Dienstag, 31. Mai 2005

who put the 'm' in manchester?

*schnief*

[danke, frank. same here, same here.]

venus sextil saturn.

"jetzt ist ihnen besonders wichtig, daß ihre emotionalen beziehungen der realität entsprechen - sie wünschen sich echte beziehungen."

number one.

am 31.mai 1995 habe ich eine stunde mathe geschwänzt, die einzige schulstunde die ich streberin je geschwänzt habe, bin in einen zug nach münster gestiegen und habe den tag in gesellschaft der anderen ersten liebe verbracht.

10 jahre. ohmy.

wie seltsam, dass ich mich noch erinnere, an dieses datum. wie seltsam, dass ich es bemerke, dieses jubiläum.

zur feier des tages da habe ich ihn mal wieder gegoogelt, wie ich das so tu, alle paar monate einmal, ihn, den spannenden mann der die erste liebe war.
es war nicht viel neues zu finden: er macht immer noch das, was er schon damals gemacht hat, kunst.
bis vor ein paar monaten wohnte er wohl auch noch in der wohnung in der wir den tag damals verbracht haben. jetzt finde ich ihn nicht mehr über das telefonbuch. wer weiss, wo er ist.

was mich wirklich interessiert, ob es ihm gut geht oder nicht, was er macht, was er denkt, was er fühlt, was für musik er hört, wen er liebt, ob er kinder hat, ob er glücklich ist, das konnte ich nicht er-googeln.

ich könnte ihn fragen.
da ist eine email adresse. da ist eine website eines bekannten von ihm, der zusätzlich auch noch bloggt und flickrt. 'send xy a message' steht da neben dem flickr profil dieses menschen.
wie schnell hätte ich getippt 'sag mal, ich glaub du kennst meine erste liebe, wie geht es ihm, wie kann ich ihn erreichen?'?

es wäre ein ding von weniger als einer minute.

vor monaten war ich schon mal kurz davor mich der anderen ersten liebe zu melden, hatte es vorgeschrieben, das email, habe es dann aber nicht geschickt.

was, wenn er sich nicht erinnert an mich und an das was war? was, wenn er einfach mehr spuren bei mir hinterlassen hat als ich bei ihm? was, wenn er enttäuscht wäre von mir, heutzutage? was, wenn wir uns nichts zu sagen hätten?

eigentlich ist es gut so wie es ist, so wie es war.

unsere kleine gemeinsame geschichte ist abgeschlossen, vorbei, lang vorbei.
sie ist ein bisschen tragisch, voller liebesbriefe mit skizzen von ihm und voll sehnsucht und gespielter leichtigkeit und "sollen wir uns mal wieder festhalten?". auch wenn sie nicht perfekt ist, gar nicht perfekt, so ist sie schön, sehr schön, diese kleine geschichte.
sie hat den trend gesetzt, in vielerlei hinsicht. einen guten trend.

heute denke ich an das schöne zimmer in der obersten etage dieses altbaus in münster mit dem holzboden voller farbflecke und dem blick über die dächer und an das rumsitzen im raum, auf diversen stühlen weil das bett ein wenig [furcht]erregend war. ich denke an die photos die an der wand lehnten, von seiner beinahe freundin gemacht, und an ihn und seine haare und seine augen und sein "sag mal, bist du eigentlich deswegen heute hergekommen?" und daran, dass wir über mark rothko redeten, nachher, und all das ist gut, sehr gut.

dank dir, f.
das war schön, damals.

[the time i think most clearly | the time i drift away | is on the busride that meanders | up these valleys of green and grey | i get to think about what might have been | and what may yet come true | and i get to pass the rainy mile | thinking of you]

trend. [#2]

negative turquoise is the new positive black.

Montag, 30. Mai 2005

zwischendenzeilenleseschwäche.

"du bist eine chauvinistin." sagt ringo.

wir sitzen regengeschützt auf der fast leeren dachterasse von karstadt, kaffee trinkend, blick aufs münster vor puscheligen grauen wolken.

er hat mir nicht richtig zugehört letzte woche im schlappen, hat gedacht verknalltsein sei abkömmlich beim rebounden, und jetzt kriegt er den ganzen tag sms von einer frau von der er nicht mehr will als er schon bekommen hat.

das bett rieche nach ihm, sms-t sie ihm.

"mann, ringo, so geht das doch nicht," sage ich. "man sagt das doch gleich irgendwie. entweder one-night-stand oder verknallt. dazwischen is nix. dat muss klar sein."

[ringo stammt ursprünglich aus bottrop. mit ihm verfalle ich unter umständen schon einmal kurzfristig ins heimatliche idiom.]

"das sagst du so leicht."

"man sollte niemals mit menschen ins bett gehen in die man nicht verknallt ist, das ist schlecht für die seele, schlecht für das herz." erläutere ich

"das habe ich dann wohl nicht zwischen den zeilen gelesen am dienstag", sagt er.

"zwischen den zeilen, da steht viel, so viel." sage ich. "mit excel-denken kommt man da nicht weit."

"ich habe eine zwischendenzeilenleseschwäche." sagt er.

so sitzen wir da, schauen aufs münster und reden über musik und miami vice und über unpeinliche deutsche songtexte und bloggen und das leben und männer und frauen und kosenamen.
er kannte eine frau die ihren kerl 'stummelschwänzchen' nannte. sehr übel. "ich hätte sie im gegenzug 'hängetittchen' gerufen", sagt ringo. lachen.
ich erzähle davon, dass e. und ich uns nur 'männchen' und 'weibchen' genannt haben, damals. ringo nennt frauen die er liebt 'spatzl'. das käme kurz bevor er "ich liebe dich" sagen würde.
"das ist also der ultimative test, hm, ringo?", sage ich. "wenn sie das nicht abschreckt, dann sind sie gut?"

mehr lachen.

ringo sagt, dass er eine application für den belfort festival trip mit susanne und mir ausfüllen will.

[dazu in meinem kopf das gleiche set vor 48h, in anderer begleitung unter einem der grossen weissen jetzt zugeklappten sonnenschirm sitzend, bei 15°C mehr, die füsse hochgelegt, dazu kuchen der nach weihnachten schmeckt, die hitze egal und die augenlider gehen nicht höher als halbmast vor sonnenlicht, glück und endorphinen. ach ja, die schwerkraft. die sonnenbrille ist in den haaren, der visor muss oben sein, maximum visibility ist essentiell.
umbrellas.
"sehnsucht!" flattern die schmetterlinge in meinem bauch, heimlichstillundleise. wie kann das eigentlich sein, frage ich mich, dass ich jemanden tatsächlich sowas wie vermissen kann, obwohl er erst so kurze zeit mitspielt in meinem film, und das obwohl der wohl gerade von david lynch, lars von trier und jim carrey in collaboration gedreht wird. man streitet untereinander, viel.
so seltsam es ist, so weh es immer wieder tut, so unvorhersehbar es ist, es ist schön, das leben, dieser tage.]

ohne ton.

drei musiksender ohne ton durchzappen und laufen lassen, in der hoffnung 'best of you' von den foo fighters zu sehen, das fühlt sich an wie gegen ende der 80er mit meinem bruder vor dem radio zu sitzen und bei bfbs songs auf tape aufzunehmen.

[bis dahin auf heavy itunes rotation: kaiser chiefs 'every day i love you less and less' & maximo park 'i want you to stay'. der doktor, er hats gerichtet, musikalisch. danke.]

selbstdisqualifikation.

"ich weiss genau wie du dich jetzt fühlst." ist der ultimative selbstdisqualifikationssatz.

man hört so diesen satz und weiss: diese person hat nichts verstanden. gar nichts.
es macht das leben wunderbar leicht wenn menschen sich selbst disqualifizieren.
runter vom spielfeld mit ihnen.

Sonntag, 29. Mai 2005

sonntagsnotizen [#4].

# es ist vollkommen unspießig scholl schuhspray gegen stinkende sneakers zu benutzen.

# itunes sind ein wohnzimmer.

# wer will schon trophäen haben?

# the j.r.school of objectification. "i learned from the best, i learned from him."

# playlist 2005-05 "no residue". 260 titel. 18:14:58 gesamtlaufzeit. 1,22gb.

# frühstück auf dem balkonboden unter dem sonnenschirm, dazu maximo park, laut, brötchen, noch warm, die erste wassermelone des jahres. die bild titelt "mallorca: esel wollte deutsche urlauberin vergewaltigen" und "joschka läuft sich wieder dünn" und die post hat umschläge mit mehr musik gebracht, aus berlin und hamburg. auch noch mal maximo park. gutes von allen seiten.

# schon wieder überall stag & hen's night gruppen. kaum zu ertragen. wer solche freunde hat braucht keine feinde. aber sie könnten gutes karma geben. deswegen einem vollkommen besoffenenen, unattraktiven typen für 1€ ein stück der grünen latzhose abschneiden. just in case.

# bier und brezeln im kastaniengarten. apply liberally, rinse, repeat as necessary.

# die beinahe unerträgliche ruhe der siesta haltenden stadt.

# auf die leseliste: the proper care and feeding of husbands. und spex.

# die beste pizza der stadt aus der trashigsten pizzeria der stadt mit dem besten ausblick der stadt essen. dazu die beste lightshow der stadt. overdose an schönheit.

# bei diesem wetter bleiben dinge an mir kleben.

# der himmel spielt gewittervorbereitung für nichts, einmal donner, dann alles wieder wie vorher. da muss man sich sein eigenes thermisch-meterologisches grossereignis selbst machen.

# sweet you rock and sweet you roll.

# letzte zeile eines emails: "und du? und du? und du?"

# faustpfand: rosa, h&m, € 1,90.

# sonntagsabends kurz vor mitternacht extrem müde aber gleichzeitig so extrem entspannt sein als läge eine zweiwöchige ayurvedakur mit täglichem mehrstündigen, vierhändigem abhyanga hinter einem. das befriedigende wissen man hat etwas, nein, alles richtig gemacht dieses wochenende.

# komm her, sommer, komm her. das mit dir und mir, das wird rocken.

mittendrin.

start living.

trend. [#1]

bigger. better. faster. more.
[hätte dieses blog kategorien, so wäre dies ein post in der "dumme fragen verdienen dumme antworten/sowas von egal" kategorie.]

provinzleben.

"diese stadt füttert meinen inneren amokläufer."

