baguettes kaufen. lenken wir uns mal ein paar stunden ab, damit wir nicht zu aufgeregt sind, nein, bisschen im kreis laufen, vegetariertheorien teilen, in ein internationales spezialitätenrestaurant gehen und später den sekt öffnen. darf man in frankreich eigentlich auf der strasse alkohol trinken? um halb acht dann die riesenraupenstrassenbahn richtung laiterie nehmen, und dann einfach mal den anderen leuten hinterherlaufen, die wissen schon, wo das ist, und das tun sie. vor der laitierie eine riesenschlange für 'porcupine tree' und um die ecke, da wo der eingang zum 'club' [sprich: 'clöpp'] ist, eine minischlange, vielleicht zwanzig leute, für metric. METRIC! die gutscheine von flight13 gegen richtige kleine blaue tickets mit bildchen umtauschen, "oh geil, da ist ja ein merch stand.", "ja, ich geb deine jacke mit ab, geh gucken.", "no, these are the only two t-shirts we brought. and the buttons will arrive tomorrow, for the gig in evreux." der typ der das zeug verkauft ist der 'tourmanager', aka dasmädchenfüralles, und brite und süss, ziemlich süss. aber erstmal bier kaufen, dann t-shirts, dazu fangirl smalltalk. "you should tell whoever does their booking that they have to play at eurockeennes next year, it's this really adorable festival in belfort..." aber dann doch mal torso anhören gehen. der raum des 'club' hat vielleicht achtzig quadratmeter, kein schnickschnack, winzig kleine bar, alles schwarz, die bühne ist sechzig zentimeter hoch, ganz genau so hatte ich mir das vorgestellt. unglaublich. irgendwie ist das alles surreal, dass ich gleich metric sehen werde. METRIC! torso, eine ungooglebare band aus strasbourg, nehm ich nicht wirklich war. das mag am französisch liegen, oder daran, dass der sänger mehr rezitiert, als dass er singt, und nicht besonders hübsch ist, und die lieder alle ziemlich gleichförmig, aber das ist eigentlich egal, alles, denn deswegen bin ich ja nicht hier, nein? nein. einzig der bassist ist wirklich gut und ein schönes piece of whimpsterass noch dazu. torso geht vorbei und von der bühne, wie schön, mehr bier, mein gott, gleich kommt metric, METRIC!, und es ist mittlerweile ganz voll, unerwartet voll, aber nicht unangenehm drängelig, vielleicht zweihundert leute. und dann fängt man an, für metric aufzubauen. jimmy shaw bringt seine fusspedalkollektion und seine zwei gitarren selbst auf die bühne, und dasmädchenfürallesträgt die keyboards. emily's keyboards! EMILY'S! weniger als einen meter von mir entfernt! ich frage dasmädchenfüralles, ob er mir nach dem gig einen der setlist zettel geben könnte "they don't have one." sagt er. "they've toured for so long, they don't need one. wow. also schon mal nen stift und nen papierfetzen an den bühnenrand legen, zum mitschreiben, sowas krankes hab ich noch nie gemacht, aber ich war ja auch noch nie bei nem metric konzert. metric, METRIC!, rechtfertigt alles. mehr warten. mehr bier. und dann gehts schnell, denn man ist so ziemlich on schedule, in frankreich, wie auch schon in belfort, und um zwanzig vor zehn wird es dunkel auf der bühne, bisschen blaues licht nur, und die herren shaw, winstead und key kommen auf die bühne, einer von zwei momenten, in denen man die herren wirklich mal so richtig anguckt, und sie nehmen ihre instrumente, ein intro läuft, und dann kommt emily haines aufdie bühne. emily. EMILY! sie trägt ein kurzes rosa kleidchen mit blätterranken und schuhe of flickr fame, und sie geht an ihre keyboards und fängt an zu spielen und dann zu singen und mein herz bricht, weil ich nicht glauben kann, dass das jetzt echt ist. "there is no way out, the only way out is to give in." als ich das das erste mal gehört hab, im september, da hab ich geweint. mein gott. und sie singt wunderbar. und sie ist wunderbar. das keyboard ist wunderbar. das ist alles wunderbar. allesallesallesalles. als der laute teil von 'empty' kommt, da geht es richtig los, und wasimmer da anfängt, es hört die nächsten eineinhalb stunden nicht auf. ich kann kaum beschreiben, wie das ist, vor einer bühne zu stehen, auf der ms.emily haines rumhupft. ich kann kaum beschreiben, wie ms.emily haines so ist, wenn sie rumhupft, auf einer bühne, vor der man steht. diese frau, sie steht nie still, zumindest nicht länger als einen kleinen moment, sie zuckt immer rum. muppet, halt. "shake your head, it's empty" singt sie, und das macht sie, genau das, shakeshakeshakeshake, und ihre haare fliegen dazu dekorativ rum, eigentlich genau so wie amy millan und torquil campbell das auch machen; ob die drei das mal zusammen als move konzipiert haben? sie joggt auch auf der stelle und zieht dabei ihre knie an ihre brust hoch. sie kickt wild rum, so ninja style, sie hüpft und springt und kniet und verdeht die beine und macht komische sachen mit den armen und beugt sich extrem blowjobartig über ihr mikro und macht diese muppetartigen ganzkörpersprünge, wenn sie das keyboard versorgt, und sie ist dabei unglaublich, unglaublich, unglaublich sexy und vollkommen hemmungslos und sexy und wunderbar. and did i say sexy? diese zappelei in dem kleinen kleidchen ist nur möglich, weil das kleine rosa kleidchen mit den blätterranken kein kleidchen im eigentlichen sinn ist, sondern ganz smart einen skort hat, anstatt einem rock. sehr schlau, weil sexy, aber mit minimalem crotch shot risiko, und das macht sinn, wenn man sich praktisch in die gesichter in der ersten reihe knien will.
emily haines. [metric.] emily haines. [metric.] emily haines. [metric.] emily haines. [metric.]
emily hupft erst seit ein paar sekunden da auf der bühne rum, und das publikum ist in exstase, echt jetzt, und alle meine befürchtungen, als einziger freak zwischen lauter metric jungfrauen zu stehen waren ganz offensichtlich unbegründet, und ich kann mein glück deswegen kaum fassen, denn bei 'succexy' singen zweihundert franzosen den text mit und hüpfen und springen und grinsen und ich fang an, an meinem linken bein blaue flecken vom gegendieniedrigebühnegedrücktwerden zu sammeln, immer her damit. es folgt 'the list', echt jetzt, 'the list', warum kennen die das alle, ist frankreich schon seit jahren heimliche metric hochburg? ganz offensichtlich [ich hab in diesem moment vergessen, dass metric auf grund des films clean in frankreich schon seit einer weile ein kleinwenig bekannt ist]. dann 'monster hospital' mit ganz viel bam-tschakka! bam-tschakka! boomboomboom und emily rockt so rum, und dabei kapiere ich, dass das rückgrat dieser band jimmy shaw mit seinen gitarren ist, und dass dieser mann nicht nur sehr sehr sehr gut, ist, nein, er definiert das alles, da im hintergrund, und treibt das alles an, und zwar mit harter hand, und genau das brauchen emily und ihre keyboards als basis, und zudem ist da chemistry zwischen den beiden, und die kann man sehen. hach. 'ending start', und emily, EMILY!, steht mal drei minuten lang relativ still, sind eh alle vier schon total verschwitzt, und das publikum auch, mal ein bisschen durchatmen, sehr nötig, ohnehin, und dieser song ist wunderbar creepy und schön und dann ist er so ziemlich vorbei und plötzlich wechselt emily immer nur zwischen zwei tasten auf ihrem keyboard und es geht nahtlos über in 'poster of a girl'. "can't stand by myself | hate to sleep alone | surprises always help so i take somebody home | to find out how i feel | feel like just a baby | portrait of a lady | poster of a girl". ich schau mich eins der wenigen male um, und das publikum an, und neben mir, die erste reihe runter, da sind nur zweidreivier jungs, und sonst nur mädchen, überhaupt, in den ersten paar reihen sind größtenteils mädchen, sicher achtzig prozent mädchen, hüpfende, tanzende, singende