Samstag, 28. Mai 2005

Freitag, 27. Mai 2005

happy cadaver.

feiertag, 30°C +, und freiburg hält nach morgendlicher präsentation des leibes christi bei der prozession durch die altstadt siesta, den ganzen tag. kaum touristen, kaum leute auf der strasse, zu dieser frühsommerzeit, stattdessen überall fahnen und birken und blumen und heiligenbilder.
schön ist das.

mit andrea ein wenig durch die stadt streifen, cola light [extra eis] von burger king, windowshopping, reden, soja-eis von 'pornofino'. all das in so wenig kleidung wie möglich, rock, skimpy top.
es ist verschwenderisch, übermütig, leichtsinnig, schon jetzt maximalunbekleidet [gerade noch gesellschaftstauglich] herumzulaufen. es wird noch heisser, natürlich wird es das. man sollte sich das wirklich wenig anziehen aufsparen. aber das klappt nicht, klappt nie im südbadischen frühsommer.
es ist einfach zu warm für t-shirts.

also schon jetzt bikini statt unterwäsche und die wärme auf den spaghettibeträgerten, frisch ge-buffy-ten schultern. sonne und wärme fühlen sich an wie anfassen.
das macht sehnsüchtig.
anfassen, das ist gut, sehr gut.

in der buchhandlung zum wetzstein liegt der mai aus kästner's 'die 13 monate'.
der mai
im galarock des heiteren verschwenders,
ein blumenzepter in der schmalen hand,
fährt nun der mai, der mozart des kalenders,
aus seiner kutsche grüssend, über land.

es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
er winkt! und rollt durch einen farbenhain.
blaumeisen flattern ihm voraus und finken.
und pfauenaugen flügeln hinterdrein.

die apfelbäume hinterm zaun erröten.
die birken machen einen grünen knicks.
die drosseln spielen, auf ganz kleinen flöten,
das scherzo aus der symphonie des glücks.

die kutsche rollt durch atmende pastelle.
wir ziehn den hut. die kutsche rollt vorbei.
die zeit versinkt in einer fliederwelle.
o, gäb es doch ein jahr aus lauter mai!

melancholie und freude sind wohl schwestern.
und aus den zweigen fällt verblühter schnee.
mit jedem pulsschlag wird aus heute gestern.
auch glück kann weh tun. auch der mai tut weh.

er nickt uns zu und ruft: "ich komm ja wieder!"
aus himmelblau wird langsam abendgold.
er grüsst die hügel, und er winkt dem flieder.
er lächelt. lächelt. und die kutsche rollt.

ja. so ist es.

no love, no glory.

did i say that i loathe you?
did i say that i want to
leave it all behind?

i can't take my mind off of you
till i find somebody new.
gestern abend. auf dem balkon sitzen, im dunkeln, angenehm konversierend, während damien rice 'the blower's daughter' singt. so schön, dass es wehtut.
das erste hören von damien rice's 'o' war am valentinstag, bei saturn, abends um sieben, weil ich angefixt worden war mit 'cannonball', und d. sprang um mich rum weil er keine lust auf cds kaufen hat, und weil ich so komisch war, schon die ganze letzte woche, und nun da stand und caromusik hörte, die er sowieso nicht abkonnte, und tränen in den augen hatte.

ich hab sie nicht gekauft hab, damals, diese cd, obwohl ich mich doch so sehr verknallt hatte, in vielerlei hinsicht.

ich bin froh darüber, so froh, dass ich sie erst jetzt habe, diese musik, dass sie nicht erinnerungskontaminiert ist.
denn es gäbe keine passendere musik für diesen moment, für diese nächte, als diese.

juni.

mit ringo im schlappen, dienstag abend.

"etwa schon 'und alles bleibt stumm und kein sturm kommt mehr auf wenn ich dich seh'?"

"nee, nee. aber es ist ja auch noch nicht juni."

out.

backbeat.
re 9019.
backbeat the word is on the street that the fire in your heart is out

Mittwoch, 25. Mai 2005

secret.

secret.

junger mann gesucht!

junger mann gesucht.
es geht nach belfort, im juli, definitely.

bisher fahren zwei aufregende, wirklich wunderbare frauen, vielleicht in begleitung eines erstklassigen herrn. für diesen fall wird eine nummer vier gesucht, ach was, egal, wer mit will, soll sich melden, gerne auch mädels, hauptsache cool.

the more, the merrier, etc.

eine eventuelle männliche nummer vier sollte folgenden mindestanforderungen entsprechen:

30+ | ungebunden | indie aficionado | articulated in wort und schrift | unterhaltsam | authentisch | ehrlich | tendenziell unschockbar | hang zu bierkonsum und sexueller ausschweifung

keine angst: zelten wird vermieden. aus dem alter sind wir raus.

apply here.

fieber.

auf den ersten gedanken pervers, auf den zweiten beinahe passend:
fiebriges lingerie shopping.

bottomline.

in all this time,
the bottom line is you don't know how much i feel
you say you see but i don't agree
you don't know how i feel

Dienstag, 24. Mai 2005

grenzen.

grenzen.

auf der lauer.

sie liegen auf der lauer, die sentimentalitäten, überall.
in der rechten ecke meiner unterwäsche schublade. auf meinem desktop. in meinem cd player. auf meinem bücherregal.

deswegen fenster auf, türen auf, rumräumen, aufräumen, wegräumen, ganz restorativ. bewusst andere musik hören. dabei gesund werden.
dann die andere bettdecke rausholen.

[seit gestern abend, 8pm, wieder zu hause in f-town.]

danke.

vielen dank, lieber körper, dass du ausgerechnet jetzt aufgibst.
hast doch 3 wochen beinahe maximaler belastung bei minimaler schlaf- und nahrungsversorgung ausgehalten.
dreivier tage länger, für aktives rest & recovery, die wären doch auch noch drin gewesen. also wirklich.

Montag, 23. Mai 2005

gasp!

bright eyes | interpol | kasabian | nine inch nails | the chemical brothers | garbage

fehlt nur the notwist.
zumindest an dem freitag sollte ich da wirklich hinfahren. wirklich jetzt.
belfort. das ist doch praktisch nebenan.

[gerade mal geguckt. 2h mit der bahn. das ist nebenan. yeah. it's a plan. bisher fährt man zu zweit. das wird exorzistisch. hurra.]

Sonntag, 22. Mai 2005

unverhofft/oft.

heute ist so ein tag, da fühle ich mich wie damals, vor fast genau 5 jahren beim konzert von echt auf dem zmf.

es war ein schönes konzert.
wunderbarer sommerabend, zmf stimmung, tina und thilo und noch eine handvoll anderer leute und ich waren da zusammen hingegangen, hatten den altersdurchschnitt in den ersten reihen um eine halbe dekade erhöht, tranken bier, rockten rum, vollkommen hemmungslos bescheuert.

und dann, nach zwei dritteln des konzerts, da steht kim frank auf der bühne und kündigt an, dass sie jetzt ein lied spielen, das ein ganz wunderbarer sänger aus hamburg geschrieben hat, "ein lied das keiner hier heut abend kennen wird, aber uns bedeutet es viel", und dann kommt er, der erste akkord, und es ist wohin.
von niels frevert.

ich war selten so vollkommen überrascht und überwältigt von einem moment, so spontan und unerwartet glücklich wie in jenem.
ich fühlte mich, als hätte ich die inside story.
und ohmy, bin ich rumgesprungen, hab ich mitgegröhlt bei dem lied, damals.
schön war das.

heute ist ähnlich. irgendwie. auf irgendeinem level.
ich kann gar nicht genau erklären warum.

unverhofft, kommt oft.
oder wasauchimmer.

gestern am frühen abend, bei der einfahrt des re 29731 nach köln hbf, da stand ich aussteigebereit an der zugtür, und ohmy, da draussen auf dem bahnsteig, da stand tatsächlich ein mann in einem henry rollins/free the west memphis three t-shirt. ein first. rrroar.

in den sekunden bevor die tür aufgeht, da überlegte ich, was ich ihm entgegen rufen könnte [varianten von "free the west memphis three!", obviously.] aber als sie dann auf war, die tür, da fiel ich vor lauter aufregung aus dem zug raus, blieb an dieser blöden gitterstufe hängen, er ging an mir vorbei, der mann mit dem t-shirt, bevor ich was sagen konnte, und *KRACKK*, da war er abgebrochen, der absatz des rechten lieblingsschuhs.

sowas hat normalerweise das potential einen abend gründlich zu ruinieren.

nicht so gestern. denn wie schon gesagt, so wie 'echt' damals niels frevert sangen, so kommt unverhofft oft, und so fand ich mich in brandneuer, männlicher und extrem guter gesellschaft minuten nach dem ersten real life kennenlernen im durchaus trashigen goertz17 im kölner hauptbahnhof beim schuhkauf wieder.
hardcore war das, denn die auswahl war schlecht, die laune gut, und ich überrascht, denn welcher mann weiss schon von den perils des fesselriemchens?
unterhaltsam, war es auch: für ihn, für mich und den halben laden noch dazu. am ende kaufte ich, nach seiner auswahl, das am wenigsten hässliche paar schuhe das der laden zu bieten hatte. tragbar, diese schuhe.
auch wenn heute meine kleinen zehen voller blasen sind. yeah.

später dann, unverhofft, oft etc., eine wunderbar trashige touristenkaschemme am rhein, kölsch und den eigenen soundtrack einohrig, während auf dem anderen ohr die kneipeninterne übertragung des grand prix d'eurovision zu hören ist, den ich ja eigentlich wie den vorentscheid livebloggen wollte, das hab ich verpasst, so ein pech aber auch. dazu dann angeregte unterhaltung und am nebentisch ein hemmungslos knutschendes pärchen, über das wir wild spekulierten.

seltsam ist es also heute, gestern, dieser tage. alles.
seltsam wie ein konzert, bei dem echt einen song von niels frevert spielen, wobei man es ja eigentlich so peinlich findet, dass man echt mag. wie schuhe kaufen mit jemandem, den man gerade erst kennen gelernt hat. wie den eigenen soundtrack mal wieder selbst liefern, und teilen, und die liebsten lieblingslieder vorzeigen und sie werden gemocht.

seltsam. aber nicht schlecht, nein, gar nicht schlecht.
gut. irgendwie.
nein. schön sogar.

ja. überrascht sind wir, hier in caroville.
sehr überrascht.

quotable.

but it all boils down to one quotable phrase:
'if you love something: give it away.'

Samstag, 21. Mai 2005

aufwasch.

den aufwasch, den macht herr shhhh.

Freitag, 20. Mai 2005

wort des tages.

schlimm.
78 mal. in einem email thread.

stop-angebot.

einmal zeit anhalten, bitte.

[tempting.]

worte des morgens.

"wenn ich gut bin, kann ich alles vergraben."
[courtesy: herr w.]

subjektivität.

persönliches tageshoroskop von samstag, 21. mai 2005: subjektivität
schwacher einfluß: während dieser zeit überwiegen persönliche und subjektive überlegungen. sie empfinden großes kontaktbedürfnis und möchten mit freunden und geliebten menschen zusammensein. sie sind aufgeschlossen für die gefühle und stimmungen der nächsten mitmenschen, sie möchten sich ihrem rhythmus anpassen, mit ihnen empfinden. das alles sind unbewußt gegebene signale für den wunsch nach einer beziehung zu einer gruppe. sie sind emotional aufgeschlossen, wenn ein mitmensch sympathie, wärme und verständnis sucht. sie sind auch mit sich selbst beschäftigt. das ist an sich in ordnung, solange Sie sich in diesen gemütszustand nicht so stark hineinsteigern, daß sie anderer leute ansichten nicht mehr verstehen können.
objektivität wird jetzt kleingeschrieben.

[mond durchquert das 1. haus exakt um 23:36.]

Donnerstag, 19. Mai 2005

desperate.

desperate. [i'm yours.]

igel.

#4248 - €13.41 | #4279 - €14,57 | #4291 - €20,40 | #4381 - €13.99 | #4382 - €13,99 | #4383 €13,99 | #4393 - €17.49 | #4395 - €17.49 | #4406 - €23,31 | lab (misc) - €6,20 | admin - €25,00
total - €179,84

new york. rio. tokyo.

berlin | hamburg | frankfurt | berlin | frankfurt | berlin | hagen

[sick in the head, in a number of ways, dieses drehbuch.]

Mittwoch, 18. Mai 2005

tatbestand. rechtswidrigkeit. schuld.

morgen jedis gucken mit andreas, seit einiger zeit geplant, abgesagt. morgen noch keine rückreise nach f-town. die sachlage erklärt. mich entschuldigt. mitgeteilt, zynisch, dass er recht gehabt hat, die ganze zeit, irgendwie, irgendwo. sich gut fühlen darf, deswegen, wenn er mag.

me. "und das ich dir absagen muss: sorry noch mal. er ist schuld."
er. "selber schuld."
me. "ach. das tat gut. danke."
er. "immer wieder gerne, wenn dir danach ist..."

ein holographisches heiligenbildchen ist weg.

multi-tasking.