mädchen, die jungs sind irgendwo hinten, wie seltsam, wie wunderbar. und dann bricht emily haines mir mein herz, während sie da vor dem keyboard tanzt und singt, zum teil auf französisch, und genau fünf tränen laufen meine wangen runter, ich kann gar nichts dagegen machen, so riesentränen, ganz langsam. ich bin happysad, at it's best. ich lache, weil es so toll ist und schön und weil diese frau so kick-ass-ig ist, und sexy und wild, und weil es so ist wie in dem lied. und ich weine, weil ich doch irgendwo da unter all dem auf diese seltsame art traurig bin und jemanden vermisse und enttäuscht bin weil es doch anders sein sollte und weil es keinen grund hierfür gibt, und weil es so ist wie in dem lied. und wie schlimm ist das eigentlich, dieses poster of a girl zeug? kann das mal jemand abstellen? nicht den song, nein, nur dieses ding in meinem leben? das wär toll. aber dieser moment mit all seiner ambiguität und schönheit und all diesem emotrash ist meiner. nur meiner. und das ist gut so, egal wie oft ich "selber schuld." denke, und "soll froh sein, dass er nicht wirklich weiss, was er verpasst." denn das tut man wirklich nicht, bis man es erlebt hat, bis emily haines ihr gesicht dreissig zentimeter vor deinem hat und "satisfy myself | avoid beginners | who long to shut my mouth | till i take one of them home | 'cause i know how it feels | filling in the blanks | looking on the bright side | when there is no bright side | coming in your pants| for the off chance | with a poster of a girl" singt, und es ist auch gut so, dass man das nicht weiss, denn der herzschmerz wär zu schlimm, sonst, wirklich, ganz in echt. bei 'glass ceiling.' kickt emily robotermässig über die bühne, und dieses glassxylophon geräusch kommt aus dem keyboard, hach, wie fein. 'patriarch on a vespa'. "are we all brides to be?" singt emily, und die achtzig prozent mädchen in den ersten reihen wissen, dass sie das nicht sein wollen. "we've got to break it, before it breaks us!" feministische revolution à la emily haines. 'handshakes' ist dann die sozialistische revolution à la emily haines, und dann kommt 'calculation theme'. "it's a full on band song when they play it live." hatte jemand bei lastfm gesagt, und das ist er, ganz treibend und fliessend und voller keyboardporn aber immer noch entsetzlich emo und traurig, "i wish we were lovers | but it's for the best". ich glaub sie hat recht.
emily haines. [metric.] emily haines. [metric.] emily haines. [metric.] emily haines. [metric.]
es folgt, totaler stimmungsschwung, 'combat baby', das ich eigentlich erst als zugabe erwarte. "none of them wants to fight me | combat baby come back baby | fight off the lethargy | don't go quietly." singt emily, und dreht sich im kreis, ihre haare fliegen ganz wunderbar, während sie das so macht, von hinten beleuchtet, und wenn sie dann mal ein paar sekunden stillsteht, dann reflektiert das licht sich ganz wunderbar auf den härchen an ihren oberarmen, und das ist sexy, sehr sehr sehr sexy. "fuck it, " denke ich mir, "irgendwas muss er doch mitkriegen hiervon." und nehme mein handy aus der tasche und wähle die nummer, susawirdmichkillenwennichihrdaserzähle, eine verbindung wird hergestellt, ich kann eh nicht hören ob da jemand ran geht oder die mailbox oder sonst was, und versuch es deswegen gar nicht, sondern halte das handy gleich direkt auf die bühne, höchstens einen meter von emily entfernt. der sound wird eh zu laut sein und einfach nur rauschen, da hab ich keine illusionen, aber das muss sein. egal wie sehr ichs versuch', ich bin nunmal schlecht mit grudges und totally for sharing the lovin'. als ich eine minute später auf das handy gucke sehe ich nur 'verbindung beendet.' hmmmm. irgendwann während der zehn minuten von 'combat baby', klettert ein mädchen auf die bühne, und