"hilfe! sorry. moment mal.", sagt sie, eine viertelstunde in unser telefonat hinein. "ich hab mir gerade die haare angezündet, mit meiner zigarette."

"the dangers of multi-tasking", sage ich. ich schaue essen an, trinke bier, rede. sie raucht, trinkt wein, redet.

"klar, man soll ja auch wirklich nicht drei sachen auf einmal machen", sagt sie.

stille. einen kleinen moment nur.

dann lachen wir. gemeinsam.
[bizarre, yes.]

Dienstag, 17. Mai 2005

eingeschläfert.

während ich mit der panischen, eingekorbten katze im op auf den tierarzt warte, da höre ich wie im behandlungsraum nebenan ein tier eingeschläfert wird.

nein, sie ist nicht laut, diese aktion. ich höre nur das gespräch darüber. ich höre die prozedur.

es geht um ein meerschwein.

die besitzerin und ihr sohn saßen neben mir und der katze im wartezimmer. sie hatten schon damit gerechnet, das arme vieh, jung noch, erst 4, seit fünf tagen fast reglos, frisst nicht, macht nichts, hockt in der ecke. schlechtes gewissen, weil sie es allein gelassen hatten über pfingsten.

ich höre, dass der arzt die körpertemperatur des meerschweins misst, sie ist niedrig, viel zu niedrig, das kleine tier hat kreislaufversagen, kühlt schon aus.

"nein, zu retten ist es nicht." sagt der arzt.

die besitzerin ist gefasst. der arzt sagt die üblichen dinge über 'keine schmerzen', redet von der 'schnellen erlösung'. die besitzerin redet davon, dass es nicht leiden solle, das arme tier.

dann redet man über die entsorgung des meerschweins.

"nein, wir haben nur eine terasse, und bei den nachbarn, da wollen wir es nicht vergraben." sagt sie. "es kommt dann in die entsorgung.", sagt der tierarzt.

dann geht die tür vom behandlungszimmer auf, er geht einmal durch den op durch, grüsst mich und die katze, freundlich, holt aus einem nebenraum ein medikament, rotweisse pappschachtel, geht wieder ins behandlungszimmer.

ich höre sie während des tods des meerschweins reden. über andere meerschweine die das gleiche schicksal erleiden mussten.

dann ist es vorbei.
keine veränderung in der atmosphäre. eine meerschweinseele weniger. sicher wird sie höher wiedergeboren.
schön.

so passend alles, heute.
an diesem so abgefuckten tag.
alles so perfekt ge-scripted, seit gestern. ach was, seit dem anfang.
too fucking circular for my liking.

[einmal das zeug in der rotweissen pappschachtel. die variante für gefühle, bitte.]

certainty.

soundtrack: the notwist's 'shrink', und mit 90kmh die b57 runtergezuckelt, wie auf schienen, wie im film, und an der ersten ampel, hinter xanten, da fiept das handy 'morgen erst, ok?' und spätestens da, da ist es klar. glasklar.

präventives schwarz dann heute morgen, und die wahrscheinlichkeitsrechnung, sie geht auf, tatsächlich.

zu dumm.
erwartung ist nicht vorbereitung.

[die 'i told you so's bitte in einer reihe aufstellen. jeder kriegt ein holographisches heiligenbildchen aus kevelaer. sind genug für alle da.]

Montag, 16. Mai 2005

redefinition.

nach einer fast schlaf-freien imkreisgeredeten nacht hatte ich das bedürfnis nach einer einem richtig kratzigen peeling, einer kalten dusche, autofahren und un-echtem.

also allein in den größten nordwesteuropäischen marien-wallfahrtsort, nach kevelaer.

umgeben von kerzen mit holographischen marienbildern, honigkuchen mit benedikt xvi., gory st.sebastian schnitzereien (aus plastik) und menschen die am hellichten tag in der öffentlichkeit ave marias beten und marienlieder singen, da war sie endlich, wieder, meine identität.

identität re-definieren [zumindest kurzzeitig] durch extreme abgrenzung von äußerem.
tat gut. war nötig. hat leider nicht so lang gehalten. die parallelitäten sind immer noch überwältigend. the lines are fading.

windowshopping: monstranzen, kerzen, kelche, rosenkränze. shopping: toll freakige johannes paul ii. wackelbilder für 80 cent [anyone?]. keine kerzen angezündet. rumgelaufen. votivschilder gelesen. fingerspitzen in weihwasser getaucht, aus gewohnheit. photos gemacht. rumgesessen. menschen beobachtet.

dann weitergefahren, wie unter drogen, zum atomkraftwerk, dem 'schnellen brüter von kalkar', heute: kernwasserwunderland, das bei gutem wetter nur halb so cool ist wie ich es von diesem wintertag mit evan vor 4 (?!) jahren in erinnerung hatte. eines tages muss ich mal die 16.50 eintritt bezahlen und mit jemandem einen freakigen allyoucaneatclimbthatcoolingtower tag dort erleben.

dann nach hause gefahren, irgendwie, wie auf schienen, überholt doch alle, ihr dummen motorradfahrer, the notwist hörend, guaranakaugummikauend.

jetzt kommt die müdigkeit, die hybris der schlaflosigkeit geht, und das was ich da so als wahrscheinlichkeitsrechnung aufgestellt habe, gestern nacht, das erscheint mir immer plausibler, das fange ich jetzt erst an zu verstehen, das macht mir jetzt erst richtig angst.

abwarten. abwarten. abwarten.
das kann ich. für eine kleine weile noch.

zustandsbeschreibung: under-slept. under-fed. under-talked. under-touched. under-loved. under-alles.

wird schon.
alles.
irgendwie.

wallfahrt.

kevelaer. a photo set.

schlaflos.

beginning. [2:46am]
* es muss schwanzschwägerinnenschaft heissen. wegen des penetrierenden elements. [seltsam. first. parallel. autsch.]

* versuch der identitätsrettung: problematisch ab interaktion.

* verdrängung ist, was uns über wasser hält.

* es gibt da diesen punkt an dem man vollkommen ausgeschockt ist. mit einem mal: unschockbar.

* proofreading.

* coping mechanisms.

* wert. bedeutung.

* lachen, weil es nicht zum weinen reicht. seit tagen nicht.

* last but not least: danke. dank dir. sehrst.
end. [07:01am]
[soundtrack. kinda.]

Sonntag, 15. Mai 2005

sonntagnachmittag.

innenhafen duisburg. a photoset on flickr.

more than a man.

all the girls love sebas.

vokabelheft.[#3]

schwanzschwagerschaft, die.
bezeichnung für die (verwandtschaftliche) verbindung zwischen männern, die sexuelle beziehungen zu der gleichen frau aufrecht erhalten oder erhalten haben.

beispielsatz:
damals habe ich durch schwanzschwagerschaft noch mehr von ihm gehört und mitbekommen.

[nachgedanke: ist das weibliche äquivalent pussyschwägerinnenschaft? oder ist es schwanzschwägerinnenschaft, da frau ja mit ein und demselben schwanz in kontakt war? ]

fiktion.

heute morgen connie palmen's 'idole und mörder' zu ende gelesen, und es ist ein gutes essay, trotz kleiner macken. da sind einige leuchtenden, schlaue sätze und gedanken über identität, freien willen, medienkultur, einseitige beziehungen, illusion, lüge und fiktion.
"die lüge fürchten wir weniger als den trügerischen augenschein der freiwillig gewählten fiktion."
das war einer dieser sätze heute morgen.
nur das 'warum' dieses satzes, das kann ich noch nicht genau begründen. kommt noch.

sex.

sonntagsnotizen. [#3]

* look after yourself in greenland, dearest ben. stay away from the polar bears, should they decide to go for a little inland hike, and don't dare to fall into crevasses that you can't climb out of. i'd be angry.
above all: enjoy, man. enjoy.

* wäre ich gerade nicht allein, so wäre es *der* tag um das bett gemeinschaftlich nicht zu verlassen und dem regen zuzuhören, zu zweit. kitsch, ja. stattdessen: autofahren, im regen, mit something for kate acoustic versionen zum mitsingen.
auch schön.

* unerwartetes verstehen. wie überhaupt alles unerwartet mit dir. alles.

* beim bäcker (ritueller kauf der kuschelzeitung) den titel der bild erblickt. jetzt das dringende bedürfnis diese sachlage und ihre möglichen auswirkungen auf herrn ullrichs juli-aktivitäten dezidiert auf höchstem niveau zu debattieren. erster gedanke: jetzt erst recht nicht. zweiter gedanke: lance hat es trotz trennung gewuppt, 2003. dritter gedanke: lance ist aber eben lance. vierter gedanke: ich glaube ich muss heute abend chris anrufen.

* ich will die musik zurück.

* took all week for the feeling to come | dry your eyes we're staring at the sun | want to call i've got nothing to say | want it all got a line and the nerve to stay | you're keeping secrets | there's only one i need to find | shaking myself from the hum of the morning | saving it all for the rest of the night | losing myself to the drug of the city lights | you're keeping secrets | there's only one i need to find | said it all now there's no mystery | talked so much i forced myself to breathe | underhand but it all went to plan | sold my soul to an understanding man | you're keeping secrets, there's only one i need to find
keeping secrets | motor ace

* ich werde mit dem filialleiter von saturn oberhausen telefonieren. der verkäufer in der fotoabteilung, der schon am telefon zu mir saunett war und versprach mir zu helfen, 'ich solle einfach in den laden kommen, er würde schon eine lösung finden', und mir dann miteilte, dass ich für meine neue kamera kein neues europäisches ladegerät bräuchte, nein, ein kleiner adapter zum preis von 2,19 euro reiche auch, der verdient es, mitarbeiter des monats zu werden.
[vor lauter dankbarkeit dann gleich dort noch eine sexy kleine lowe kameratasche und eine 512mb sd karte gekauft. beweis: richtiges verkaufen zahlt sich aus.]

* +8816.xxx.xxx.xx

wrong.

there must be something in the air she said | that makes it so square when we get together | feels like snakes in my hair and it feels all wrong somehow | by the wall i fell | well maybe next year i’ll fall | i don’t care | cause for alarm you know i mean it so | you know I mean it so | you know i mean it so | so truly truly truly truly truly truly truly
truly.

firsts.

the first. new. ben, the camera and me.

Samstag, 14. Mai 2005

post.

post aus england bekommen. rroarrrr.

ich werde seine füsse küssen müssen wenn wir uns treffen.
[allerdings unter der vorrasussetzung, dass er vorher 4 wochen grönland von ihnen abgewaschen hat.]

:)

show. don't tell.

der versuch dominik graf's der felsen zu gucken wurde gestern abend nach 20 minuten abgebrochen.

es war nicht aufgrund des eingangsplots, nein, obwohl der meine ohnehin dauernd vorhandene lust am erbrechen doch noch weiter verstärkt hat, nicht wegen des dogma-looks, nein:
ich hatte das gefühl, dominik graf traut seinen bildern nicht.

dieses rumgeflirre, diese vollkommen unnötigen voice overs, dieses kommentieren von dingen die offensichtlich sind, dieses erklären wollen, dieses auf jeden fall die blicke der schauspieler richtig verstanden haben wollen, dieses erläuterungen liefern, das war geradezu ekelerregend, weil vollkommen selbst-un-bewusst, vollkommen trying to hard.

er hat keinen mut zur kryptik, der herr graf, keinen mut die bilder sprechen zu lassen, dabei sind sie ja durchaus gut, die bilder, wenn auch lange nicht so kraftvoll oder stark wie sie sein könnten. sie sind so bemüht, so angestrengt, seine bilder.
man muss es ja nicht gleich wie david lynch sein machen (obwohl das natürlich wunderbar ist, zumindest wenn man david lynch ist).
fakt ist aber, wenn man einen film macht, dann gilt es wie beim schreiben.'show. don't tell'.

mehr kryptik: show. don't tell.

[heute abend eine dosis lynch, vielleicht.]

selbstzitat. [#5]

"später darüber nachgedacht, dass es wirklich nicht schlecht wäre, wie ben jetzt 4 wochen durch grönland zu laufen. mehr so als konzept,allerdings.
nicht als tat."

lokalzeitung.

heute in der lokalzeitung. ein photo von mir.
darüber das wort 'gemeinschaft'. darunter folgender text, der -good lord-, alles ist, aber kein zitat dessen, was ich der minderjährigen journalistin vorgestern erzählt habe, als sie mich in der fussgängerzone ansprach.
"natürlich wähle ich, weil es bürgerpflicht ist. wir sollten es hier so handhaben wie in australien. wenn man ein paar jahre lang nicht wählt, gibt es ärger- wenn man sich nicht beteiligen will, kann man ja den zettel unkenntlich machen. aber der wahl fernzubleiben - das ist einfach faulheit. das ist ein verlust an demokratischer kultur. da freuen sich die leute über wahlen im irak, und gehen selber nicht hin. wir sind eine gemeinschaft, und wählen ist gemeinschaftspflicht."
[eigentlich sprach mich der fotograf, herr k. an, so wie immer. es passiert mindestens einmal die woche dass ich ihm in der innenstadt dieser kleinstadt begegne, ihm und wechselnden kleinen jouranlistinnen, die umfragen zu wichtigen lokalthemen machen, denen ich schöne soundbites liefere, und die dann trotzdem meine worte verdrehen. da ist man einer der wenigen menschen in dieser stadt, die sich kohärent äußern können, und diese kleinen mädels machen es kaputt. wenigstens macht herr k. immer nette photos von mir.]

korrigieren wir das.
"natürlich wähle ich. ich halte es für eine bürgerpflicht, zu wählen, die demokratie zu nutzen und zu gestalten. ich wäre sogar dafür, in deutschland - wie zum beispiel in australien - die wahlpflicht einzuführen. die menschen müssen gezwungen werden, zumindest von den wahlen kenntnis zu nehmen: wer sich nicht beteiligen will, kann immer eine ungültige stimme abgegeben, aber beteiligen muss er sich schon, meiner ansicht nach. wahlen einfach fernzubleiben - das halte ich für faulheit. die wahlmüdigkeit in der bundesrepublik ist für mich ein indiz für den verlust an demokratischer kultur. da freuen sich die menschen hier über wahlen im irak, und gehen selber nicht zu ihren eigenen wahlen, zur europawahl oder den landtagswahlen. die demokratie ist eine kostbare gemeinschaft, an der man als bürger eine teilnahempflicht hat."
ja. das ist besser.

Freitag, 13. Mai 2005

trotzdem.

gestern abend, 'lost in translation' gucken. parallel dazu der vergebliche versuch bier zu trinken.

ganz am ende des films, nach dem kuss, während der autofahrt, da fiept das handy 'still awake?' und ich geh das festnetztelefon holen, treppen rauf und runter, während the jesus & mary chain just like honey durchs dunkle haus singen, sehr laut.

es ist 22:45, alles ist dunkel. dieses lied, das leere haus, ich.

review taste. diese szene, dieses lied. einmal. zweimal. dreimal.
keine abnutzung.
erst dann rufe ich ihn an.
tatsächlich, glücklich, ein wenig, wegen des schönen films, wegen des lieds, wegen der telefonischen ablenkung für zwei stunden.

london, daytona beach, hier. dann sind alle telefone aufgehangen.
dann muss ich kotzen.

trotzdem.
[soviel zu 'glücklich'.]

zustandsbeschreibung. [#2]

gerade viel geld bezahlt damit jemand mich blond erhält, anfasst (shiatsuhaft) und mit mir über jeffrey dahmer, jack the ripper, alma maria mahler-werfel und wagner redet.

jetzt: alldressedupandnowheretogo.

meme-alicious.

malte wirft stöckchen:

1. you’re stuck inside fahrenheit 451, which book do you want to be?
[d.h., welches buch würde ich vollständig auswendig lernen und dann ständig rumrezitieren wollen?]
goethe: 'faust'. ganz klassisch, ganz deutsch. gute worte zum dauerrezitieren.

2. have you ever had a crush on a fictional character?
sicher. öfters. ben in soloalbum. [ja, das ist peinlich, aber es war 1998.]. der loserbruder in 'the corrections'. die losermänner bei hanif kureishi. die frauen bei siri hustvedt. und dann (und das ist durchaus erschreckend) durchaus auch schon mal die losermänner bei krausser. obwohl das projektion ist. denn eigentlich hab ich einen crush auf ihn.

3. the last book you bought is:
ich kaufe keine bücher: ich nehme sie aus der elterlichen buchhandlung mit.
die letzten mitgenommenen: connie palmen - 'idole und ihre mörder'. stewart o'nan 'abschied von chautauqua', ein veganes punk kochbuch von 'ox' sowie die beiden bücher von praschl & meike. ehrlich jetzt.
die letzten bücher die ich tatsächlich selbst bezahlt habe waren jeffrey mcdaniels anthologie 'the splinter factory' und das 'kaffee.satz.lesen' buch.

4. the last book you read:
helmut krausser. thanatos. ein grosses, sehr grosses buch, die demontage der romantik. hab danach probiert endlich 'melodien' zu lesen, bin aber vorläufig gescheitert. kommt noch.
und ein beziehungs-selbsthilfebuch dessen titel ich hier wirklich nicht wiedergeben will. nein, es war nichts von john gray.

5. what are you currently reading?
praschl & meike. connie palmen, kaffee.satz.lesen 1-12. in dieser prioritäten-reihenfolge, parallel.
ich habe lese-attention deficit disorder.

6. five books you would take to a desert island:
helmut krausser - tagebücher. (wenn sie denn in einem band erschienen wären.)
sogyal ringpoche - the tibetan book of living and dying.
thomas mann - buddenbrooks.
yann martell - life of pi.
ein moleskine, zum selberschreiben.

stöckchen:
wasweissich | mark | sebas

scum.

walking back to you | is the hardest thing that i can do | that i can do for you | for you | i'll be your plastic toy | i'll be your plastic toy | for you | eating up the scum | is the hardest thing for me to do | just like honey

just like honey | the jesus and mary chain

Donnerstag, 12. Mai 2005

waiting for nothing.

close to the box | received transmission | one thousand scenes of dramavision | oh yeah | it's making me laugh | it's making me cry | blurred red dots | when I close my eyes | oh yeah | you're so far away | and i'm still here | waiting for nothing | waiting for no one | the damage reports are coming in | the lines are so busy | wearing thin | oh yeah | always trying to find | a piece of you in someone | always trying to find | something in someone | nothing left to say but i can't find my way

faraway | alex lloyd

bleeding edge.

"...deswegen der einzige tipp wie man caro noch verbessern könnte: ein klitzekleines bisschen mehr passt scho' mentalität, damit du nicht immer glaubst du müsstest 'bleeding edge' sein um es richtig zu machen."
danke.
durschschaut, aber total.

perfektion.

stelle fest dass ich dabei, nein mittendrin bin, einen durchaus krankhaft zu nennenden hang zur perfektion zur genauen erfüllung von anforderungen zu entwickeln.

dummerweise nicht da wo es drauf ankommt, sondern in angelegenheiten in denen perfektion das letzte interesse sein sollte.
es bisher auch war.

jetzt nicht mehr.

perfektion in diesen belangen wollen ist die antarktis.
nur ohne dekorative pinguine.

Mittwoch, 11. Mai 2005

distanz.

ungesehen aus dem auto raus und in der mitte des gehwegs stehenbleiben, während er in die entgegengesetzte richtung schlendert, langsam, das mobile am ohr.
"machen sie eine typische handbewegung." diese ist seine.

ich stehewarteschauehinterher. unbemerkt. distanziert.
das ist neu. und angebracht.

an der strassenecke angekommen dreht er sich um. winkt.

er steckt das mobile weg. geht auf mich zu. schneller.
ich gehe ihm entgegen. langsamer.

[life is not like in the movies.]

katharsis . [physical.]

die widerstandsschraube am vorderrad bis zum anschlag zugedreht. und das siebzehn minuten into it. respekt.
"well i never pray
but tonight i'm on my knees yeah
i need to hear some sounds that recognize the pain in me, yeah"
mitsingen (dann organisiert sich das atmen auch gleich selbst). rectus fermoris und gluteus maximus brennen.
egal. weiter. weiter. weiter.
"i let the melody shine, let it cleanse my mind, i feel free now
but the airways are clean and there's nobody singing to me now
no change, i can change
i can change, i can change"
schweiss läuft vom haaransatz meine stirn herunter, durch meine verschwitzten augenbrauen. innen am auge entlang.
weinen erübrigt sich somit.

den text falsch mitsingen. mit absicht.
"i can change. i can change. i can change. i can change.
and i'm a million different people
from one day to the next
i can change my mold"
doch immer noch weinen wollen, eigentlich, denn die endorphine die in dem moment einkicken, die feuern alle emotionen an, alle, [und es ist eine scheissmetapher, ja] aber der klumpen im magen, er geht nicht weg, nein, die alte ratte.
"have you've ever been down?
später dann bon jovi: keep the faith | u2: elevation | ac/dc: tnt | cutting crew: i just died in your arms tonight, pfützen rechts und links des rads. wacklige knie und lightheadedness. erschöpfung.

numb.
endlich.

cultural gap.

heute morgen wieder unterwegs im ice 976, zu dumm, nicht bis zur endstation, da musste ich an evan denken.
viel zug gefahren sind wir. immer.

["i remeber you on trains/so now you're on every train i hear".]

ich weiss nicht mehr genau, wann es war, ob bei dem aufenthalt der courtesy of endemol war oder später. es muss sein vierter, fünfter aufenthalt in deutschland gewesen sein, und wir waren in einem ice, kurz hinter karlsruhe, glaube ich.

"caro, ich wollte dich schon lange was fragen."

sorgenvoller blick.

"ich mag deutschland ja so gerne. aber eins verstehe ich nicht."

"was denn?"

"die slums entlang den bahnstrecken."

vor dem fenster zogen schrebergärten vorbei.
penibelst gepflegte schrebergärten, deren prozentuale rasen, gemüsebeet- & teichanteile in vereinssatzungen festgelegt wurden.