dreht sich auch, und sieht soviel unbeholfener aus als emily, EMILY!, und dasmädchenfüralles wirft sie zurück ins publikum, aber in süss. insgesamt ist das alles sehr surreal und allumfassend und überwältigend gut und ich nehm' kaum was war ausser der musik und emily und dem was das in meinem kopf macht, wannhabichdaszuerstgehört, dashabichschongebloggt, dasistmeinsmeinsmeins, aber thomas ist auch noch da, glaub ich, so aus dem augenwinkel zu sehen, verschwitzt, einen halben meter hinter mir, die haare offen, aber sonst guck ich mich nicht großartig nach dem publikum um, alles egal, alles uninteressant. "how i miss your ranting | do you miss my all time lows?" singt emily, und ich denke daran, dass ich das mal gebloggt habe, 'vorfreude auf all time lows', und wie das dann war, und natürlich ist das ein teil davon, warum ich diese band so liebe, zwar nur ein teil von mehreren, aber eben einer, und so zu tun als wär das nicht so wär gelogen, und zwar komplett, und während ich das so denke, -ich bin eh multitaskend bei dem konzert, die ganze zeit denkenhüpfensingensabbernweinenlachentanzenschreien-, da greifen sie alle handtücher, emilys rosa kleidchen ist fast komplett dunkelrosa geschwitzt, und sie gehen alle von der bühne. come back, baby! fünf minuten johlen und encore rufen, und da sind sie wieder, und emily steht direkt vor mir und singt "behold the fishnet slut tonight | hustle rose goes from limb to limb" und als sie zu dem ruhigen teil kommt, "if you're looking for something life-like | hit a sardine nightclub | if every surface you touch is cold | never go home | he says, “i can't feel a thing, my dreams are so tight | why wouldn't i stand in line tonight?” da muss ich weinen, ganz schrecklich, oder beinahe zumindest, und lächeln, schon wieder, ganz schrecklich, schon wieder vor schönheit und wehtun und meaning, "mensch, die susa und ich, wir gehen doch auch nie nach hause morgens, nie, und überhaupt, und alles..", und ich halt mir einen hand vor den mund, weil ich doch nicht weinen will, zumindest nicht so richtig, und ich lächel doch auch, das ist doch toll, und ein goldiges mädchen direkt hinter mir, australierin auch noch, taryn, tätschelt meine schulter, und fragt, ob ich okay bin, und "yeah, no worries, i'm okay, it's just..." und sage zwei sätze mehr, und sie versteht das, wie mädchen das verstehen und sie streichelt meine schulter, im gedränge, und wir gucken emily an und singen beide mit, und alles ist gut und in einer meiner dieser tage so häufigen einminütigen feministischen phasen denke ich mal wieder, dass es eben genau darauf ankommt, dass das die einzige grosse, wirklich wichtige lektion des jahres ist, dass verbindungen mit frauen eine andere qualität haben als die mit männern. nicht besser, aber eben anders und wichtig, extrem wichtig. ich vermisse susa, die 'hustle rose' doch auch mag. hach. "i'm lesbian now." sage, nein brülle ich irgendwann mittendrin zu taryn, und taryn antwortet "me too. i so want to have this woman's babies." ich auch. hauptsache ich darf vorher unbedingt die feinen härchen auf ihren oberarmen lecken, ganz ganz ganz dringend, kann auch ruhig sein, während sie keyboard spielt. *ahem*. dann 'dead disco', emily, EMILY!, unstoppable, und zweihundert kollektivhüpfende franzosen auch, unglaublich. warum kennen die eigentlich alle die old world underground so gut? [wie gesagt, vollkommen das ding mit clean vergessen.] wunderbar, echt wunderbar, lalalalalalalalalalala. zwischendurch geht emily mal an die seite, stellt sich neben jimmy shaw, und joshua winstead und joules scott key dürfen auch mal angeguckt und bewundert werden und spielen soli, tolle soli noch dazu, und es ist schade, eigentlich, dass man sie nicht angeguckt hat, denn die beiden sind ja sehr hübsch, und tolle musiker. gegen diese frau kommen sie nicht so richtig an, nein, wollen sie wohl auch gar nicht. 