Dienstag, 10. Mai 2005

brückenbauingenieurin.

als ich klein war, da war für meinen vater klar was ich werden sollte, welchen beruf ich einmal haben sollte.
ich weiss nicht wie ernst er es gemeint hat damals, oder ob er bewusst einen männerberuf ausgesucht hatte, aber er wiederholte es bei jeder gelegenheit:
ich sollte eines tages brückenbauingenieurin werden.

ich war klein, sehr klein, vielleicht 3 oder 4, und bei jeder wochenendreise die a45 runter, bei jeder fahrt in den sommerurlaub nach österreich, wiederholte mein vater bei jeder schönen talbrücke dass ich eines tages auch einmal solche brücken bauen sollte.
brückenbauingenieurin!

es war unser gemeinsamer running gag.

es waren die frühen 80er.
mein vater arbeitete im vertrieb einer firma die dehnfugen herstellte und hatte daher täglich auf großbaustellen zu tun.
vielleicht wollte er, dass ich eines tages einmal etwas plane, etwas leite, nicht die pläne anderer ausführen würde.

die väterliche strategie wirkte.
so wie ich zur abgrenzung von anderen immer exotische tiere als lieblingstiere hatte, so habe ich auf anfrage nie gesagt, dass ich tierärztin werden wolle, oder stewardess, nein, brückenbauingenieurin wollte ich sein, eines tages.
er und ich, wir hatten sogar schon die firma ausgesucht, bei der ich arbeiten würde, und immer wenn ich deren schild irgendwo sah, an einer baustelle, da habe ich mich gefreut. mein vater freute sich auch, wenn ich krähend vor freude über hohe autobahnbrücken fuhr.

es kam anders, klar.

every once in a while tut es mir ganz schrecklich leid für meinen vater, dass ich den von ihm für mich (und sich) gewünschten weg nicht eingeschlagen habe. nicht nur in beruflicher hinsicht.

ich bin kein dipl.ing. und baue auch keine brücken. nein.
ich langzeitstudiere und habe panik vor dem examen und einfach gar nichts vorzuweisen, nichts erreicht, das währung ist in der welt meines vaters.

ich habe das studium immer noch nicht abgeschlossen, keinen beruf, ich koste geld. ich habe keinen ehemann, ich habe keine kinder, ich date seit jahren männer die er nicht mag, die er shady findet, die er für ihren lebenswandel verachten würde, wenn er denn wissen würde, wie der so ist. er würde mich verachten für das was ich da mache im moment, in dieser beziehung. ich habe nicht, wie die töchter der anderen männer im kirchenchor unseres heimatdorfes, ein reihenhaus hinter dem friedhof und plane auch nicht, dies je zu haben. ich teile seine religion nicht mehr. ich teile gar nichts mehr mit ihm. ich spiele noch nicht mal golf.

ich mache nichts, dass er seinen stammtischfreunden oder golf-kumpeln erzählen könnte. es ist ihm peinlich wenn leute fragen, warum ich denn immer noch studiere.
stattdessen erzählt er geschichten von meinem bruder.

es gab zeiten, in denen er noch voller stolz von mir berichten konnte. von mir und meinem studium und dem freund in australien, der arzt war, und den auswanderungsplänen und dem job in der tollen kanzlei. er fand die pläne zwar gar nicht toll, aber wenigstens waren es pläne, wenigstens konnte er was vorzeigen, stolz heucheln, dritten gegenüber.
das tragische ist, dass er nicht weiss, dass ich zu diesem zeitpunkt unglücklich war, todunglücklich, und in sydney auf einer klippe gestanden habe.
er hätte sicher gerne diese tage zurück, die tage der australienpläne, so wenig er sie damals mochte.

mein vater weiss so wenig von mir, fast gar nichts, und das wenige dass er weiss, das ist schon schlimm genug. wüsste er, wie die dinge wirklich stehen, wie mein leben so ist, er würde den letzten rest respekt vor mir verlieren.

ich kann und will ihm nicht sagen, wie das ist, mein leben, wie ich bin, und eigentlich frage ich mich, warum mir das trotzdem, every once in a while, immer noch wichtig erscheint, dieses erkannt sein von ihm.
ich mag mich schon sehr gerne dieser tage. und bin trotz der bumps in the road glücklicher als in einer ganzen langen weile.

nun gut. darum geht es dieser tage eigentlich auch nicht.
es geht nicht wirklich um meinen vater und was er sich gewünscht hat für mich. es geht auch nicht wirklich um die frage, ob die währung in der mein vater den wert von menschen bestimmt richtig ist, oder nicht.

es geht um brücken und das bauen von selbigen.

denn obwohl ich nicht brückenbauingenieurin geworden bin, so wie mein vater sich das gewünscht hat, bin ich in mancher hinsicht schon gut im brücken bauen.

schöngeschwungene, große brücken sind das, über grosse abgründe und unsicherheiten. gebaut mit leichtsinn, wahnsinn, offenheit, vertrauen und worten.

zu dumm nur, wenn diese meisterleistungen der baukunst dann nicht betreten werden, wenn niemand über meine schönen großen brücken geht.
zu dumm, dass sie leer bleiben, unbeschritten, unbefahren.

nicht, weil sie schlecht gebaut sind oder so.
sondern einfach weil sie nicht gewollt sind.

ich baue brücken für nix.
und verliere am ende, und zwar auf ganzer linie.

[in that way, and so many others, i am my father's greatest dissapointment.]

Montag, 9. Mai 2005

alibi.

just put your mouth close to my ear | tell me what i want to hear | whisper me one alibi | for i appreciate a good lie | silken words delivered gently | mercury whispers in my ear | grapetrees drop in colour | i've been a great comfort to the moon | in tears | the painful truth is not the first | to clear my throat to quench my thirst | the painful truth is far to cruel | for putting out my fuel | for putting out my fuel | let's fake a smile and improvise | spin me a lie | give my black eyes some blue skies | make it a view | the world once new | just like i do

comfort to the moon | cam-era

katharsis.

für katharsis, da muss man arbeiten.
„die tragödie ist nachahmung einer guten und in sich geschlossenen handlung von bestimmter größe, in anziehend geformter sprache, wobei diese formenden mittel in den einzelnen Abschnitten je einzeln angewandt werden – nachahmung von handelnden und nicht durch bericht, die mitleid(eleos) und furcht(phobos) hervorruft und hierdurch eine reinigung (katharsis) von derartigen erregungszuständen bewirkt.“
(aristoteles: poetik 6, 1449b24ff.)
katharsis braucht ein bisschen länger. tut ein bisschen weh auch. ein bisschen mehr, unter umständen.
eleos und phobos hat man schnell, die gehen schnell, intensiv, einfach, her damit. sie machen schlaflos und verzweifelt, und wenn man meint alles ist gut, dann kommen sie wieder. schleichen sich an.

gut ding will weile haben.
gut ding will übung.
gut ding will mut.

aber was red ich. sind ja auch nicht ganz genau bei aristoteles hier.
anziehend geformte sprache, die können wir ja noch bieten, aber eine gute handlung von bestimmter größe ist das alles wahrlich nicht.
und es dauert länger als fünf akte.

hauptsache man durchschreitet sie, eleos und phobos, und am ende, alle auf der bühne, hoffentlich muss sich keiner blenden, keiner sterben, da steht man hoffentlich glücklicher da, gereinigt und befreit, trotz der battlewounds.

da steht man hoffentlich da als ein schlauerer mensch als am anfang.

per aspera ad astra.

jeder kommt selbst.

wilhelmine flott[flott!]:
müssen parties so sein?
twen, heft 4, dezember 1959
niemand kommt als jemand. vielmehr: jeder kommt selbst.
praschls ungelesener blogmich karaoke text.
wunderbarst.

blogmich05. re-cap. [#2]

[ich werde jetzt einzwei kitschige sätze schreiben und mich dann dafür schämen, aber mir wurde das heute klar, beim morgendlichen exorzismus im gym, denn das ist ja durchaus der ort an dem man nach dem wochenende zum ersten mal wieder denkt.]

ihr zweidreihandvoll leute mit denen ich den samstagabend verbracht habe (weil es zu mehr nicht reichte, alles, weil es eh schon ein bisschen overload war), das war warm und kuschelig mit euch und einfach wunderbar und nett. ihr seid alle so schlau und smart und hübsch anzusehen und lustig und unterhaltsam und alles einfach.

ich hab mich in euch kollektivverknallt.

blogmich05 re-cap. [#1]

"mein dayjob? ich bin pornodarsteller!" · 'we are the quarry', für immer connected mit herrn paulsen, isa und einem waschsaloncafe in pberg. · man vermisst herrn docteur & frank. · "es muss alles noch viel kryptischer werden." · "du hier? ich dachte du wolltest nicht kommen? und wie *geht's* dir?"· verführung/paradies (mit umgekehrten rollen, ohne apfel). · "hallo --, ich bin caro." "ich weiss." · "ich schaue jetzt auf meine schuhspitzen." · "ey, ich kenn dich doch aus dem fernsehen, beim mdr hab ich dich gesehen, du bist doch --- [blick aufs namensschild] ohmy! NICHT ----. ohmy. wie peinlich. fettnapf. wenigstens hab ich dich mit jemand coolem verwechselt, gell?" · der gegenbeweis zum "internetmenschen sind irl immer kleiner als erwartet"-theorem. · erwachsen/spooky/strange · "ooh, wo has du denn das rigo her?" · nokialyrik. · wahnsinnigkeiten. · "und wenn der sebas endlich kommt, im weissen anzug, dann machen wir alle extraviele photos von ihm." · unauffällig, das können wir nicht. · die unten feiern seit donnerstag. heute ist samstag. · thefrank. ohmy. the frank. *hüstel* thefrank. ohmy. thefrank. · "ich hab ihr einen vibrator gekauft." "hoffentlich keinen lebensechten." "doch." · bisswunden. · grundlegende freundlichkeitsgefühle beim entdecken bekannter namen auf schildern von menschen die man nie gesehen hat. · allgemein routiniertes umgehen mit blog-back-knowledge ohne peinlichkeitsmomente. · "wo ist denn meine stalkerin hin?" · "ich dachte immer jedes volontariat sei gut, aber ich habe festegestellt dass das nicht stimmt." · sexy kameras. galore. blitzlichtgefühl. · plugin wird nicht gefunden. · "ich stand heute davor und wollte sie kaufen und hab es gelassen." "ich wollte sie mitbringen und hab es gelassen." · smarte, wortgewandte damen, galore. 't was a pleasure meeting you, kaltmamsell, stattkatze, isa, emily. · "hi du, du bist --, du hast eins von meinen flickr photos gebloggt." · diättipps mit herrn praschl tauschen. · der kaltmamsell für ihre diätterror posts lob aussprechen. und für das was sie zu c&c gesagt hat. · beer. apply liberally and repeat as necessary. · danke den organisatoren. danke.

photos@flickr. · 21 · photos@melle · points of view. · del.icio.us

ice-karma/egokraulen.

es ist ein wochenende des guten ice-karama und des egokraulens gewesen.
das drohende besonders dramatische (weil sitzplatzlose) reprise von tears when traintripping out of berlin im vollkommen vollreserviertenwienochnieüberfüllten ice 976 (25 menschen stehensitzenliegen mittem im grossraumwagen, an den türeingängen nocheinmal je 20.) konnte abgewendet werden. einmal platztausch, und mein arsch hatte 6 1/2h einen sicheren sessel, ab frankfurt auch einen der nettesten im ice2, einen dieser einzelsitze im grossraumwagen. hach.

dort sass ich also, leicht verkatert (rigo! böse! böse! aus!) und müde (4h) und unglücklich (weil berlin ist schön, alleine in berlin ist nicht schön, berlin verlassen ist noch viel weniger schön) glücklich (weil abend in extremst netter gesellschaft, pointierte unterhaltung, alkohol, ausgelassenheit, wahnsinn, wahninnigkeiten), und liess mir schöne musik ins ohr shuffeln, die sonne ins gesicht scheinen und verknotete die beine die seitenwand hoch, denn überall lag gepäck rum und irgendwie soll es ja bequem sein, das zugfahren. zwischendurch schlaf. sms schreiben. moleskine raus, schreiben. mehr schlaf. mehr moleskine, die blogmich details nicht vergessen.

mir gegenüber ein blonder mann, mitte 20, der englische papers liest. sieht nach chemie aus, wir grinsen uns an, denn wir haben sitze, und die 25 menschen die direkt neben uns auf dem boden hocken nicht. bisschen nichtnett dieses grinsen, ja.
kein reden. er schreibt tagebuch, zwischendurch.

in freiburg steigen wir beide aus, reden dabei miteinander, über zugfahren, klar, wo wir gerade herkommen, dass wir mit der strassenbahnfahren wollen, er will die 6 nach zähringen, ich irgendeine, muss ja nur zum bertoldsbrunnen. 7 minuten wartezeit sagt die tafel oben an der brücke, also gehen, ist ja schön, das wetter.
wowohnstdu. daunddawenndustalkenwillsthihi. wasmachstdumedizinwielangenochschonimzehntenunddujura. halloichbincarohalloichbinchristopher. wir gehen belanglosigkeiten redend richtung innenstadt. an der ecke der adventure company kommt ein mädel, sagt "hallo chris" und die beiden fangen an zu reden, es wird zeit für mich zu gehen.

"warte mal."
sagt er. "hier. für dich." er gibt mir einen zettel. liniertes papier, zusammengefaltet 'für dich' steht drauf. süss. wie früher. "danke.", sage ich und gehe los. schnell. wie üblich.

ich lese im gehen.
ich glaube du bist eine tolle frau. wie du so in dir zu ruhen scheinst; sonne in deinem gesicht, ganz vertieft in die musik. du scheinst dich wohl zu fühlen in denem körper, entspannt und zufrieden. das ist unglaublich schön und erotisch.
ich glaube du wirst dich freuen, dass ich dir das so offen schreibe. bist du nicht ein offener mensch? aber eigentlich ist das nicht so wichtig.: für mich ist es schön und sehr lebendig.
danke für diese wunderschönen momente.gute reise, unbekannte!

ich drehe mich um. lächle, klar. "ja. danke. danke sehr."
er wird rot. lächelt. dreht sich, mit rotem kopf, der freundin zu.

keine email adresse auf dem zettel, keine telefonnummer. old school. vollkommen.

deshalb nochmal hier:
danke, christopher.
ja, es hat mich gefreut.
und wie.

bloggold original soundtrack. [blogmich05 edition.]

bloggold original soundtrack. blogmich05 edition.
im hotel vergessen. in liebevolles zuhause abzugeben.

erstellt freitag nacht zwischen 2am und 2:15am. qualität dementsprechend. nicht blogmichmusicmixconform. nicht misscaromusictasterepräsentativ.
aber nett.

shoot me an email. first come. first served.
puenkt_chen AT hotmail DOT com

Sonntag, 8. Mai 2005

whispering, the whisperer and the whispee. [the frank.]


taken & uploaded by praschl.

blogmich05 re-cap. [the preview.]

nett wars. sehr nett.

[ich hab nen leichten kater. und bin müde. und, ja, glücklich. wen von euch darf ich mit nach freiburg nehmen? ich will euch behalten!]

Freitag, 6. Mai 2005

exzess.

ja, so kann man mal eben ganz spontan 200€ ausgeben, die man nicht zuviel hat. ist immerhin ja auch, sozusagen, für nen guten zweck.

nee: nicht sozusagen. auf jeden fall.
auf jedsten.

no title.


danke, sam brown.

Donnerstag, 5. Mai 2005

parallelitäten.

no pain, summer rain
i'm lost for stupid again
we are the same
susanne

guess i'm doing fine.

i just wade the tides that turned
till i learn to leave the past behind

firewall. [hidden.]

das eigene system ungeschützt und angreifbar, sperrangelweitoffen, denn das ist zwar ein wide area network, aber friendly, total, firewalls braucht man hier nicht, nein.

oder doch?

[ganz schön kalt hier draussen.]

Mittwoch, 4. Mai 2005

in the air tonight.

irgendwie, irgendwann, da hatte ich mich dann doch wirklich beruhigt, am frühen abend.

"so how was your day?" fragte mich ein junger mann am telefon. "it was the fucking worst day of the year so far.", antwortete ich ihm, glaube ich. vielleicht konnte ich das fluchen auch gerade eben noch so unterdrücken. "a day full of emotional turmoil. actually, let's just not talk about it. so how was *your* day?" seiner war wohl auch nicht viel besser.
nunja.
schade.

später dann zumindest minutenweise hybris und entspannung zwischen der ansonsten vorherrschenden panik, klar alles, klar easy, geht alles, irgendwie, locker, sicher, und andrea kam hoch, "was war denn los, ich hab da weinen gehört heut mittag, das warst doch du?", "och...ahem...kann schon sein, da war was heute."
die gute andrea aber auch voll am durchhängen, pfeiffersches drüsenfieber, dauermüde. also de-briefen, aber erst nur in andeutungen, nicht richtig, denn das was ich zu debriefen habe, das ist so abgefuckt, das kann man nicht erzählen.
niemandem.
das ist doch auch was schönes.

stattdessen dvds gucken. auch wenn unser beider auswahl schmal ist.
aber wenn gar nichts mehr hilft, und heute war so ein tag an dem gar nichts mehr hilft, klar, dann hilft eines immer:

miami vice.

trotz meines zweiten x chromosoms bin ich stolze besitzerin eines miami vice dvd boxset.
es sollte ein geschenk für den bruder sein letztes jahr, der sich vor 20 jahren, in seiner jugendzeit, gerne mal türkise t-shirts und weisse sakkos anzog und eine rayban noch dazu, und sich dann fühlte wie sonny crockett.
der geburtstag kam, er packte es aus, das schöne geschenk, aber ohmy!, er hat es schon, genau das boxset.
also behielt ich es und entdeckte meine liebe zu miami vice.

miami vice ist eine grossartige, nein fantastische tvserie.

sie war revolutionär in schnitt und photography, der sound von jan hammer einzigartig. in miami vice entwickelte michael mann erstmalig den für ihn charakteristischen nachtlook, den er in 'collateral' schliesslich perfektionierte.

kürzlich las ich irgendwo, miami vice sei zudem auch ein bild für die isolation des mannes in den 80ern; crockett und tubbs sind primär sich, sekundär ihrer distanzierten freundschaft verpflichtet, nicht dem möglicherweise korrupten police department, sonst niemandem so richtig. sie reden nicht viel. frauen werden verehrt, aber rausgehalten, der verpflichtung wegen, und auch mal betrogen, die liebe wird geopfert. äußerlichkeiten sind wichtig, autos auch, und die stadt ist leer, die strassen leer, shoot-outs finden in leeren hafengebieten oder auf baustellen statt. isolation. einsamkeit.

heute guckten wir den pilot, andrea und ich.
zusammen mit den pilotfortsetzungen 'calderone's return I & II' meine miami vice lieblingsfolge, hands down.

klar, da sind typische 80er jahre tvserienprobleme, zusammenhanglose szenen, schlechte charakterentwicklung am anfang, all so was, grottiges deutsches dubbing noch dazu, aber das original ist so krass gesprochen, das versteh noch nicht mal ich vollständig.

aber dann sind da die grossen momente.
die zeitlupen, die cinemaesken kamerablicke von oben, und ja, auch der humor.

meine lieblingsszene ist fast am ende der folge, ihr kulminationspunkt, eigentlich, die perfekte verknüpfung von musik und szene. es ist eine der besten filmszenen, die ich je gesehen habe.

crockett ist gerade durchgedreht, hat gerade einen korrupten cop, einen kumpel noch dazu, auffliegen lassen. crockett, der gute, er konnte sich schwer zurückhalten, denn verrat, den hasst crockett, egal wenn dieser verrat mit good intentions beginnt.

zeitgleich ist calderone, der bösegeradegeschnapptekolumbianische drogenboss fehlerhafter weise auf kaution aus dem gefängnis entlassen worden, droht zu entfliehen.
crockett und tubbs fahren in einem schwarzen cabrio, ein riesending, marke nicht genau erkennbar, riesenfelgen auf jedenfall, sehr schwarz, sehr offen, sehr schnell, durch das nächtliche miami.

riesenewiglange shots auf die glänzenden felgen, die sich irritierend drehen. riesenewiglange shots auf den kotflügel. die fahrt durch das nächtliche miami fast wie eine szene aus 'need for speed', das licht hypnotisch, die belichtung lang, die kamera schnell und smooth, und gleichzeitig ruhend.

dazu, erst harmlos, die ersten töne von phil collins 'in the air tonight".

und dann: ein riesencrescendo.

tubbs schaut zu crockett rüber, ein wenig besorgnis in seinem blick. stilles einverständnis. der wind zerzaust crocketts haare.

dies ist keine typische miami vice autoszene, da sind keine gellenden jan hammer synthies, keine hochtourig laufenden motoren, kein bremsenquitschen.
nein, ausser der musik herrscht stille.
man hört ausser der musik keine anderen geräusche, nicht den fahrtwind, nicht den motor, kein schaltgeräusch, nicht die anderen autos, gar nichts.
nur dieses geile, geile, geile lied, zart noch, harmlos, spannungsgeladen und es passt so perfekt, dass man meinen könnte, es sei nur für diesen moment gemacht worden.
und dann, ein einziges geräusch über diesem lied drüber.

tubbs lädt seine abgesägte schrotflinte.

klackk. kla-klackk. klackk.

"i can feel it coming in the air tonight" singt phil collins.

bis dahin ist nicht geredet worden.

"how much time have we got?" fragt crockett, der am steuer sitzt, starr geradeaus guckend.

"25 minutes." antwortet tubbs.

die hypnotische, hypnotisierende fahrt setzt sich fort, licht reflektiert auf der polierten motorhaube. dazu diese musik, oh my.
dann ist man im hafen, eine telefonzelle, direkt unter einem neonlicht einer bar, ja, dies sind die 80er.

"well if you told me you were drowning/i would not lend a hand" singt phil.

crockett geht in die telefonzelle, schliesst die tür, wirft geld ein. ach, damals.

cut zu crocketts bald-ex-frau caroline nach hause, dort klingelt das telefon, sie sitzt mit dem gemeinsamen sohn, 6 jahre alt, am essenstisch, er will mit den händen essen, sie schlägt den löffel vor, geht ans telefon.

"hello?" fragt caroline.

"caroline."

"but i don't know if you know who i am" singt phil.

"sonny?"

"i need to know something, caroline. the way we used to be together, i don't mean lately, but before" fragt sonny.

da ist eine minipause. "it's all been a pack of lies" singt phil collins.

"it was real, wasn't it?,"

wieder eine minipause von sonny. phil singt, so seltsam verzerrt, dieses "well i remember", genau in diese pause hinein.

"yeah, it was. you bet it was!", antwortet caroline. enthusiastisch, beinahe.

"sonny, what's wrong?", fragt sie dann besorgt.

"nothing, caroline." sagt sonny, und zwar so dass man genau weiss, nein, kerl, das stimmt nicht, gar nicht, alles ist wrong, und du kannst es nicht sagen, willst es nicht sagen, denn du bist ein mann, und männer sagen nichts, nie, erst wenn es gar nicht anders geht, wenn man ihnen eine riesige pistole oder eine abgesägte schrotflinte auf die brust setzt, aber auch dann noch nicht richtig, erst wenn es zu spät ist, wenn sie schon verblutend auf dem asphalt von miami liegen, oder zumindest beinahe.

ein klein wenig kopfschütteln von sonny, die strähnig gegelten haare, so hübsch, sie schlackern in seine stirn.

[ich finde das sehr attraktiv bei männern, wurde mir heute klar.]

aufhängen des hörers.

"the hurt doesn't show, but the pain still grows/it's no stranger to you or me" singt phil collins, und man denkt sich so, genau, darum geht es ja auch.