'dead disco' dauert ungefähr fünfzehn minuten, und einen grossteil davon kniet emily direkt in der ersten reihe oder lehnt sich ins publikum und nimmt hände. ichwaschjetztniemehrmeinerechthand. wie unglaublich, das alles, wie unglaublich, dass sie das macht, dass sie so nah ran geht, wie sicher sie sich fühlen muss. wow. hach. emily. EMILY! 'love is a place.' "das ist der letzte song," denke ich. "nothing but blue skies." jimmy shaw kniet mit seiner gitarre auf dem boden, und emily kniet neben ihm, und das ist alles sehr intim und kuschelig und, well, emo, und emily gibt sich ihrem mikro hin und am ende des songs steht sie da einfach so, auf der bühne, ein paar sekunden noch mal nicht bewegen, den kopf so ein bisschen gesenkt, mit einer hand das mikro, mit der anderen das kabel, hach, und dann sind sie fertig und sie bedankt sich beim publikum, auf französisch, die einzgen sätze an dem abend, die nicht gesungen sind, und mir wird erst in dem moment klar, dass das ganze konzert ohne unterbrechungen stattfand, ohne ansagen, ohne nervige monologe, wobei monologe von emily haines bestimmt ganz wunderbar wären und kein bisschen nervig. es wurde nichts gesagt, ausser das was mit den songs gesagt wurde, und da war kein gitarrenstimmen, keine absprachen zwischen der band, gar nichts, ein song nach dem anderen, harmonisch ineinanderfliessend, keine pausen, nichts, alles perfekt und professionell und aus einem guss und ganzganzganzganz wunderbar. alle schreien und johlen und wollen mehr, aber sie gehen von der bühne, diese vier, joshua hebt jimmy hoch, und hebt ihn so ein bisschen richtung publikum, damit alle das bandrückgrat nochmal bejubeln, sehr goldig, und wow, der drummer ist ja noch hübscher, als er da im dunkeln hinter den drums aussah, lecker, sieht susa's thorsten vielleicht ein bisschen ähnlich. und emily, EMILY! winkt nochmal, und ist dann weg, in ihrem durchgeschwitzen rosa kleidchen mit dem komischen etwas drachenmäßigen nähten hinten am rücken. hach.
jimmy shaw. [metric.] jimmy shaw & emily haines. [metric.] jimmy shaw. [metric.] jimmy shaw & emily haines. [metric.]
und das licht geht an, hallo, realität, und ich sag zu thomas, dass ich jetzt lesbisch bin, und er sagt "ich auch." und dann sitzen wir erstmal wie betäubt am bühnenrand und ich bin sehr spacey und kann kaum einen sinnigen satz sagen, wie nach zu viel sex. erstmal noch bier trinken, und dann das synthie mal anfassen, hach, emily's, EMILY's! sequential pro one, hilft auch nicht, hach. irgendwann lauf ich dann noch mal raus und kauf beim mädchenfüralles die cd mit dem bonus track für frankreich, die schweiz, belgien und italien. muss ja doch sein, natürlich muss dass sein, fangirl und so. das mädchenfüralles fragt, wie ichs fand. "it was the fucking best concert i've seen this year, the happiest 90 minutes i've ever had." sag ich. "and i'm lesbian now." dasmädchenfüralles lacht. "i can totally see your point," meint er, "but i think all girls are bi anyway." ungefähr zwanzig minuten nach ende des konzerts, der einzige security mann hat schon gesagt, dass wir und die vielleicht zwanzig anderen leute die da noch runterkommend rumhängen gleich mal gehen sollten, da kommt plötzlich was rosanes über die bühne runter in den club, und es ist emily, EMILY! sie sieht viel kleiner aus als auf der bühne, ist vielleicht 5cm größer als ich, und ganz schmal und zart. ich sprech sie an, ganz höflich, und sie bleibt stehen und lächelt. hach. emily, EMILY! fangirl talk. helloemilyexcusemebutihavetothankyouforthisshow. itrockedsomuch. thankyousomuch. ivebeenwaitingforitforagesanditwasawesome. icameallthewayfromgermany. iheardyouredoingasoloalbumwhatsitgoingtobelike? "oh it's mostly just me and the piano and it's going to be out in