[heute auch, denke ich mir so dazu.]

zurück ins auto, staubaufwirbelnde abfahrt und die drums des songs setzen ein, diese eigentlich so unendlich fiesen synthie drums, die sich hier aber gut anhören, perfekt.

ba-da-ba-baaam.

wieder licht auf der motorhaube, wieder ein shot des vorderen kotflügels, wieder wind in den haaren von crockett, der sich durch ebendiese haare streicht, und immer wieder spurwechsel, hyperschnelle spurwechsel, wie gemalt, so weich, so schnell, so gefährlich.
zu schön um echt zu sein. wie so vieles im leben.

und dann ist sie schon vorbei, die szene.

ich habe sie heute abend noch ein paarmal angeguckt, versucht die magie genauer zu verstehen, aber es ist wirklich ganz simpel. es ist neben dem licht, neben dem überschnellen, hyperrealistischen abspielen dieser spurwechsel wirklich nur der sound, der song, der alles trägt.

ich habe sehr genau hingehört heute abend bei miami vice, wie den ganzen tag über schon, versucht die nuancen zu hören, und wirklich, das ist es.

nur dieses lied macht dieses szene so gut. ein abrechnungslied für die szene vor der abrechnung, für die emotionale szene, für die sorgenvolle szene, für das nachfragen, wie es ist, nein, wie es war, mit der frau, mit der man nicht mehr so ganz zusammen ist.

ich würde es heute abend gerne so hören, das lied, aber ich hab es nicht parat.
ich würde gerne hören, ob ich die szene schon sehe im kopf, wenn ich nur das lied höre, und diese lyrics höre, die ich vorher nie so richtig bewusst gehört habe, oder ob da ein anderes bild kommen würde.
well, i was there and i saw what you did
i saw it with my own two eyes
so you can wipe off that grin, i know where you've been
it's all been a pack of lies
manchmal wünschte ich, ich könnte, ich würde nicht so gut zuhören.
und nicht so schlecht, so unendlich schlecht, einmal gehörtes, gelesenes vergessen.

it's all been a pack of lies.

de-briefing.

und da ist es wieder, mein de-briefing problem.

touche éclat.

das interessante an unerwarteten situationen ist ja, dass man die gelegenheit zur überprüfung der eigenen emotionalen reaktion erhält; man also erfahren kann, ob man wirklich so reagiert und fühlt wie man es sich im vorraus -sozusagen in der pipeline- überlegt beziehungsweise erhofft hat.

wenn man sich dann tatsächlich (beinahe zumindest) so fühlt wie erwartet (nämlich eher, sagen wir mal, nicht so, wie es die gesellschaftlichen konventionen und die eigenen erziehung es vorschreiben), kann das durchaus trotzdem ein schock sein, ein grosser noch dazu.

überaus interessant dann auch noch die zusätzliche dimension, in der man sich vorstellt, eine dritte person erzähle einem das geschehene. wie würde man dann reagieren? was würde man ihr raten?

das ist alles self-discovery, par excellence. hardcorephilosophyreview.
da braucht man kein silent retreat in kripalu.

dank dir, ich weiss das zu schätzen.
danke dem geilen dauerregen seit einer stunde.
und danke ganz besonders auch yves saint laurent cosmetics für den wunderbaren touche éclat, denn sonst würde das nix mehr mit vor die tür gehen heute.

selbstzitat. [#4]

"wäre das ein drama beauty pageant, mein drama würde gewinnen.
es könnte aber abzüge wegen schlechten stils geben."

zustandsbeschreibung. [#1]

underslept. underfed. undertouched. and dangerously impulsive.

ich werde jemanden finden müssen, der mich ab heute abend, 7pm in meiner wohnung einsperrt, denn sonst werde ich zum bahnhof gehen und ein zugticket kaufen und nach berlin fahren, was halt dummerweise auch, trotz erfüllung der minimalanforderungen (mann, raum), nicht besonders viel helfen würde.
ich könnte das alles mit einem besuch bei blogmich kombinieren. das wäre zumindest ein lustiger nebeneffekt. fucking hell.

ich geh jetzt exorzieren.
spinning statt sinning.

Dienstag, 3. Mai 2005

sturm (nacht), etc.

i am the scavenger
who hides between the sheets of union
lately i can't tell for sure
if the machines turn anyone

immer/gerne. [#1]

"darf ich dir gerade mal gestehen, WIE aufregend ich dich finde?"

nachmittagssturm, etc.

gigantic, gigantic, gigantic
a big big love
gigantic, gigantic, gigantic
a big big love

walking in my shoes.

[oder: manchmal, nur manchmal, ist mademoiselle eine 'typische frau'.]

zweiter sommertag, universitäre verpflichtungen, man will gleichzeitig entspannt und presentable sein bei diesem wetter, also rein in die sommerklamotten (alle zu gross, alle, aber nackt in den wuv kurs geht ja nicht), das rosa fcuk t-shirt, das der bruder mir geschenkt hat letztes jahr, und die fast totgeliebten black capris und dazu die schuhe, die lieblingsschuhe. oh. ja. zum ersten mal in diesem jahr.

die lieblingsschuhe.


sie sind nicht aussergewöhnlich, sie sind nicht meine teuersten, im gegenteil (meine teuersten schuhe kosteten das sechsoderachtaufjedenfallvielmehrfache), aber sie sind die liebsten, hands down.

es war ein sonntag, es war september, es war 2002, es war kurz vor evan's geburtstag und es war frühling, mit einem mal.
in melbourne heisst das aus dem stand schon mal 30°C (so wie hier, die letzten tage), und ich wollte zu den geburtstagsfeierlichkeiten den denim skirt anziehen und dieses rückenfreie top aus london, und dazu passten keine schuhe die ich für den winter in melbourne ans ende der welt geschleppt hatte.
also raus, schuhe kaufen, ausgerechnet zu highpoint, dem fiesesten einkaufszentrum von melbourne (aber schön nah an zu hause), ausgerechnet an einem sonntag, rein zu myer, wohin auch sonst, mit kirsty, evan's schwester

and diesem tag gab es 30% rabatt auf schuhe und -unglaublich aber wahr- bonds unterwäsche.
der exzess war vorprogrammiert.

da waren sie, ich weiss noch genau wo sie gestanden haben, sie, die perfekten sommer high heels.
hoch, aber nicht zu hoch. der absatz nicht zu schmal, durchaus gehtauglich und den beinen schmeichelhaft. aber vor allem sind sie eines: sie sind schön. und der riemen, er ist tief. geschnitten.
tief. sehr tief.
tief ist gut.

ich habe das, was man 'einen hohen spann' nennt. das zu haben ist unpraktisch.
slides, alles mit einem einzigen riemen über dem fuss passt fast nie, ist immer zu eng. ach was sag ich: fast alles was hübsch ist für sommerliche füsse ist zu eng.
meine bauerngene sind schuld daran, denke ich. diese füsse und die kurzen (und dazu noch sehr muskulösen) beine und diese hüften wurden von der evolution auf kartoffelernte am niederrhein gepolt, nicht auf manolo blahniks.
aber who cares?

diese schuhe aber, myers 'miss shop' eigenmarke auch noch, sie waren perfekt, der riemen sitzt so tief, das er so gerade eben hinter den zehen ist, das macht den hohen spann fast sexy, sie passten perfekt, 69.95 aus$, dann noch -30%, das macht dann 48,96 aus$ (das heisst 29€ (!), hammer), klar doch, jederzeit, her damit. es war eine entscheidung von sekunden.

[später dann das gesparte geld -und mehr- für waren von bonds ausgegeben. unter anderem für einen türkisen schlafanzug mt tropisch angehauchtem paisley print. auch immer noch ein favourite. das war ein erfolgreicher sonntag.]

diese schuhe begleiten mich nun schon 3 sommer lang, einen australischen und zwei deutsche. sie waren an vielen spannenden orten, in vielen spannenden städten, sie waren auf partays und konzerten und im nachtleben und bei der arbeit. sie wurden und werden zusammen mit vielen schönen dingen getragen, sie sind fast universelle einsetzbar, am wohlsten aber fühlen sie sich mit röcken oder capris, nicht unbedingt mit langen jeans, dazu ist ihr ausschnitt ein bisschen komisch.

ich fühle mich fantastisch in diesen schuhen. ich fühle mich gross.
ich laufe confident und glücklich und kraftvoll in ihnen. vielleicht nicht unbedingt gerne mehr als 5km oder so, aber who cares.
schönheit darf manchmal ein wenig schmerzen.

der einzige nachteil der schuhe ist ihre lautstärke, sie sind nicht juristischesseminar tauglich, diese schuhe. auch auf treppen sind sie laut, ausser man spannt die füsse extrem an, gibt sich viel mühe, damit sie nicht nachklackern, das ist ein bisschen mühsam und sieht sehr dumm aus, wenn man betrunken ist.
aber das ist schon alles.

gestern taten sie ihre magie, diese schuhe.
reinschlüpfen, zack, der sommer ist da; alles klasse, alles toll.

nach der uni gleich noch ein bisschen durch die stadt gelaufen, stimmt ja, diese schuhe sie sind soviel besser als die schuhe des winters mit ihren kleinen pointy absätzen mit denen man immer im kopfsteinpflaster hängenbleibt. ich bin die königin der strasse.

ich bin extra noch einen kleinen unweg gegangen, zum ökosupermarkt, nicht nur zum reformhaus, für tahin und sojamilch.
ja, es war wegen des schönen gefühls, es war, weil es ihnen nach auslauf verlangte.

das waren meinen 'ichbinauchmanchmaleinkleinesüberdrehtesmädchen' fünf minuten der woche.

dies sind übrigens meine anderen lieblingsschuhe. ich habe diverse andere lieblingsschuhe, aber dieses paar hier, das ist in den top 3.
sie passen weder gut zu röcken, noch zu capris, und auch zu jeans sehen sie nicht sehr gut aus.

sie machen schrecklich fette fesseln und waden, was bei meiner statur einem alptraum gleichkommt. die farbliche gestaltung entspricht gar nicht meinen vorlieben. ich habe sie in der outdoorabteilung von mode & sport in leinfelden-echterdingen gekauft (direkt an der autobahn zum stuttgarter flughafen gelegen) während eines meiner schlimmsten studentenjobs, im sommer 2003.
auch auf diese schuhe habe ich rabatt bekommen, auch 30% glaube ich, und sie sind trotzdem mein zweit- oder dritt teuerstes paar schuhe. sie waren jeden cent werde, diese meine schätzchen von lowa.

auch diese schuhe waren schon an vielen tollen orten mit mir, und haben viele tolle dinge erlebt.
wir sind zusammen auf bergen gewesen, wir sind geklettert und sie haben über dem abgrund gebaumelt. sie waren schon viel im schnee, und auch den mochten sie gerne. sie haben nachts immer brav auf mich gewartet, in den trockenräumen von alpenvereinshütten.

in vieler hinsicht waren diese orte oft schöner als die partays und städte und konzerte auf denen ich mit den anderen lieblingsschuhen war.

ich kann mich noch genau an den moment erinnern, als ich das erste mal meine füsse hineingesetzt habe in diese schuhe.
ich hatte einen ganzen tag lang die lieblingsschuhe angehabt, bei diesem schlimmen, deprimierenden studentenjob in leinfelden-echterdingen, mitten in den heissesten wochen des megasommers 2003, zudem war ich auch noch durch halb stuttgart getreckt, weil ich mich geweigert hatte, dort draussen am ende der welt im hotel zu wohnen. ich wollte mein stammhotel in downtown haben. meine füsse waren müde.
diese schuhe, sie fühlten sich an wie ein federbett. wie ein festes, freundliches federbett. es war nachhausekommen.
diese schuhe, nein: stiefel, eigentlich, sind für meine füsse das, was mein (zugegebenerweise noch viel pervers viel teureres) tempur kissen für meinen kopf ist. sie sind auf die gleiche art liebevoll streng, zuverlässig und nachgiebig zugleich.

ich fühle mich fantastisch in diesen schuhen.
stark. kraftvoll. grounded.
kein stein kann mich umwerfen, kein bach nass machen, kein moos zu fall bringen, kein schnee mich ausrutschen lassen, kein schlamm. kopfsteinpflaster? welches kopfsteinpflaster? gib ruhe, baby.

ich laufe ausdauernd und glücklich und kraftvoll in ihnen.
laufen in ihnen macht immer spass, egal wieviele kilometer. sie sind nie zu heiss, nie zu kalt, sie sind nie feucht innen, nie, sie passen perfekt.

auch diese lieblingsschuhe machen gute laune, sobald ich mit den füssen hineinschlüpfe und loslaufe. auch sie brauchen auslauf. zu dumm, dass für angemessenen auslauf, für wildnis, gerade keine zeit ist. zu dumm auch, dass sie so extrem hässlich sind. denn sonst, sonst würde ich sie sicher öfter, wenn nicht gar jeden tag tragen.

ach was. würde ich nicht. bequemlichkeit ist overrated, was schuhe angeht.
das versuche ich zumindest, mir täglich einzureden.
ausserdem gibt einem nichts so ein gutes gefühl, so einen guten gang, wie ein gutes paar heels.
jeder schuh hat seine zeit.

franziska hat kürzlich den passenden satz aus dem stern zitiert:
"die wahrheit über schuhe: je besser du dich darin fühlst, desto schlechter siehst du darin aus. diese bedauerliche tatsache gilt im übrigen auch für unterwäsche, sportbekleidung und sitzmöbel."
hach.
schuhe.
ja.

[so. und jetzt bin ich wieder normal. und barfuss am schreibtisch, ausserdem.]

love.

"the router was going to be symbolic of our love, joining together to conquer broadband access across multiple platforms and machines. the world would be ours for the taking."

slimfast.

gestern -zur erprobung einer neuen ideallinie (d.h. der perfekten kombination verschiedener aktivitäten zum zweck der aufwandsreduktion)- in einem anderen supermarkt einkaufen gewesen als sonst, ein edeka in der nähe des gym.

dort gab es leider keinen alpro soja drink vanille; nur schoko und natur. beides ok, aber nicht lecker.

stattdessen gab es soy & joy vanille. bei 1,39€ ganze 60cent billiger als alpro noch dazu. "schauen wir mal, ob das geht." dachte ich so zu mir.

jetzt gerade beim smoothie mixen festgestellt, dass es nicht geht.
dass es gar nicht geht.
dieses zeug schmeckt, riecht, nein stinkt, nach slimfast. man benutzt wohl das gleiche vanillearoma.
ekelhaft und pervers.

genauso ekelhaft und pervers wie die tatsache, dass ich diese ähnlichkeit überhaupt feststellen kann. blergh.

Montag, 2. Mai 2005

vokabelheft. [#2]

textgärtner, der.
sommerliche bezeichnung für: autor.

beispielsatz:
obendrein konnte ich noch meinen pflichten als fürsorglicher textgärtner tüchtig nachkommen & das wachstum & die blüte meiner erzeugnisse um ein gutes maß voranbringen.

subkontext.

in der letzten nacht einen traum gehabt, der sowohl in bezug auf auftretende personen, als auch auf kontext und subkontext nur als 'verstörend' bezeichnet werden kann.
der traum enthielt, in wichtiger rolle, einen bewohner des bigbrotherzoos staffel 1, der plot umfasste aussereheliche verhältnisse, und endete mit einer äusserst unangenehmen situation.

ich sollte ihn aufschreiben und an die traumdeuterin des "zukunftsblick" schicken.

xtra.

xtra mobilbox 1 anruf neu 02/05/2005 00:18 uhr.

Sonntag, 1. Mai 2005

polaroid.

der erste sommerabend des jahres, samstagabend, 9:25pm. immer noch in gymklamotten, pheromone versprühend, stehe ich ausgestreckt in der tür zu meinem balkon, die hände am türrahmen, lehne mich dem kühlen wind entgegen.

der himmel ist blau, so schön blau, mit einem schlag ins veilchenfarbene, und martinstor und münster sind beleuchtet, auf diese gelb-orange art, als wenn die atmosphäre dort verdichtet ist, zu einem gaussian blur filter. ich liebe das münster so sehr, ich mag wie verfallen es aus der ferne aussieht, wie filligran von meinem balkon aus. ich habe noch kein gebäude je so sehr gemocht.

während ich da so stehe und mich strecke (yeah, muskelkater im bauch!) und in den wind lehne und mich -ja, klischee- lebendig fühle und geliebt, und maximilian hecker 'help me' singt, in meinen itunes, und ich den himmel anschaue, da ist er da, der erste stern, perfekt positioniert über den kajo häusern.

der erste impuls ist das audiobloggen dieses moments auf die mailbox des menschen, der als einziger das leben in diesem moment noch ein kleines bisschen besser machen könnte, der es ohnehin schon so fantastisch macht, einfach weil es ihn gibt, welch wunder, und weil er in dem moment telekinetische botschaften an mich schickt.

life is good.
no, actually: life is fucking brilliant these days.

pidgin.

irgendwann hatten wir uns dann aufgerappelt, der mann und ich, nachdem wir so um die 20 stunden größtenteils in der horizontalen verbracht hatten(inklusive schlaf, wohlgemerkt), das reicht doch fürs erste, her mit einem call-a-bike für die dame, raus an die luft, ans wasser, den frühling geniessen, in die sonne gucken, normalität mogeln. schön wars.
der rückweg faul mit s- und u-bahn, zu dumm, ein samstag, eingleisiger verkehr auf zentralen linien der hauptstadt, und fussballfans noch dazu. aber mit liebe imprägniert, da hält man das alles aus. locker.

unter dem potsdamer platz die räder geschleppt und über rolltreppen gehievt, da sassen wir endlich in einem richtigen zug, warteten auf die abfahrt, und die fussballfans, alkoholisiert, unzivilisiert, peinlich, spontan unerklärliche dinge in den zug gröhlend, nahmen überzahl an. unangenehm.

es entsponn sich zwischen dem mann und mir die übliche unterhaltung. über verpasste bildungschancen und schlechte erziehung. wir blieben dort hängen, bei der schlechten erziehung, bei nachlässigen eltern, bei fehlendem willen, kinder zu erziehen, sie nicht nur nebenher laufen zu lassen, und es war eine erhellende unterhaltung (schön, so mit unterschiedlichen erlebnishintergründen) voller einigkeit.
alles wunderbar.

schliesslich erreichten wir unsere zielhaltestelle.
"das ist die haltestelle mit dem langsamsten aufzug berlins" informierte mich der mann, als wir mit den rädern auf den aufzug zusteuerten. ein call-a-bike über treppen schleppen, nein, das ist kein spass.

der aufzug kommt, wir schieben sie rein, die räder, und uns dazu. mit uns tritt eine junge frau ein.

sie ist so gerade eben 20. sie ist mitteleuropäerin. ihre haare sind zu afro-zöpfen geflochten, sie trägt ein amerikanischen team-shirt, übergross, um den kopf ein weisses tuch gebunden, kopfhörer mit lautem gangsta hiphop in den ohren.

sie hat zwei kinder dabei, ihre kinder.
in der kinderkarre sitzt ein kleinkind, höchstens ein jahr alt, afrikanisch-europäisch.
an ihrer hand steht ein ernstdreinschauender kleiner junge, vielleicht vier oder fünf.
er ist nicht afrikanisch-europäisch, aber man sieht, auch sein vater stammt aus einem anderen genpool als seine mutter.

der aufzug setzt sich langsam in bewegung. und ja, er ist langsam. schweigen im aufzug, wie das so ist bei ungewollter intimität mit fremden menschen. dem leichten wupp-wupp des aufzugs ist nur der schlechte gangsta hiphop aus den kopfhörern der frau zu hören. ich sage etwas zum mann über den aufzug, etwas belangloses, unsere laune ist gut, wir lächeln, sind glücklich, wir sind wild aufeinander, schon die ganze zeit, gleich endlich zu hause, vorher noch schnell "lost highway" ausleihen. samstag abend. normalität fuscheln halt, wir sind glücklich, der tag ist schön. raus hier, raus, auf nach hause, raus aus den klamotten.

urplötzlich, unvermittelt, grundlos, aber schreit sie, die frau.

"why you ain't listenin' to me? you ain't listenin' to me. why?" bellt, nein, gröhlt, sie das kleinkind an ihrer hand an, in übelstem pidgin englisch, reisst am arm des kindes.
man hört von wem sie es gelernt hat, dieses englisch.

ich zucke zusammen. der mann und ich, wir schauen uns an, erschrocken, angeekelt, unverständig. dann schaue ich mich zu ihr um, zu ihr und dem kind.
es ist eng, sie steht vielleicht einen halben meter von mir entfernt.

der kleine junge ist paralyisiert, sagt dann, brav, wohl artikuliert, ruhig, verschüchtert, in akzentfreiem deutsch. "nein, ich bin brav, ich höre dir zu." mehrfach. "nein, ich bin brav." immer wieder.

aber sie, die frau, seine mutter, sie bellt, gröhlt in weiter an, über den gangsta rap in ihren ohren hinweg, mit unglaublichen dingen, in übelstem pidgin englisch, das so falsch ist, so gewollt, so unglaublich schrecklich an dieser weissen, hoffnungslosen unterschichtfrau mit ihrem aufgesetzten outfit, gehabe, mit allem.
sie macht immer wieder pausen, nur um unvermittelt wieder loszubrüllen, ohne kontext, ohne erklärung, ihr sohn hat keine chance zu verstehen worum es geht.

und er ist so langsam, so langsam, so langsam, dieser aufzug.

ich kann nicht mehr atmen in diesem engen raum, neben dieser frau. ich will dieses kind in den arm nehmen, irgendwas wieder gut machen, ich will sie fragen was los ist, was das soll, warum sie nicht normal redet mit ihrem kind, warum sie musik hört, warum sie so schreit, warum sie nicht deutsch redet mit dem kind, warum es so aussieht als hasse sie es, ihr kind, ich will, dass dieser goldige kleine junge nett behandelt wird, er macht so einen aufmerksamen, intelligenten eindruck. mein herz schmerzt, ich bin erschrocken und habe tränen in den augen.

endlich, endlich, endlich, der aufzug ist fast unten, die letzten centimeter noch unendlich langsamer als der aufzug ohnehin schon, aber dann sind sie auf die türen, und sie prescht raus, die frau, mit der kinderkarre voran, den kleinen hinterherziehend, und ich muss raus aus dem bahnhof, schnell an die luft, atmen, atmen, atmen und stehenbleiben einen moment, weil ich kotzen will, ganz dringend, das aber unbedingt vermeiden will, weil ich wenige sachen so sehr hasse wie kotzen.

der mann und ich, wir schauen uns an, und reden los und sind uns einig: diese real life lektion im rechthaben war ein wenig arg, so direkt nach unserer unterhaltung über elternschaft.

ich brauche lange um mich von dieser begegnung zu erholen. ich bin sowieso angeschlagen, emotional, an dem abend wieder und wieder reden wir über sie, an diesem tag. am nächsten auch noch. und auch jetzt in diesem moment kann ich ihr kind vor mir sehen.
und habe mitleid. mit beiden.

[sie erinnerte mich an die frauen aus liebe schwarz/weiss, diesem schlauen, intelligenten schrecklichen, kaum zu ertragenden film.]