the fall." willyoubetouringnextyear? willyoubedoingfestivals? und sie bedankt sich und sagt, wie sehr es sie freut, dass es uns gefallen hat, und dass sie es versuchen werden, vielleicht einfach irgendwo in nem club spielen, keine grosse tour, weil sie ja keinen vertrieb in deutschland haben, und sie fasst dabei meine unterarme an. emily haines fasst meine unterarme an. oh. mein. gott. emily, EMILY! ich frag ob ich ganz peinlich fangirlig sein darf, und ein photo mit ihr machen kann, und klar, das machen wir, und ich weiss schon, als thomas das photo macht, dass ich darauf ganz schlimm überlächeln werde, und dann reden wir noch ein bisschen weiter und emily haines, EMILY!, sagt ein paar sätze, mit denen sie mein herz noch mehr gewinnt, hach, emily, EMILY!, und dann signiert sie noch meine cd, und dann sage ich noch mal thankyousomuchseeyounextyearhaveagreatreastofthetour und das wars dann. französische fangirls und fanboys übernehmen, und ms.haines redet französisch und ist goldig und geduldig und umwerfend süss, und eigentlich will sie sich sicher nur umziehen gehen, muss ja doch sehr kalt sein, in dem dünnen verschwitzten rosa kleidchen, aber sie geht erst, als alle abgefertigt sind. auf der bühne sitzt derweil joshua, der bassist, und packt irgendwelches zeug ein, und deswegen fangirlmonolog washrinserepeatifdesired, [thishasmeantsomuchtome. pleasecometogermany. pleaseplayateurockeennes. youaremymostfavouritebandever. thiswastheconcertoftheyear.] und er ist auch goldig und scheint zufrieden mit dem konzert und signiert meine cd.
fetish fodder. [heart.] signature. fangirl heaven. [from now on: girls.]
und dann sagt der security typ, wir sollten jetzt echt gehen, und das machen wir, jacken holen, dem mädchenfüralles ein tschüss zurufen, dem bassisten von torso sagen, dass er heiss ist, und mit dem letzten bier in der hand aus dem club rauslaufen und draussen erstmal in die knie gehen vor glück, und dann durch strasbourg laufen, sms schicken bis das handy alle ist, gutes kronenbourg im dönerladen erjagen, anrufe tätigen und immer wieder die gleichen sätze sagen, ichbinjetztlesbisch. siehatmichangefasst. wirhabengeredet. und irgendwann den weg ins hostel finden, nochmal den bonus track der cd hören und um zwei uhr schlafen gehen, aber nicht schlafen können, weil die starsgrippe den aufstand probt und das adrenalin rauscht und das hostelzimmer zu warm ist und alles eh zu viel auf einmal und ich von konzerten und konzertphotos halluziniere. irgendwann hab ich genug und sitze schliesslich um fünf uhr morgens auf meinem hostelzimmer und gucke mir die 5 minuten calculation theme an, bis das kamera akku leer ist. paar stunden später dann die perfekte legionellendusche, gefolgt von einem genau rationierten französischen frühstück [seulement une croissant!] mit viel krümeln, und dann noch mal mit thomas durch strasbourg laufen, nothing but blue skies, und bei monoprix das veganeorangenkekseausfrankreichritual vollziehen, und dann am bahnhof in der sonne sitzen und über sinn und zweck von patenten reden und über photographieren und bloggen und gestern abend, aber über nichts so wirklich richtig, eigentlich, denn alle paar minuten seufzt einer von uns beiden vollkommen unmotiviert laut auf. "ach, emily. EMILY!" vollkommen gaga. und dann in den ec steigen und nach einer halben stunde endgültig tschüss sagen, und merci für die perfekte konzertbegleitung, und dann in baden-baden in der sonne sitzen und regionalbahnfahren, und dann zuhause, vierundzwanzig stunden nach der abfahrt. vierundzwanzig stunden, die sich wie jahre anfühlen.
noch nie so grosse lust gehabt, die band mit nach hause zu nehmen. now it's late and you are nowhere to be found. naja, nowhere ausserhalb meiner itunes; nowhere ausserhalb meines flickr streams. ach, emily, EMILY!
merci beaucoup.